Der Wert eines Hauses – wie ihn Zu- und Abschläge verändern

Wertermittlung

Modernes Fachwerkhaus https://pixabay.com/de/holzskelettbauweise-flock-haus-252178/

Zwei Faktoren beeinflussen den Wert eines Hauses besonders. Neben der Ausstattung der Immobilie spielt deren Lage eine große Rolle. Viele potentielle Hauskäufer wissen jedoch nicht, wie sie die Gegebenheiten eines Objektes einschätzen sollen und stellen sich die Frage: Welche Eigenschaften sorgen im Speziellen dafür, dass sich der Kaufpreis eines Hauses nach oben oder unten verändert? Ausgehend von einem 35 Jahre alten Einfamilien-Referenzhaus in gepflegtem Zustand mit 140 m² Wohn- sowie 600 m² Grundstücksfläche (5 Zimmer, kein Keller, Kaufpreis etwa 222.000 €) verdeutlichen wir Ihnen, wie das Alter, die Wohnfläche und andere Faktoren Zu- und Abschläge beeinflussen.

Reihenhaus oder freistehendes Haus?

Freistehende Häuser sind wertvoller als Reihenhäuser. Für das Referenzhaus stünde ein Abschlag von etwa 1/3 zu Buche (Wertminderung: ca. 77.000 €). Allerdings können bautechnische Besonderheiten den Abschlag minimieren. Moderne in Reihenbauweise errichtete Häuser beispielsweise sind häufig so gebaut, dass Trennwände den Störfaktor durch nachbarschaftliche Geräusche deutlich reduzieren. Allein dies erhöht den Wert im Vergleich zu einem ohne 2-schalige Trennwand erbauten Reihenhaus.

Handelt es sich um ein neuwertiges Haus?

Wie hoch Ihr Kredit für den Hauskauf letztlich ausfällt, hängt auch davon ab, ob es sich um ein neuwertiges Haus handelt. Dieses Prädikat verdient sich ein Haus dann, wenn Fenster, Heizung und Dach allesamt neu gemacht sind. Auch der Boden sollte erst kürzlich neu verlegt worden sein. In diesem Fall sind Zuschläge bis zu 50 % realistisch. Das Referenzhaus steigt demnach um 111.000 € in seinem Wert.

Wie viel Wohnfläche steht zur Verfügung?

Nicht nur die stetig steigenden Hauspreise in Deutschland beweisen: Wohnraum ist wertvoll und teuer. Demnach sorgt mehr Wohnfläche auch für einen Zuschlag. Das Referenzhaus legt 6 % an Wert zu, wenn es statt 140 satte 190 m² Wohnfläche böte. Aber: 1 zusätzliches Zimmer bei identischer Wohnfläche bewirkt keine Werterhöhung. 40 m² weniger Wohnfläche (100 anstatt 140 m² beim Beispielhaus) verursachen einen 7-prozentigen Abschlag runter auf ca. 207.000 € Verkaufswert.

Wie alt ist das Haus?

Energieeffizienzhaus Energieeffizienzhaus

Energieeffizienz spielt anders als vor 40 oder 50 Jahren seit einiger Zeit eine bedeutende Rolle. Moderne beziehungsweise ungefähr ab 1990 errichtete Immobilien halten die entsprechenden Standards ein, weswegen ihr Wert ein höherer als bei älteren Gebäuden ist. Wäre das Referenzhaus nicht 35, sondern 25 Jahre alt, müssten Sie als Käufer allein wegen der Energiestandards um die 40 % mehr bezahlen. Bei 1970 gebauten Häusern müssten Verkäufer mit 20 % Abschlag rechnen.

Welche Größe hat das Grundstück?

Ob nun der Kauf eines Fachwerkhauses oder eines anderen Gebäudes ansteht: Ein größeres Grundstück treibt den Preis in die Höhe. 100 m² machen etwa 2 % aus. Ist das Grundstück hingegen 100 m² kleiner, sinkt der Wert um 3 %. Der Verzicht auf einen Garten kann sich demnach für Sie finanziell lohnen. Im Vergleich zu anderen Faktoren wirkt sich die Grundstücksgröße jedoch nur geringfügig aus.

Gibt es einen Keller?

Das Vorhandensein eines Kellers beeinflusst den Wert eines Hauses positiv. Allerdings sollte der Keller belichtet und gedämmt sein. Ist dem so, lassen sich etwa 6 % mehr bei einem Verkauf herausholen. 235.000 € anstatt 222.000 € sind so möglich. Und: Auch wenn Sie den Keller selbst nicht nutzen, das Haus aber weiterverkaufen möchten, kann sich diese Wohnraumerweiterung bezahlt machen.



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