Vergleich Bodendämmsysteme

16.11.2008



Hallo,
jetzt habe ich mich für den weiteren Bodenaufbau entschieden und es bleibt nur noch die Frage nach dem "richtigen" Produkt.

Auf Rauhspund-Boden soll eine 4cm-Dämmung (Schallaspekt, keine Wärmefrage), um darauf Dielen zu Schrauben (oder mit Federn zu klemmen?).

Für's Schrauben kommen folgende Systeme in Frage:
- Homatherm SilentTop
- Gutex Thermosafe-nf
- Pavatex Pavatherma Floor-NK

So richtig entscheiden kann ich mich allerdings nicht. Kann mir jemand seine Erfahrung mit dem einen oder anderen Produkt nennen? Etwas skeptisch bin ich bei Homatherm, weil die Schraublatten in keine Nut gelegt werden, sondern dafür andere Dämmsteifen genommen werden als der eigentliche Dämmstoff, der dann nur dündig anliegen soll.

Vorab 1000 Dank und viele Grüße aus dem Äppelwoi-Gebiet



Bitte...



...zunächst die Klammern vergessen, da gibt es bei Massivholz zu viele Probleme.

Homatherm kenne ich nicht näher, Gutex und Pavatex dürften vergleichbar sein. Mir sind die Platten mit einer Rohdichte von 0,16 zu wenig trittfest bei der Verlegung. Deshalb ziehe ich Platten von DOSER vor, Rohdichte 0,25.

Grüße

Thomas



Habe mir selbst schon gedacht,



dass Verschrauben besser ist.

Die Doserplatten bringen aber einen cm mehr auf, oder? Eigentlich habe ich nur 4cm, Doser hat meiner Kenntnis nach 5cm...



Richtig!



Doser DHD 50 N sind 50 mm stark.

Un wie schaut es denn dann mit der "DHD 40 Soft" aus?

Helfende Grüße

Udo



Nix Soft, zu wenig Rohdichte.



Wenn die 50mm nicht da sind, können auch 2 dünnere Platten kombiniert werden, z.B. 25 und 18 oder 12mm.

Grüße

Thomas



nachgehakt für Doser-Produkte



Hallo,
erst einmal danke für die Antworten.

Zu den Doser-Produkten habe ich noch ein paar Fragen:
a) wie tief ist die Falz für DHD40 und DHD50 bzw. welche Maße hat die Montageleiste. Das konnte ich nirgendwo etwas finden.
b) Die DHD40 hat eine geringere Rohdichte als die DHD50, sogar geringer als die Pavafloor-nk. Dann käme doch eher Pavafloor in Frage, wenn ich nur 40mm Aufbauhöhe habe...
c) @Thomas: den Aufbau aus mehreren dünnen Platten würde ich wie folgt verstehen: beispielsweise bei zwei Schichten eine dünne Schicht quer verlegen, die nächste Schicht längs und auf Stoß in die obere Schicht die Montagehölzer legen (sofern ich deren Höhe irgendwo erfahre). Stimmt das so?

Viele motivierte Grüße,
Peter



Leistenstärke



24 x 74mm!
Thomas seine Verlegevariante wäre in etwa so:
Hölzer mit Entkopplungstreifen (Kokosfaser) direkt auf Boden und dazwischen die Dämmebenen verlegen.

Grüße Udo



Bei der Nut- und Feder-Verbindung ...



von GUTEX gefällt mir die Profilierung. Wir haben seit Jahren sehr gute Erfahrungen mit diesem System.

Grüße

Frank



Die Qualität



des Trittschallschutzes ist aber abhängig von der dynamischen Steifigkeit der Platten. Pauschal: Je geringer die Rohdichte, je geringer die Steifigkeit, je besser der Trittschallschutz. Also wäre meine Wahl die Pavatex und nicht die Doser Platte, solange keine außergewöhnlichen Lasten anstehen.





Wenn die Rohdichte gering sein soll, dann käme ja Homatherm SilentTop in Frage (zu dem hier leider bisher niemand etwas sagen konnte). Da ist die Rohdichte nämlich nur 70, wie ich mit unten stehenden Links herausgefunden habe.

http://www.homatherm.com/fileadmin/media/downloads/systeme/silenttop/konstruktionsdatenblatt_silenttop_a4.pdf
http://www.homatherm.com/fileadmin/media/downloads/produkte/flexcl/tm_flexcl_de.pdf

Mache ich einen Denkfehler, wenn ich jetzt nach möglichst geringer Rohdichte gehe?
Grüße,
Peter



Alles hat ein Ende,



auch bei der Rohdichte. Gutex gibt die 40er Platten meines Wissens nicht für den doppelten (80mm) Aufbau frei, und Homatherm will's mit 0,07g/cm³ Dichte bringen? Dann vielleicht gleich Mineralwolle, weil billiger :-( Hier wird sehr wenig Holz für sehr gutes Geld verkauft. Gnade Gott, Sie wollen ein Aquarium oder ein Bücherregal in eine Ecke stellen! Die Konstruktion ruht nur auf den Lagerhölzern, die Fläche selbst ist nicht belastbar und bei der Verlegung auch nur eher sehr eingeschränkt begehbar. Da die Fläche kaum stützt, werden stärkere Dielen sinnvoll sein. Die kurzen Schnipseldielen, die viele Hirnstöße zwischen den Lagerhölzern bei max. 20mm Stärke haben, würde ich auf solch weichem Unterbau gar nicht verlegen.

Der Doser-Aufbau funktioniert entweder wie von Udo beschrieben mit Leisten 24x74 im Stufenfalz, oder aber, was ich vorziehe, gar keine Stufenfalzplatten, sondern 50er Platten ohne Stufenfalz mit Kanthölzern 48x48 dazwischen (preiswerter und weniger federnd). Wenn mehrere dünnere Platten Verwendung finden, dann in der Länge überlappend verlegen, mit einer Lagerholzhöhe dazwischen, die der Gesamthöhe abzüglich 2mm entspricht.

Sicher wird der Trittschall etwas weniger, wenn die Platte leichter wird. Gleichzeitig wird aber der Aufbau schwächer.

Im Zweifelsfall ziehe ich den stabileren Boden vor. Im EFH ist die Trittschalldiskussion sowieso zu hinterfragen.

Schallende Grüße

Thomas



Nicht direkt vergleichbar



Ich kannte das System von Homatherm nicht, sehe aber einen grundsätzlichen Unterschied zu den Dämmsystemen von Pavatex, Gutex oder Doser. Diese drei Systeme funktionieren, indem die Lasten über die Weichfaserplatte in die Decke eingeleitet werden und diese Leisten haben keinen Kontakt zur tragenden Ebene. Das heißt der schwierigste Bereich der zu reduzierenden Schallübertragung, nämlich über die Lagerhölzer, ist nicht vorhanden. Das System von Homatherm ist eher mit durch Kokosstreifen unterlegte Lagerhölzer zu vergleichen. In den Feldern wird lediglich eine Dämmung verlegt, hier werden keine Lasten übertragen.
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Ich gebe Thomas Böhme recht, wenn er sagt, dass der Schallschutz im Einfamilienhaus Bereich hinterfragt werden sollte. Hier kann und sollte jeder versuchen soviel an Schallschutz vorzunehmen, wie er selber benötigt und da kann man natürlich abwägen zwischen einem geringfügig höheren Schallschutz oder einer etwas höheren Belastbarkeit. Es macht aber auch nicht viel Sinn, die Belastbarkeit des Bodenbelags höher anzusetzen, wie die Belastung der tragenden Konstruktion darunter und die ist bei einer Balkenlage mit 200 kg/m² anzusetzen (übrigens 50 kg mehr wie bei einer Betondecke, um die etwas schlechtere Lastverteilung auszugleichen). Aquarien und Wasserbetten muß man immer gesondert betrachten.



Klar ist Schallschutz für...



Klar ist Schallschutz für jedermann/-frau anders und im EFH zweitrangig. Bei uns ist aber im Stockwerk darunter schon das Fallen eines Bleistiftes zu hören, von Schritten ganz zu schweigen. Mit einer Trittschallschutzmaßnahme können wir uns also nur verbessern!

Vielen Dank für die vielen Antworten. Für mich Laien scheinen sich Gutex und Pavatex nichts zu geben. Ich schau also auf den Preis und die Lieferzeit und entscheide dann...

Die wohl letzte Frage zu dem Thema: Wie dick sollte ich den Rauhspund-Boden darunter wählen? 19mm oder 23mm? Da gibt's doch bestimmt eine Berechnungsgrundlage und/oder Erfahrungswerte?! Es handelt sich um eine Fläche von 20 qm, Balkenabstände liegen zwischen 50cm und 55 cm.

mit hoffentlich bald nicht-schallenden Grüßen,
Peter



Einen feinen Unterschied gibt es doch...



und das ist die Verlegeleiste aus Holz. Bei Pavatex ist das Teil 5,0 cm breit - bei Gutex 7,4 cm.

Grüße

Frank



Brettstärke Rauhspund



bei 55 cm Balkenabstand (Achse-Achse) min 21 mm.