Dämmung zwischen 2 Fachwerk-Reihenhäusern

30.01.2006



Hallo!
Da wir gerade ein Fachwerk.Reihenhaus umbauen, möchten wir natürlich auch die Aussenwände (Lehmfächer) zu den angrenzenden Nachbarhäusern (ebenfalls Fachwerk) dämmen. Zwischen den Häusern ist ein ca 10cm großer, grosszügig belüfteter Spalt. Meine Idee war es nun, diesen Spalt winddicht zu bekommen und evtl. mit Blähton o. ä. zu füllen. Das hätte den Vorteil, dass ich mir die komplette Innendämmung an den jeweiligen Aussenwänden sparen würde und dann von Innen sogar die Ständer sichtbar lassen könnte. Vielleicht gibt es ja einen Mitttelweg zwischen Belüftung (die evtl. nötig ist?) und Vermeidung von Durchzug zwischen den Häusern. Hat jemand von euch Erfahrung damit? Oder Anregungen?
Vielen Dank im Voraus,
Nils





Hallo
Blähton wird funktionieren, bringt den notwendigen Brandschutz. Es kann aber Probleme durch Setzungen des Materials im Laufe der Zeit und eventuell auch zu schallübertragungen führen.
Grüße
Engelhardt



Hier muss



ich Herrn Egelhardt zum Teil wiedersprecehn. Die Dämmung kann natürlich nicht den Brandschutz bringen, so war es vielleicht auch nicht gemeint. Der Vorteil ist lediglich, dass dieses Material nicht brennbar ist. Da die Fachwerkwand selber aber keinen Brandschutz bringt wird das Material im Brandfall sehr schnell aus der Fuge rieseln.
Bezgl. des Schallschutzes kann man davon ausgehen, dass es hier mit Sicherheit zu einer Verschlechterung kommen wird.

Werden die anderen Wände mit einer Innendämmung versehen, kommt es, bei einem Wechsel auf Außendämmung, an der betreffenden Ecke zu einer nicht zu vernachlässigenden Wärmebrücke.



Fuge zwischen FW-Häusern



Der Durchzug ist wirklich großer Mist. Wenn es möglich ist, ist ein dichter Verschluß mit Mineralwolleplatten sinnvoll, oft geht das aber nachträglich nicht. Dann sollte die Fuge in jedem Fall von außen gut verschlossen werden: Mit einem geeigneten Abschlußprofil, oder, wenn das nicht aussieht, mit Brettern auf Kompriband zunageln.
Schüttung mit nichtbrennbarem Material wäre ein Ausweg, verschchlechtert aber, wie gesagt, den Schallschutz und nützt wegen Wegrieseln im Brandfall nichts. Der Brandschutz kann nur von innen angebracht werden. Als kombinierte Brandschutz- Wärmeschutzmaßnahme käme eine Calzium-Silikatplatte in Frage; Nachteil ist der unverschämte Preis.

Grüße vom Niederrhein



Vielen Dank...



...für die hilfreichen Antworten. Das hat mich schon ein gutes Stück weiter gebracht. Nun frage ich mich allerdings, WIE dicht ich das Ganze machen sollte. Feuchtigkeit kommt ja irgendwie immer rein. Macht es evtl Sinn, einen Teil des Verschlusses abnehmbar zu machen, so dass ich bei warmen Aussentemperaturen für mehr Durchzug sorgen könnte und im Winter alles dicht verschliesse? Oder kann ich alles "so dicht wie möglich" machen, ohne dass mir nach und nach das Holz weggammelt?
Danke für die Tipps,
Nils



Wie dicht ist dicht



....gute Frage.
Luft ist ja immer noch drin, wäre sonst ein Vakuum, dem Holz kann von daher nichts passieren. Feuchtigkeit kann auch in gasförmiger Form raus (Diffusion) aber hoffentlich nicht rein: Schnee, Traufenwasser, aus Undichtigkeiten, Schlagregen.
Abnehmbares Brett ist aber zu Inspektionszwecken immer gut : Wohnt nicht doch was tierisches drin ? Vielleicht ein Wespennest, Eichhörnchen, Dohlen, ein Papagei ? Ameisen ?
Finde ich gut.

Gutes Gelingen



mal nachgefragt



was ist denn das für ein merkwürdiger Raum? 10 cm breit? Zwischen Reihenhäusern? Wie alt? Ist dort eine Traufe drüber oder geht die Dachhaut drüber weg? Wo liegt eventuell ein Gefahrenpotential?

10 cm wäre ja sogar (analog zum Kastenfenster) ein geeigneter Abstand für einen Luftraum ohne die Gefahr der Konvektion, würde demnach also auch ohne Dämmung funktionieren, natürlich nur wenn winddicht.

Würde ich dann aber nur kontrollierbar, also mit abnehmbarer Blende machen.

Grübelnde Grüsse,
jh



Hallo Jan, endlich ein sinnvoller Ansatz!



Geht es ist doch höchst zweifelhaft, irgendetwas zwischen zwei Häuser zu stopfen oder zu schütten, die schon Jahrhunderte nebeneinander standen ohne Schaden zu nehmen.

Verkleiden Sie den Zwischenraum mit ein paar Lärchebrettern! Fertig!
Das hält dann bestimmt die nächsten 150 Jahre.


Mit den besten Grüßen von der Ostsee



Der Ingo



Besten Dank soweit!



Ich werde das ganze wohl erst eimal nur möglichst gut verkleiden und gegen Regen u. ä. schützen und das ganze dann mal ein Jahr lang ausprobieren. Vielleicht reicht das schon. Vielen Dank nochmal fürs "Mitüberlegen".

Nils