Detailfragenzum Aufbau Holzbalkendecke

16.01.2021 Astrid


In den letzten Tagen hab ich mich mit einem neuen Bodenaufbau für drei Zimmer meines alten Hauses beschäftigt. Folgende Ausgangssituation: Haus von 1936, Holzbalkendecke mit vernagelten Dielen. Da die Böden (teilweise) neu gemacht werden sollen (der Vorbesitzer hat z.B. Ecken einfach mit Beton ausgegossen), soll gleich etwas schallgedämmt werden (die Wohnung drunter ist vermietet). Aufbau des Bodens: Dielung 23mm, Balkenlage (Balken ca. 200x140mm, Abstand Balkenmitte zu Balkenmitte bis 80cm), Schüttung aus leichter Schlacke ca. 5cm, Schwartenbretter, ca. 100mm Luftschicht, Schwartenbretter, Schilfrohr, Putz.

So, wie ich es verstanden hab, ist bei der Ausgangslage (ohne Hinzuziehen eines Statikers) aus statischen Gründen ein auf den Balken befestigter Plattenboden sinnvoll. Meine Überlegung ist die Balken mit seitlich angeschraubten Bohlen (40x100mm?, welche Schrauben?) zu nivilieren, darauf kommt OSB- oder ESB- (lohnt der Aufpreis?) Nut und Federboden (direkt auf den Balken veschraubt und in Nut und Feder verleimt) in 25mm. Bislang ist mir nicht klar, ob der OSB-Boden bis direkt an die Wand verlegt werden muss oder ob (wie bei einigen OSB- Platten Herstellern beschrieben) ein Abstand von bis zu 15mm zur Wand eingehalten werden soll? Sind die Stöße der Platten ausreichend stabil wenn sie im freien Feld zwischen zwei Balken enden (und die Platten versetzt gelegt werden)? Muss der Abstand über dem Balken zur OSB Platte (der durch die seitlich angeflanschten Bohlen entsteht) mit Trittschalll (Holzfaserplatte o.ä.) gefüllt werden? Den Blindboden würde ich etwas tiefer setzen um eine etwas höhere Schüttung unter zu bringen (5cm erscheint mir sehr wenig) - was wäre am besten geeignet, um die Schlackeschüttung aufzufüllen? Ich weiß, dass die unterste Schwartenschicht (Putzträger) eigentlich nicht belastet werden soll. Ich habe aber auch schon Aufbauten gefunden, in denen dort Zelulose Dämmung zur zusätzlichen Schalldämmung eingeblasen wurde - ist das sinnvoll? Ganz oben drauf soll Trittschall und Parkett schwimmend verlegt werden, (nachdem Dielung wieder befestigt werden müsste und somit dem Schallschutz entgegen steht). Mehr Platz nach oben ist eigentlich aufrund der Türrahmen/Fensterbrüstungen nicht. Falls irgendwann eine Renovierung der unteren Wohnung ansteht würde ich die Decke mit Federschienen abhängen (momentan ist dort Profilholz auf Unterlattung direkt auf der Decke befestigt). Gibt es sonst noch etwas mit dem ich die Schalldämmung verbessern kann?

Umso mehr man sich beschäftigt, umso mehr Fragen tauchen auf :-). Ich hoffe es kann jemand etwas Klarheit in meine Gedanken bringen. Vielen Dank!



Holzdeckenaufbau



Holzbalkendecken haben jahrhundertelang ohne Verlegung mit Platten statisch funktioniert- es ist also keineswegs generell sinnvoll diese zu verwenden.

Verbesserte horizontale Aussteifung durch Scheibenwirkung von Plattenbelägen ist allenfalls in Gebieten mit erhöhter Erdbebenwahrscheinlichkeit sinnvoll.

Das Ausfüllen von Hohlräumen mit komprimierteren Dämmstoffen wie Zellulose, Hanf, Holzfaserdämmplatten i unter Bodenbelägen st sinnvoll zur Reduzierung von Resonanzböden/Trommelwirkung. Das dadurch zusätzlich eingebrachte Gewicht ist statisch ohne Belang für den Einschub.

Bei unseren Holzdecken im vermieteten Mehrfamilienhaus habe ich direkt unter den Decken schwere 40 mm Holzfaserdämmplatten zwischen 40 mm KVH und darauf 10 mm Fermacellplatten verlegt.
Der Deckenaufbau ist ansonsten unverändert geblieben.Es gab noch nie Beschwerden wegen ungenügender Schalldämmung.

Wenn besonders hohe Anforderungen bestehen müßte eine Entkoppelung der Gehbeläge und ggf zusätzlich der unteren Deckenverkleidung erfolgen.

Allerdings muß die verbesserte Schalldämmung in dem Fall ebenfalls das Treppenhaus und Türen einbeziehen- das schwächste Glied entscheidet über den Erfolg.



Detailfragen zum Aufbau Holzbalkendecke



Vielen Dank für die Antwort.
Leider ist nicht genug Platz nach oben um auf die Dielen so hoch (4cm Holzfaser, Trockenestrich, Bodenbelag) aufzubauen (Türstöcke, Treppenabgang). Unterhalb der Decke kann ich momentan nicht arbeiten, da die Wohnung vermietet und bewohnt ist.




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