aufwändiges Glastor / Tageslichteinleitung

07.01.2013 Koarl



Guten Tag!

Wir planen die Sanierung unseres Fachwerkhauses. Die Strukturen wollen wir weitestgehend erhalten, wollen in diesem Zuge die Nutzung der Räume aber verändern. Aufgrund der Hausbreite von 12,5m und dem Aufbau des Hauses ist es eine Herausforderung, Tageslicht in die Mitte des Hauses zu bringen.

Bevor Sie sich die lange Beschreibung unseres Falles durchlesen, möchte ich zuerst einmal unsere Fragen stellen, damit Sie beim Lesen schon einmal wissen, worauf wir hinauswollen:

a. Kennt von Ihnen jemand einen solchen schon realisierten Toraufbau? Wir sind auf der Suche nach Vorlagen für unsere Lösung.
b. Kennt jemand einen Handwerksbetrieb, der Erfahrung mit solchen Aufbauten hat und so etwas realisieren könnte?
c. Falls Sie der Meinung sind, dass eine solche Lösung nicht praktisch umsetzbar ist oder einfach unbezahlbar, wären wir auch über weitere Ideen dankbar, Tageslicht in das Hausinnere zu leiten (Dachöffnung im Süden aufgrund Denkmalschutz nicht möglich. Auf der Nordseite aufgrund begrenztem Einblick von außen vielleicht möglich, würde aber nur den Raum im 1.OG beleuchten, wenn wir dort die Decke zusätzlich öffnen. Spiegel oder Glasfaser als weitere Option zur Tageslichtumleitung hören sich auch sehr aufwändig an.).

Zur Orientierung habe ich eine Skizze des Erdgeschosses angefügt. Die mittig liegende Essdiele wird nur begrenzt Sonnenlicht über die beiden Durchbrüche zur Küche und die drei Küchenfenster (Südseite) bekommen. Da der Raum dadurch nicht ausgeleuchtet werden wird, ist eine Idee, zusätzliches Licht über ein Glastor der daneben liegenden Sommerdiele in die Essdiele zu bekommen.

Weitere Informationen zum Verständnis:

- Die Wand zwischen Essdiele und Sommerdiele trennt den beheizten Raum (Essdiele) und den unbeheizten Raum (Sommerdiele), sie soll mit Fensterelementen als Lichtdurchlass versehen werden.

- Das Haus steht unter Denkmalschutz, dieser bezieht sich auf die Außenansicht und einen Flur (der aber nicht in diesem Bereich liegt). Aus diesem Grunde müsste sich die Ausführung des Glastores an einem Brettertor orientieren (z.B. abwechselnd schmale senkrechte Holz- und Glaselemente). Da ursprünglich das Tor nach innen zu öffnen war, würde ein neues Glastor wahrscheinlich dann auch so eingebaut werden.

- Im 1. OG sind die Räume genauso angeordnet, allerdings sind die Wände dort so ausgeführt, dass kein Tageslicht über die Räume an der Außenwand einfallen kann. Auch hier soll Tageslicht über die Sommerdiele einfallen (die Sommerdiele ist entsprechend hoch).

- Das Tor ist ca. 4m hoch.

- Die Breite der Küche beträgt 3,5m.

- Die Höhe der Essdiele unter den Deckenbalken im EG beträgt ca. 2,2m; im 1.OG ca. 1,80m, unter Umständen wird die Decke im 1.OG auch noch angehoben.

Da ich nur ein Foto anhängen kann, schreibe ich gleich weiter mit einem Foto der Außenansicht.



weitere Infos dazu



Die vorher angefügt Skizze zeigt den Bereich hinter der Wand rechts vom überaus hübschen Eingangsbereich bis zum großen Holztor (in das Fach zwischen den beiden Fenstern kommt dann noch ein drittes Fenster, das sind die zur Küche).

Auch wenn ein Glastor realisiert wird, würden wir gern die alten Funktionen erhalten und

- das Tor noch komplett öffnen können

- das Tor mit einer Schlupftür wie auf dem Bild versehen.

Uns ist bewusst, dass das Tor damit sehr schwer werden würde (Aufhängung des Tores wird dann wohl sehr anspruchsvoll) und auch die Abdichtung nach außen schwierig zu gestalten ist (die Sommerdiele soll zwar nicht beheizt werden, allerdings soll auch nicht der Wind hindurchfegen, gegebenenfalls wäre sogar denkbar, die Sommerdiele später noch in den gedämmten Bereich zu integrieren (das müsste natürlich vorab bei der Gestaltung des Tores berücksichtigt werden).

Für Ihre Anregungen bedanken wir uns im Voraus!



schau



dir mal das Bild an und die benachbarten Bilder (es sind viele!), da findest Du sicher eine Anregung, wie man es machen könnte oder nicht machen sollte: http://www.panoramio.com/photo_explorer?source=wapi_group_photos#view=photo&position=512&with_photo_id=70818158&order=date_desc&group=28221

Ich würde aber oben ein Oberlicht als Festverglasung und unten nur eine große Tür mit Seitenteil einbauen - dieses vielleicht für den Notfall demontierbar. Vor allem sollte auf Symetrie geachtet werden.
Gibt es denn dazu keine Auflagen vom DA ?



Glastor...



... mit rund 3,5m x 4,0m Flügeln (zweiteilig) wird wohl sehr aufwendig, sprich teuer werden.

Als Alternative bietet sich ein festverglastes Element an, im unteren Bereich mit einer zweiflügeligen Tür z.B. 1,80 x 2,20, im oberen Bereich mit zusätzlicher Lüftungsmöglichkeit.

Anfragen an Fensterbauer in der Umgebung... ich schätze mal, das wird fünfstellig...

Der primär erhoffte Nutzen, Lichtgewinn für die Essdiele, wird sich aber in Grenzen halten. Auch sollte die mögliche Umnutzung in Wohnraum von vorneherein bedacht werden, da dies den Bodenaufbau und damit die Gestaltung des Fensterelements beeinflusst.

Es ist schon verwunderlich, dass der DS das dritte Fenster im EG/Küche abnickt.

Idee: Lässt sich der HWR in den Raum nördlich der "Sommerdiele" Verlegen und der alte HWR zur Essdiele integrieren?

MfG,
sh



Also...



...ein komplett zu öffnendes Tor aus Glas in dieser Größe wäre zwar bestimmt irgendwie zu realisieren, aber das würde unverhältnismäßig teuer, und mir ist auch nicht klar, warum ihr das überhaupt unbedingt öffnen wollt. Wenn ihr das als Wohnraum/Wintergarten nutzen wollt müssten da wohl eher keine Trecker, Mähdrescher oder anderes großes Gerät durch.

Ein Deelentor zu verglasen wird ja durchaus öfter gemacht. In der Regel nutzt man dafür eine zu den Fenstern passende Sprossentür mit Oberlicht. Also sowas wie hier:
http://www.hghunkenschroeder.de/Produkte/Turen/Haustueren/Haustur11.jpg

Zweite Möglichkeit ist eine Erhaltung der Holztüren und dahinter eine großflächige (moderne) Verglasung. Das setzt aber natürlich voraus, dass die Holztüren nach außen aufgehen.

Ein Tor aus abwechselnd Glas- und Holzstreifen wäre zwar theoretisch auch machbar, aber das ist auch nicht "richtiger" als eine Sprossentür, und wäre vermutlich deutlich teurer und vor allem wesentlich dunkler.

Aber egal wie die Ausführung aussähe, so wahnsinnig viel Licht werde ihr so nicht bis zur Essdiele kriegen.

Wirklich lichtdurchflutet wird das Haus nie sein können. Jenachdem, was sich über der Essdiele befindet, könnte man mit Lichtschächten oder Glasfaser arbeiten.

Am meisten bringen würde es wohl die Sommerdiele mehr oder weniger komplett zu verglasen, und ebenso die Wand zwischen Essdiele/Küche und Sommerdiele, aber da dürfte der Denkmalschutz nicht mitspielen. Und billig wäre das auch nicht.

Habt ihr euch schon einmal überlegt, die Wand zwischen Küche und Essdiele rauszunehmen (zumindest die Gefache)? Zugang nach hinten raus über den jetzigen Hauswirtschaftraum ist nicht möglich? Was sagt denn eigentlich euer Architekt? Unbd habt ihr schon mit dem DS gesprochen, oder vermutet ihr nur, dass sie nein sagen werden?

Gruß,
Tina



so siehts bei uns aus:



leicht öffnen kann man nur zwei der drei Türflügel, das Oberlicht ist fest.
Der Preis lag bei etwa 10.000€.
Wir haben angrenzend an die Diele eine durchbrochene FW Wand zum Nebenzimmer, der Gewinn an Licht dort ist beträchtlich, das Tor geht nach Westen.

http://community.fachwerk.de/upload/orginal/urteilenTorbogenSchokoladenseite-Ursprungszustand-upload-I8258_20127272729.jpg

Ein außenschlagendes Holztor mit innenliegendem Glaselement hatten wir auch überlegt, der DS hat's verboten:

"im Niedersächsischen Hallenhaus gehen die Tore nach innen auf!"

Solange keine Konstruktiven Elemente verlorengehen, spricht m.E. auch aus DS-Gründen nichts dagegen, die Fächer zwischen den beiden Dielen zu verglasen, dann dürfte die Belichtung der Essdiele schon ganz vernünftig sein.

Verwerfen würde ich persönlich die Lösung mit zwei großen Flügeln.
Das Gewicht dieser Flügel dürfte erheblich sein und würde möglicherweise eine recht massive Rahmenkonstruktion erfordern. Ob die beiden Stiele das anstandslos auf Dauer tragen und die Konstruktion dicht bleibt, würde ich bezweifeln.
Als wir über das Tor entscheiden mussten, bin ich viel in der Gegend umhergefahren und habe mir alte Tore angesehen.
Klassisch ist in der Tat ein Unterteil mit 2 oder meist 3 Türen. Darüber liegt ein entnehmbarer Kämpfer, darüber wiederum eine zweiflügelige Konstruktion. Normalerweise wurden nur ein oder zwei der unteren Flügel geöffnet, wenn tatsächlich ein beladener Waren eingefahren ist, hat man oben eben auch geöffnet.

ich könnte mir fast vorstellen, dass das große Tor bei Ihnen gar nicht original ist, sondern erst später als Ersatz vor den alten Torbogen gesetzt wurde.

Gruß
G



Rollkonstruktion?



Mich wundert ehrlichgesagt immer wieder, wie der sonst oft so pingelige Denkmalschutz die neumodischen vollverglasten Scheunentore durchwinkt, aber sei's drum...

Kürzlich sah ich in einem der bekannteren Fachwerkrenovierungsbeispielbücher eine Verglasungslösung für ein Scheunentor, wo eine fette schwere Glasscheibe in einer Stahlkonstruktion auf Rollen zur Seite weg glitt. Das eigentliche Scheunentor blieb aus Denkmalschutzgründen unangetastet.

Ob so eine Idee für diesen Fall taugt, weiß ich nicht, aber auf diese Weise hätte man zumindest das Gewichtsproblem gelöst, solange das Schiebetor unten gelagert ist und nicht oben eingehängt, wie man es auch oft bei Scheunentoren findet.





Hallo,
noch eine andere Idee:
die Sommerdiele doch mit heizen - evtl. mit einem Grundofen und Ofenbank?
Und die drei Räume Sommerdiele, Essdiele und Küche offenlassen - evtl. das tragende Fachwerk freilegen.

Das Tor:
den Balken an der Erdgeschoß zur Obergeschoßdecke verlaufen im Bereich des Tores weiter führen. (waagerechte Teilung)(gelb).
Den unteren Teil mit Tür und verglasen: links und rechts neben dem Tor sieht es aus, als wäre das Fachwerk senkrecht im Verlauf geschnitten (rot) - diese Gefache in der Breite ergänzen, so dass sie in etwa zu den vorhandenen passen und verglasen. Mittig dann das Tor.
Im oberen Teil das Fachwerk komplett weiter führen - verglast. - aber evtl. eine Galerie einziehen. So lässt sich das ganze Glas auch putzen ohne gleich jedeesmal Gerüstbauer zu werden... und man hat für die Lesestunde einen Platz an der Sonne.

VG



Hoftor verglasen



moin Koarl ,
wenn die Denkmalamtlichen mitspielen könnte eine Möglichkeit
ein 2flügeliges Holz-Hoftor sein , dessen Flügel sich jeweils nochmal klappen lassen - dahinter , also ca. 1m-1,5m nach innen versetzt ein großflächig verglastes Holztor mit (geteiltem festen )Oberlicht u. zB. Doppeltür m. Seitenteilen rechts u. links .
Ggfls lät sich bei Eurer Situation auch noch eine Belichtung in die Wand zw. Küche u. Deele finden ?!
lichte Grüße
Jürgen Kube
FensterEcke Brüggemann + Kube ZiMMEREi
www.fensterecke.de



Vielen Dank für die Antworten!



Vielen Dank für die verschiedenen Antworten – auch wenn ich meine Antwort jetzt erst etwas später schreiben kann als eigentlich geplant!

Die Schwierigkeit, ein so großes vollständig zu öffnendes Tor zu realisieren, ist mir durchaus bewusst. Ich muss da natürlich nicht unbedingt mit dem Trecker rein, aber ich würde mich jedes Mal darüber freuen, wenn ich das Tor sähe und wüßte, dass das weit geöffnet werden kann (eben so, wie ich es seit meiner Kindheit kenne) und es auch ab und an einfach mal öffne.
Euren Antworten entnehme ich, dass ich mich von diesem Wunsch verabschieden sollte und doch einen großen Teil des Tores fest gestalten sollte. Ich habe das fast geahnt, allerdings auch gehofft, dass irgendwer vielleicht doch eine umsetzbare "große Lösung" kennen würde. Eine rollende Konstruktion erscheint vor Ort schlecht realisierbar.

Die Essdiele stärker in die Räume mit Fenster wie Küche oder HWR zu integrieren, hatten wir anfangs auch überlegt. Allerdings hat uns unser Architekt mit dem Spruch, „das wäre dann groß, aber nicht großzügig“ doch recht schnell davon überzeugt, dass die Räume dann einiges von ihrem Charme verlieren würden. Außerdem ist die Essdiele jetzt schon sehr groß und die angedachte Nutzung der Räume auf das Haus insgesamt abgestimmt. Das ist auch der Grund, warum wir die Sommerdiele nicht mit in den beheizten Wohnbereich aufnehmen wollen. Andere schöne Wohnbereiche würden viel weniger genutzt, die ganze zur Verfügung stehende Fläche wäre einfach zu umfangreich.

Dann wird sich meine Frau wohl doch durchsetzen mit Ihrer Vorstellung, dass nur ein Teilbereich des Tores zu öffnen sein wird … *lach*

Wir wünschen allen ein schönes Jahr 2013!
Koarl