Fussboden legen auf Holzbalken.

01.11.2006



Hallo,

bin gerade dabei unser oberes Badezimmer zu renovieren und stosse da auf einige Probleme. Es handelt sich hierbei um ein Haus, dass 1957 gebaut wurde.
Das Badezimmer ist ca. 2,20m x 2,20m groß.
Zuerst mal habe ich den Fehler gemacht und den vorhandenen Dielenboden herausgerissen. Jetzt habe ich fünf Holzbalken, zwischen diesen Holzbalken wurde irgendwas reingeschüttet. Es ist sehr fest, vielleicht Bims o.ä.. Mein ursprünglicher Plan war nun, Fermacell Fussbodenplatten draufzulegen. Jetzt musste ich aber feststellen, dass die dafür überhaupt nicht stabil genug sind und das man einen festen Untergrund benötigt. Ich denke hier z. B. an OSB-Platten.
Das erste Problem vor dem ich stehe ist der linke und rechte Balken. Sie sind beide in der Wand drin, so dass die Platten links und rechts keine Auflagefläche haben. Und auf die linke Seite soll eine handelsübliche Stahlbadewanne hin. Also jede Menge Gewicht zu tragen. Der Abstand zwischen den beiden Balken auf der linken Seite beträgt ca. 63cm. Die anderen Balken sind ca. 46cm auseinander. Meine Idee wäre es jetzt zu versuchen einen weiteren Balken dranzuschrauben, allerdings frage ich mich, ob das wirklich sicher befestigt werden kann, oder ob das eher Fusch wird.
Auf die OSB-Platten wollte ich dann meine Fermacell-Platten legen und dann fliesen. Wie dick sollte so eine OSB-Platte sein? Oder gibt es vielleicht etwas besseres?
Jetzt wird hier bestimmt eine Dampfsperre benötigt, da sich unten drunter ebenfalls ein Badezimmer mit Dusche befindet. Ich dachte daran unten im Badezimmer PE-Folie an die Decke zu befestigen und dann Rigips Platten darüber zu schrauben.
Wäre sehr für Hilfe und Tipps dankbar.

Gruß
Komet



Hallo,



OSB-Platten gelten als diffusionsdicht - ich würde aber noch mal überlegen, ob dieser Aufbau wirklich gut ist.

Ein diffusionsoffener Aufbau, bei dem Kondenswasser auch wieder weg kann, erscheint mir bei Holzbalkendecken deutlich besser. Also ganz ohne Folien. Darauf kann man dann eine neue Dielung legen, die geölt wird.

Die alten Dielen haben doch bestimmt auch auf den Wandbalken aufgelegen. Warum geht das jetzt nicht mehr?
Für eine Auflage kann man durchaus 40er Latten mit 100er Schrauben an den alten Balken befestigen, das hält auch die Wanne aus.

Grüße

Thomas W. Böhme



zur Antwort



Vielen Dank schon mal für die Antwort.
Der Balken schaut vielleicht ca. 0,5cm aus der Wand. Die Nägel wurden schräg reingeschlagen, hatten also kaum Auflagefläche. Ich werde also dann wohl auf jeden Fall die Latten dranschrauben.
Wieder Holzdielen wäre wohl mit Abstand am wenigsten Arbeit. Ich muss aber sagen, wie ich die alten Dielen rausgeholt hatte, sahen sie nicht mehr besonders gut aus. Haben schon etwas unter Feuchtigkeit gelitten. Und ich habe ein kleines Kind, die planschen ja schon gerne mal rum. Ist da nicht ein Holzfussboden unangebracht?
Was hat es für Nachteile, wenn ich Folie an das untere Bad mit Rigipsplatten dranschraube? Die Balken dürften doch dann eigentlich keine Feuchtigkeit abbekommen, oder?

Gruß
Michael



Hallo,



eine vollständige Dampfdichtheit ist im Altbau nur sehr schwer zu bekommen und noch schwerer zu halten. Das Kondenswasser, das also mehr oder weniger stark eindringen kann, aber nur schwer aus dem halbdichten Aufbau herauskommt, könnte für unliebsame Überraschungen sorgen und Balken zum Faulen bringen, die schon viele Jahrzehnte unbeschadet überdauert haben. Ich habe so etwas schon mit der Schaufel "demontiert".

Ich rate zu 28mm starker Eichendielung, geölt, mit Nut und Feder. Eiche arbeitet nur wenig und verrottet unter normalen Bedingungen (und dazu gehört ein Bad) nicht. Der Ölauftrag (gute Öle gibt es z.B. von Naturhaus, Natural) verhindert, daß das Holz flüssiges Wasser aufnehmen kann, ermöglicht aber die Abgabe von Wasserdampf. Ideal, oder?
Am besten ungeölte Dielen kaufen und nach dem Einbau (verdeckt geschraubt) Öl mit Einscheibenpoliermaschine einarbeiten. Das Öl dichtet dann auch die Fugen noch etwas ab. Ein solcher Eichenboden überdauert Generationen.

Freilich kostet Eiche etwas mehr, aber ein Bad ist ja nicht riesig. Wenn es Beschaffungsprobleme gibt, helfe ich gerne weiter.

Grüße

Thomas W. Böhme



Eiche im Bad



@Thomas W. Böhme
Gibt es eine Eichendielung auch Ohne Nut/Feder:-c
Denn Händler würd ich in Regress nehmen:-))))
Die gute Märkische Kiefer ist allemal auch für's Bad geeignet!!
Das eine Oberflächenbehandlung mit Oel die Fugen etwas abdichtet, halte ich für ein Gerücht:-O

Gruss
Micha



Dielen



Ich habe das mal mit meiner Frau besprochen und ich konnte sie jetzt soweit umstimmen, dass wir auf Fliesen verzichten und wieder Dielenboden reinlegen. Nur auf Eiche konnten wir uns nicht einigen, findet sie nicht schön. Könnten Sie vielleicht noch eine andere Holzart empfehlen? Sollte auf jeden Fall helles Holz sein.



Hallo,



@Micha (der, der die Scheunen baut und wohl gerade eine spöttische Phase durchmacht)

Dielen wurden in den vergangenen Jahrhunderten oft stumpf oder in anderer Art und Weise als mit Nut und Feder aneinander gelegt. Massive 28mm Eichendielen gibt es überwiegend nicht beim Holzhändler, meist fertigt die ein Tischler entsprechend den Maßen des Raumes an. Ich habe die Nut/Ferderverbindung erwähnt, um das Auge des Fragenden auf die recht dichte Verbindung der Dielen zu lenken. Das kannst Du jetzt sicher nachvollziehen.

Der märkischen Kiefer (so Du hier von der Gemeinen Kiefer sprichst) haftet ein Mangel an, der dazu führen könnte, daß man Dich in Regress nimmt, wenn Du sie im Bad eines Kunden einbaust: Die gemeine Kiefer neigt im Splint zum Befall mit Bläuepilzen. Im Bad, wo es doch etwas feuchter zugehen darf, könnte man dann möglicherweise das Wachstum der blauen Stellen sehr schön beobachten.
Wenn wir es dann noch mit Holz zu tun haben, das ohne Holzverstand irgendwann inmitten der Vegetationsperiode geerntet wurde (also die klassische Industriediele, die jeder Holzhändler anbietet), potenziert sich die Bläuegefahr. Aber dagegen gibt es ja Mittelchen...

Aus diesen Gründen halte ich die Gemeine Kiefer im Bad für fehl am Platz, da wäre selbst Fichte besser. Das heißt nicht, das es nicht eine Weile oder auch sehr lange gut gehen kann - es hängt von der Qualität des Holzes und vom Nutzungsverhalten ab. Aber es gibt andere Hölzer, wo die Bläuegefahr gar nicht besteht. Ein Mehrpreis fiele bei der kleineren Fläche eines Bades nicht wirklich in's Gewicht.

Wenn das Öl fachgerecht mit einer Einscheibenmaschine einmassiert wird, wird es auch in die Fugen einmassiert und reduziert deren Wasseraufnahmefähigkeit. Zum einen dringt es in die Poren ein und vernetzt sich mit dem Lignin des Holzes. Das führt dazu, daß die Poren kleiner werden und Wasser in flüssiger Form nicht mehr aufnehmen. Zum anderen füllt das überschüssige, nicht eindringende Öl Zwischenräume. Es liegt auf der Hand, daß diese beiden Vorgänge gegen flüssiges Wasser abdichten (natürlich nicht vollständig, ich schrieb "etwas"). Es geht also ohne Gerüchte, Fakten tun's auch.

@ Michael

Gute Wahl, die Sache mit den Dielen (Was könnte ich mit untenstehendem Motto auch anderes schreiben!)

Wenn Euch Eiche natur nicht gefällt (und geölt wird Sie noch dunkler), könnte man die Eiche auch mit einem weiß pigmentiertem Öl aufhellen. Vor allem die Poren werden heller, und auch die Fläche. Dieser Effekt wird häufig als "gekalkt" bezeichnet.

Wenn's denn gar keine Eiche sein soll, sehe ich im ersten Anlauf 3 Alternativen, die für das Bad geignet sind, also wenig arbeiten, nicht zur Bläue neigen und auch sonst bei Feuchtebelastung dauerhafter sind als der Durchschnitt:

-Douglasie: rötlicher Ton ähnlich Kirschbaum, arbeitet weniger als die ähnliche Lärche, festestes heimisches Nadelholz
-Schwarzkiefer: deutlich harzreicher und somit dauerhafter als gemeine Kiefer, häufig astreich und sehr dekorativ, schmalerer und hellerer Kern als Gemeine Kiefer, nur selten zu finden
-Esche: sehr edel, noch fester als Eiche, hell ähnlich Ahorn / Birke, aber mit charakteristischen Poren, je nach Sortierung mit oder ohne Olivkern (ich mag die letztere Variante mehr, helle Hölzer ohne Farbunterschiede wirken zuweilen etwas langweilig).

Auf keinen Fall ist Buche im Badbereich verwendbar.

Es sollten immer Massivdielen Anwendung finden, ein Dreischichtaufbau ist hier fehl am Platz.

Gerade im Bad sollte keinesfalls Lack auf's Holz, der würde die Abgabe von Wasser verhindern. Geölte Flächen (mit Ölen ohne Harzanteile) können Wasserdampf abgeben.

Grüße

Thomas W. Böhme



komisch :@



Zitat
"Massive 28mm Eichendielen gibt es überwiegend nicht beim Holzhändler, meist fertigt die ein Tischler entsprechend den Maßen des Raumes an"

Was hat der T.W.B. wohl für Händler?

Zitat
"um das Auge des Fragenden auf die recht dichte Verbindung der Dielen zu lenken"

Wobei die Betonung wohl auf "recht" liegen dürfte. Mir ist eine dauerhaft "dichtende" Wirkung einer Nut-Federverbindung bei Dielung nicht eingängig.
Ob ein Geschmier in den Fugen etwas bringt, wage ich zu bezweifeln.

Gruß Lukas



Schade, Lukas...



...ich hoffte, Du hättest inzwischen das nächste Level erreicht. Auf zukünftige, konstruktivere Beiträge von Dir freut sich ganz riesig

Thomas W. Böhme



Dielen



Hallo Herr Böhme,

vielen Dank für die Empfehlungen der verschiedenen Holzarten.
Jetzt habe ich mir mal den genauen Aufbau des aktuellen Fussboden angeschaut und frage mich denn, ob ich den am besten so lasse. Also wie wohl in den meisten alten Häusern habe ich als Decke verputzte Schilfrohrmatten.
An die Balken sind seitlich Holzlatten verschraubt, auf diese wurden lose Bretter verlegt. Auf diesen Brettern ist so eine Art Estrich gegossen worden. Mir wurde gesagt, dass es eventuell Bims = Bauschutt wäre. Erfüllt dies irgendeinen Sinn, abgesehen davon, dass es vielleicht etwas als Trittschallschutz wirkt? Teilweise habe ich das Zeug schon entfernt, da ich Rohre neu Verlegen musste. Zum größten Teil ist das Zeug aber noch drin. Am liebsten würde ich es auch drin lassen, um Arbeit zu sparen. Ist das empfehlenswert?

Gruß
Michael Paschke



Willste



lieber was esotherisches?
Das Gips bei mir nich.

Gruß aus der Kugel :-)

Lukas



Besser drinlassen...



das Ganze bringt über seine Masse etwas Schalldämmung. Außerdem hat der Aufbau ja bisher funktioniert. Soweit möglich, würde ich wieder auffüllen.

Gruß

Thomas W. Böhme



Hallo Herr Böhme,



das klingt gut. Ich denke fürs erste sind alle meine Fragen beantwortet. Für Ihre Mühe bedanke ich mich vielmals. Selten bekommt man so ausführliche und qualifizierte Auskunft.

Herzlich Dank.
Michael Paschke



Na bestens!



Falls Sie Sich für Schwarzkiefer entscheiden und nirgends finden können, wir haben ausgewählt schöne Schwarzkieferndielen, zum richtigen Zeitpunkt gefällt, und auch sonst fast alles zum Thema Vollholzboden.

Gutes Gelingen wünscht

Thomas W. Böhme



Homepage?



Haben Sie eine Homepage, auf der man sich was anschauen kann?
Wo haben Sie Ihren Sitz?



Meine Homepage ist noch im Aufbau



(die alte Ausrede!)

Morgen stelle ich hier ein paar Fotos ein. Mein Sitz ist in Dresden und Dorf Wehlen. Sie brauchen nur den Button "Profil" rechts unten anklicken.

Grüße

Thomas W. Böhme