Rauspund mit Dielen oder nur Dielen?

13.01.2011



Hallo zusammen,

ich hoffe Ihr könnt mir bei meiner Entscheidung helfen.

Ich möchte die Fußböden im Dachgeschoss erneuern. Die derzeitigen Dielen sind aus kurzen zusammengestückelt und sehen mit der DDR Lackierung nicht gut aus u gesund auch nicht. Die sind jetzt auch nur noch 23mm dick bei 700mm Balkenabstand.

Jetzt habe ich mir zwei Varianten rausgesucht und Ihr könntet mir helfen was ich machen soll.

1. Variante:

28mm Massivholzdielen 5m lang aus Kiefer kosten ca 19Eur



2. Variante

28mm Rauspund schwimmend Verlegen und da drauf 15mm Esche Ahorn oder Birke Dielen verschrauben Kosten ca 9Eur für Rauspund 25 – 40 Eur für die obere Lage

Was macht mehr Sinn?



Die 1. Variante ...



... wäre für mich die sinnvollere Lösung.

Das mit dem Edelholz kannst Du dann in 20 Jahren noch mal in Angriff nehmen, wenn Dir die Kiefer nicht mehr gefallen sollte.

--> ich selbst würde mich aber noch mal nach einer Lärche oder Eiche umschauen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de





Hallol,
bin bei leibe kein Fachmann, aber bei den Alternativen würde ich eher zu Massivholzdielen greifen. Die könnte man später immer noch belegen, falls man anderes Holz haben will.

Hängt aber sicherlich auch von der Qualität ab, ob Rauhspund oder Massivholzdiele. Im Baumarkt bekommt man sehr oft z. B. relativ Feuchte Rauhspundware, die teilweise verzogen sind und viele Flickstellen haben. Wenn dann noch die Paßgenauigkeit mangelhaft ist, vergeudet man viel Zeit mit Ausgleichsarbeiten und evtl. muß die Oberfläche noch abgeschliffen werden. Dann lieber eine trockene und sauber zu verlegene Massivholzdiele.

Ein anderes Problem ist vielleicht der Balkenabstand (oder Achsabstand?) von 70 cm. Wenn die alten Dielen rauskommen und durch neue ersetzt werden (in alten Fachwerkhäusern könnten die Dielen auch eine statische Funktion haben!) ist das auch bei 28 mm Dicke vielleicht ein wenig grenzwertig - aber dazu sollten Fachleute etwas mehr sagen können.

Grüsse
Gerry





Hallo, danke für die Antworten.

Der Balkenabstand wird beträgt jetzt mitte mitte 750mm es sind 200er Balken also freier Abstand 550mm an den Balken werden seitlich zum Ausgleich noch 30er Bretter angesteztz also nur noch 490mm freier Abstand. Ich denke das geht mit der 28 er Diele i.O.

Die Ware kommt nicht aus dem Baumarkt sondern direkt aus dem Sägewerk mit Trocknungskammer (Bekannter)

Klar wären Massivdielen aus Eiche auch nicht schlecht sind aber wieder wesentlich teurer....



Der Aufbau



richtet sich in erster Linie nach dem gewünschten Ergebnis.
Als erstes brauchts eine kraftschlüssig befestigte Ebene auf den Balken, um die statisch erforderliche Scheibenwirkung sicherzustellen. Das lässt sich mit Dielen gut erreichen.
Soll eine verbesserte Schalldämmung erreicht werden, muss dann ein Belag schwimmend verlegt werden. Das lässt sich mit Fertigparkett gut realisieren, da reicht Rauspund als Unterbau.
28mm sind bei diesem Balkenabstand mehr als ausreichend.
MfG
dasMaurer





Wegen der Scheibenwirkung noch eine Frage

an der Unterseite der Deckenbalken ist ebenfalls eine 24mm Schalung angebracht die dann von unten verputzt ist, reicht die Scheibenwirkug dieser Schicht nicht schon aus?



Es gibt auch Situationen...



... da braucht es die Scheibenwirkung gar nicht.

Grüße, Frank





Das ist natürlich möglich.

Aber ich wollte eben wissen, ob die von unten angebrachte Deckenschalung die Verputz wurde nicht auch die Scheibenwirkung der gesamten Decke sichert.



Nichtsdestotrotz



brauchts für einen schwimmenden Fussbodenaufbau einen tragfähigen und vollflächigen Unterbau.
MfG
dasMaurer





Hallo Herr Warnecke,

wissen sie denn ob eine von unten mit Dielen verkleidete Decke die Decke zur statischen Scheibe macht?

oder muss zwangsläufig auch auf der Oberseite eine zusammen hängend genagelte Dielung eingebracht werden

kann mir das irgend jemand sagen?!



Scheibenhonig!



Die Erfordernis der Statik können Sie nicht hier im Forum klären. Dazu brauchts einen ungepixelten Statiker vor Ort. Das ist eine einfache Aufgabe und wird nicht die Welt kosten.

Zum Rest: Eine massive Diele sollte nie schwimmend verlegt werden, Rauhspund kann weder schwimmend verlegt werden, noch ist er ohne zusätzliche Trocknung als Unterbau für Dielung/Parkett geeignet. Warum? Rauhspund zählt aus Bauholz, er geht somit noch mit 20% HF als "getrocknet" durch. Die Einbaufeuchte eines Holzbodens hingegen sollte bei 9% liegen.

Ich rate zur Variante 1. Eine 28er Dielung, fest mit der Balkenlage verbunden und geölt, ist ein solider und den Beanspruchungen eines Dachgeschosses gerechter Boden. Trittschall sollte im EFH vernachlässigbar sein. Sollte Ihnen die Kiefer später zu billig vorkommen, können Sie jederzeit eine dünnere Edelholzdielung darüberlegen.

Grüße

Thomas





Hallo Herr Böhme,

jajajajaja ich weiß Statiker vor Ort (obwohl ich mir nicht vorstellen kann, dass es so ein riesen Risiko ist jemanden hier im Forum zu sagen ob eine Balkendecke erst als Scheibe gilt wenn Schalung ober und unterhalb der Balkenlage aufgenagelt ist oder ob die vernagelung an der Unterseite ausreichend ist.)


Also sollte ich am besten die Kieferndiele nehmen und die später neu belegen?

Die schwimmende Verlegung wird aber an vielen Stellen angepriesen. Der Zimmermann hat wie oben schon geschrieben vorgeschlagen, zwei Dielen links und rechts senkrecht an die Balken zu nageln um die Höhe auszugleichen dann Trittschalldämmung (Kokos o Weichholzfaser) dann Latten 60x40 neben die senkrechten Dielen legen und die Dielen nur mit den Latten verschrauben. Vorrausgesetzt der Statiker sagt es ist ok



Kein Mensch...



...kann Ihnen hier sagen, ob Sie die Scheibe überhaupt brauchen. Ferner auch nicht, ob die Art der Ausführung Ihrer Deckenbekleidung zu Hoffnungen irgendwelcher Art ermutigt.

Und sonst: Details helfen immer weiter. Wenn Sie eine Platte ausbilden, wie zuletzt beschrieben, ist das eine schöne Aufgabe für den Zimmermann und ein recht fetter Aufwand, aber es geht (Statik vorausgesetzt). Weil die einzelnen Dielenbretter eben nicht "schwimmen", sondern durch die Latten zu einer Platte verbunden werden. Aber nochmal die Frage: Brauchen Sie den Trittschallschutz wirklich? Ich halte den Ausgleich von Brett zu Brett auf den Balken für deutlich einfacher. Wenn etwas Masse zwischen den Balken ist und Hohlräume vermieden werden, kommen Sie auf für das EFH ausreichende Schalldämmung.

Um es noch einmal explizit zu sagen: Sie sollten keine Dielung mit HF 9% auf einen Rauhspund mit HF 20% legen.

Grüße

Thomas



Schwimmende Platte



Nach dem Zimmermannvorschlag "schwimmt" dann die Platte.

Das muss dann nur konsequent auch betrieben werden. Z.B. dürfen die Lagerhölzer nicht im Gefach aufsetzen, bzw. muss dann auch ein Trittschall darunter sein. Und die Sockelleisten brauchen dann auch eine Abkoppelung.

Wie Thomas schon beschrieben hat, ist das ein ganzes Stück Mehrarbeit. Ob sich das im eigenen Haus lohnt?

Was sagt denn der Zimmermann zu der Scheibenfrage? - Das müsste er doch vor Ort beurteilen können.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de