Kellerboden: Dämmung und Dampfsperre "falschrum"

23.08.2013



Der Keller unseres Hauses aus dem Jahr 1897 soll zu Wohnzwecken genutzt werden. Der Boden war nicht nass aber immer leicht feucht - wir vermuteten Kapillarleitung.
Der alte Bodenaufbau war 1cm Estrich, darunter 1 Lage Ziegel und darunter Mergel bzw. Lehmsand.
Was bisher geschah: Wir haben den Kellerboden abgerissen und ca. 30cm bis zur Fundamentunterkante ausgeschachtet. Dann wurde händisch verdichtet und eine 10cm Betonplatte mit Armierung gegossen um die Stabilität wiederherzustellen.
Dem Beton wurde ein WU-Zusatz (Asolin DMK) beigegeben, der die Wasserdurchlässigkeit reduziert. Unter der Betonplatte liegt keine Folie.
Bevor die entstandenen freien 15-20cm für Dämmung und neuen Estrich genutzt werden soll der Boden und der Fundamentbereich gegen aufsteigende Feuchtigkeit isoliert werden. Es gibt nur Kapillarleitung und kein drückendes Wasser...
*** Frage: wie macht man's richtig? ***
- Bisher ging ich davon aus, dass eine starre Dichtschlämme auf dem Beton und dem Fundamentsockel sowie darüber eine 200u PEFolie völlig ausreichen. Ist das ok oder muss eine innenliegende schwarze Wanne gebaut werden?
- Starre oder sicherheitshalber doch flexible Dichtschlämme?
- Wie ist es in dem Bereich, in dem ein Bad entstehen soll und in dem nach oben alles dampfundurchlässig sein wird?

Vieln Dank im voraus



Dichtung



Lars



Ich hab unter dem Beton eine Folie eingebaut, dann bewehrten Beton, dann Schwarzanstrich, dann Folie und dann FuBo Heizung. Wenn ich es heute ohne Zeitdruck nachen würde, hätte ich die komplette Isolierung mit Unter-Beton, Flämmbahn und dann Betonboden umgedreht.
Bitumen(anstrich) verträgt sich nicht mit Styropor, deshalb eine weitere Folie über dem Anstrich.


Ich würde an Deiner Stelle einen Schwarzanstrich machen und dann eine Schweißbahn verlegen. Dicht ist DICHT



Andreas



Kellerfußboden



Da hätte man eine Menge anders machen können bzw. müssen.
Die Fundamente bis Unterkante Freilegen ist grob fahrlässig, das kann zu schweren Schäden am Haus bis zu Einstürzen führen.
Nach Ausbau des Flachschichtpflasters hätte man auch so vorgehen können:
Variante A
2-4 cm Sauberkeitsschicht aus unbewehrtem Beton, Abdichtung, 60 -80 mm Dämmung, ca. 40 mm Estrich, Belag
Variante B
2-4 cm Sauberkeitsschicht, Abdichtung, 60 bzw. 80 mm Steicofloor, Dielung
Variante C
Feinsandausgleich ca. 2 cm, 60 - 80 mm Foamglasboards, Abdichtung, 25 mm Trockenestrich, Belag.

Wohnraum in einen Keller zu bauen, dazu gehört noch eine Menge mehr. Das war nur ein kleiner Teilaspekt bei dem Sie schon im Anfang Fehler gemacht haben. Nehmen Sie sich einen Fachplaner sonst geht es mit Ihren nächsten Schritten so weiter. Alles kann man nicht schnell mal in einem Forum erfragen.

Viele Grüße



Fußboden



Um Ihre eigentliche Frage zu beantworten:
Nehmen Sie sich einen Estrichbauer und beauftragen Sie ihn mit dem Einbau des Gesamtpaketes, also Abdichtung, Dämmung, Schrenzlage, Estrich. So gibt es keinen Ärger falls es zu Gewährleistungsproblemen kommt.
Ein paar Worte zum Bauablauf:
Falls Installationsleitungen verlegt werden dann vor dem Estrichbauer.
Vorher sollte auch der Innenputz bzw. die Innendämmung eingebaut werden. Voraussetzung dafür sind trockene Wände bzw. dichte Wandoberflächen.





Danke für die Hinweise. Die bisherigen Arbeiten wurden durch Fachfirmen und mit Beratung eines Architekten ausgeführt. KG-Rohre sind erneuert und drin, größere Fenster, Sanierputz an den Außenwänden etc.
Mir liegen nun sehr unterschiedliche Angebote für die Restarbeiten mit den beschriebenen, sehr unterschiedlichen Methoden vor.
Der Architekt sagt, "geht alles, kostet nur unterschiedlich".
Die Firma, die eine schwarze Wanne anbietet sagt natürlich "ohne geht's nicht", die mit nur PE-Folie "spielt keine Rolle".

Deshalb wollte ich eine weitere Meinung einholen. Natürlich bin ich nicht scharf darauf, eine Dichtschlämme zu bezahlen, die womöglich abplatzt oder eine teure schwarze Wanne auf der Innenseite, die mir langfristig die Bude vollstinkt...
Und Gewährleistung kann auch nur jemand übernehmen, der in 5 Jahren auch noch liquide ist, was bei Firmen, die fehlerhaft arbeiten eher unwahrscheinlich ist...
Kurz: Ich will einfach, dass es richtig gemacht wird und dass wir dauerhaft Ruhe haben.

*** Fragen ***
- bleibt das PE (200u) als Dampfbremse dauerhaft flexibel oder wird es spröde und bricht?
- Dichtschlämme: Platzt starre Dichtschlämme auch ohne drückendes Wasser wirklich ab? Geht das PE von den Bröseln womöglich kaputt? Ist flexible Dichtschlämme da besser?
- muss in den nach oben vollständig dampdichten Bereichen (4qm Bad) von unten eine echte Dampfsperre (z.B. bituminös) eingebaut werden oder diffundiert das an den Wänden aus?

Vielen Dank für jede Anregung



Abdichtung



Kann mineralische Dichtschlämme bröseln?
Kann flexible dichtschlämme reißen?
Kann sich KMB ablösen?
Kann Schweißbahn perforiert werden?
Kann kaltsebstklebende Abdichtungsbahn explodieren?
Ja, kann.
Theoretisch.
Wenn man eklatante Fehler beim Einbau macht.
Alles kann kaputtgehen oder nicht funktionieren wenn man sich Mühe gibt.



@Böttcher



Über den letzten Kommentar: Er wäre hilfreich, wenn jeweils ein wahrscheinlich oder wenig wahrscheinlich dahinter stünde.

Vielleicht können Sie ja einen Experten vor Ort empfehlen - oder wollen Sie den Auftrag selbst übernehmen? Oder was bezwecken Sie mit Ihrem gar nicht hilfreichen Kommentar?



Könnte, würde, hätte



Lars


Was unser Kollege Geord damit sagen will:


Egal was man macht, macht man`s falsch oder schlampig, passiert etwas. Alles kann passieren, wenn gepfuscht wird, selbst wenn es Fachfirmen machen.
Wenn die von Dir beschriebenen Arbeiten von Fachfirmen ausgeführt wurde, sind sie nicht fachgerecht geplant worden.
Sich jetzt noch Gedanken zu machen, ob Dichtschlämme vieleicht reißt oder Folie spröde wird, macht Deine vorangegangenen Fehler nicht weg.

Bring Bitumenanstrich auf, dann Schweißbahn und dann den korrekten Bodenaufbau... je mehr Du nachdenkst umso unwohler wird Dir....


Andreas