Dielen auf Rauhspund / Belüftung im Haus von 1907 Erdgeschoss

28.10.2015 Ubackers



Hallo,

Wir sanieren gerade ein Haus von 1907. Im Erdgeschoss gibt es einen Dielenboden, der gerade erneuert wird.

Geplanter Aufbau

Eichendielen 22 mm
Rauhspund 28 mm
Tragbalken mit Dämmung aus Schaumglasgranulat zwischen den Balken
20 mm Rauhspund als Einschub für die Dämmung

Das Ganze steht auf ca. 50 cm hohen Mauerwerkspfeilern über dem Erdreich. Auf dem Einschub liegt ein Rieselschutz, diffusionsoffen.

Die Balken liegen ca. 90 cm auseinander, deswegen den Rauhspund mit 28 mm als Verstärkung. Ich habe von Balkenoberkante bis OKFF ca. 50 mm Luft.

Der Luftraum unter den Balken ist mäßig über Öffnungen in den Wänden belüftet.

Meine Frage: Kann ich die Eichendieln (evtl auch andere Dielen) mit der gleichen Verlegerichtung wie den Rauhspund verlegen? Und habe ich eine ausreichende Belüftung, wenn ich zwei Lagen Massivholz übereinander lege?



Fußbodenaufbau



Die Dämmung ist praktisch gesehen kaum wirksam, die Belüftung kann zu unterschiedlichen Ausgleichsfeuchten am Holz führen.



Dämmung



Hallo,

Danke für die Antwort.

Warum ist die Dämmung kaum wirksam? Es sind 10 cm Schaumglasgranulat 2-4 mm.



Dämmung



Bei einem Lambdawert von ca. 0,07 dämmt diese Schicht etwa genau so gut wie 5 cm üblicher Dämmstoff. Ich schätze das die Konstruktion, ruhende Luftschichten vorausgesetzt, etwa einen U- Wert von 0,5 hat. Damit wird der Mindestwert der EnEv nicht eingehalten.
Die Wirkung wird drastisch reduziert wenn die Dämmebene nicht LUFT- und WINDdicht verbaut wurde und damit von Luft durchströmt werden kann. Davon ist bei Vorhandensein von Lüftungsöffnungen nach außen auszugehen.



Dämmung



Hallo,

Okay, dass ist verständlich. Die Luft- und Winddichtigkeit wird aber, sicherlich nicht Dinkonform, durch die Rauhspundebene unterhalb und Oberhalb der Dämmebene hergestellt.

Mehr Sorgen macht mir die Feuchtigkeit. Der Feuchtigkeitsaustausch in der Konstruktion sollte funktionieren. Mit einer einfachen Holzdielung oberhalb der Balken hat dies die letzten 50 Jahre (die Dielen wurden wohl nur einmal in der Lebenszeit des Hauses ausgetauscht) funktioniert. Allerdings ohne Dämmung.



Luftdichtigkeit



Das mit der Luftdichtigkeit funktioniert bei Ihrem Aufbau in der Theorie, nicht in der Praxis. Wandanschlüsse,Balkenanschlüsse, Nähte, Schwindrisse... bei Druckunterschieden- und die können bei Wind erheblich werden- wird Luft durch die undichten Stellen gesaugt. Entweder kalte Luft nach innen, das kühlt nur aus sorgt aber für Luftwechsel; oder warme Luft gelangt nach unten, das bedeutet Kondensatausfall und Auskühlung.
Bei stehender Luftschicht erhöht sich deren Luftfeuchte da nach unten hin zum Boden keine Dampfsperre existiert. Der Feuchtegehalt steigt, die unteren Teile der Holzkonstruktion nehmen eine höhere Luftfeuche als die oben liegenden an. Das kann Schimmel- oder Pilzbefall und Verwerfungen nach sich ziehen.
Dann liegt Ihre genannte Winddichtungsebene OBERHALB der Dämmlage. Damit erfolgt ein konvektiver Wärmeabfluss in der Dämmung.

Also:
Winddichter! diffusionsoffener Abschluß NACH UNTEN zum belüfteten Raum hin, Unterspannbahn)
Dämmung zwischen die Balken bis Unterkante Rauhspund, also OHNE Luftschicht. Als Dämmung Mineralfaserdämmkeile statt Granulat.
Statt der Rauhspundlage OSB.

Oder:
Lüftungsöffnungen schließen (das muß dann im Lüftungskonzept berücksichtigt werden!),
unten Dampfbremse einbauen,
Holzfaserdämmung auf Einschub bis Unterkante Rauhspund,
Dielung.
Dieser Aufbau funktioniert nur langfristig bei angepasstem Heizungs- und Lüftungskonzept. Es muß übers Jahr mehr Feuchte aus dem Aufbau verdunsten können wie hineingelangt.

Teure aber sichere Alternative:
Alles raus, den Hohlraum mit Schaumglasschotter oder (billigerem)Kies auffüllen,
Trennlage,
Sauberkeitsschicht 5-8 cm Beton,
Abdichtung,
Holzfaserdämmplatten,
in der oberen Lage eingebettete Traglattung,
Dielen.
Die Dielung liegt auf der Dämmung auf, die Lattung fixiert nur.