Der Traum vom eigenen Schiff

23.11.2014 captnjack



Hallo an alle tüchtigen Zimmermänner hier und alle anderen;)

Schon seit geraumer Zeit bin ich ein rießen Fan von alten Segelschiffen, und habe mir nun vorgenomme einen neuen Traum zu realisieren. Zumindest versuchen muss man es ;)
Mein Ziel ist es eine Seetüchtige spanische GALEONE nachzubauen. Ich möchte auf diesem Schiff mit meinem Kollegen um die Welt segeln.
Ich stelle mir das als ein Projekt in Indonesien oder Thailand vor, unter der Leitung von 6-8 fähigen Zimmermännern mit bestenfalls Erfahrung im Schiffsbau.
Dazu werden nochmal 10-20 Arbeitskräfte angestellt und naürlich ein Werft errichtet.
Nun wisst ihr alle im groben was die Idee ist.
Meine Fragen an die Experten hier wären :

1.) Kennt jemand Informationsmaterial für Holzkosten/Holzbeschaffung in solchen Mengen um Kosten für diesen Punkt grob Kalk zu können?

2)Hat jemand erfahrung mit Schiffsbau oder kennt Interesenten die dieses Projekt unterstützen würden, oder wertvolle Hilfe leisten können?

3)Mit was für einen Stundenlohn könnten man für einen guten Zimmermann rechnen ?


Ansonsten immer her mit euren Meinungen, Ideen oder was auch immer ;)

Freue mich von euch zu hören



Galeone



Ich schätze mit 5 bis 8 Mio Euro bist Du dabei, vielleicht wird´s auch etwas mehr. Der Unterhalt und der Betrieb so eines Schiffes samt Liegegebühren, Versicherungen, Instandhaltung wird im 5- 6-stelligen Bereich pro Jahr liegen.
Schiffszimmerer und Konstruktionsbüros mit Erfahrung im Bau historischer Segler gibt es in Holland, in Russland und in Frankreich, dazu die anderen Gewerke wie Holzbildhauer, Reepschläger, Segelmacher, Schmiede... Da findest Du auch passende Trockendocks wie z.B. in Rochefort.

Träum weiter.



Davon ausgehend das Geld eine untergeordnete Rolle spielt,



weiß ich auch nur von Niederländern, die sowas bauen. Aber Georg hat ja anscheinend noch andere Nationen im Gepäck.

An Georg: Doch, es gibt Leute, die ihre Träume wahr machen (können).

Gruß
Hartmut



Schiffsnachbau



Hallo
Sieh doch mal hier:
Www.bataviawerf.nl

Die haben 2 Großsegler aus dem 17.Jh nachgebaut.
Die "Batavia" und die Werft habe ich mir vor einigen Jahren gründlich angesehen.
Allerdings werden die mit erheblicher staatlicher Unterstützung gebaut.
Bei entsprechendem Durchhaltewillen und finanziellem Background könnte so ein Projekt evt auch in Deutschland unternommen werden.
Wenn du tatsächlich so etwas vorhast kannst du mir eine Mail mit Details zu deinem Projekt und dir schreiben- ich könnte evt einen sehr guten Bootsbauer fragen, ob er Interesse und Zeit hätte daran mitzuwirken.
Für die Zweifler:
Könnte doch möglich sein, daß da jemand einen Lottogewinn oder Omas Erbschaft sinnvoll verwenden will...
Andreas Teich





Das Bauen ist ja das eine die Unterhaltskosten sind das andere. Da muss das Erbe/Lottogewinn ziemlich üppig sein.
Es gibt so viele schöne Oldtimer die auf eine Resauration hoffen.



Galeonenbesatzung u Pflanzenölgenerator u.a. zu verkaufen



da fällt mir noch ein zu:
' mit meinem Kollegen um die Welt segeln'

fehlt da nicht vielleicht der Plural?

Ich glaube da brauchts mehr als einen Kollegen- außer das wird als Einhandsegler ausgerüstet????

dann ists aber eher eine Hybridgaleone...

Wenn Bedarf bestehen sollte:

Ich habe noch einen großen 36 KVA Diesel/Pflanzenölgenerator zum Betreiben einer Tischlerei/Zimmerei günstig abzugeben und sehr gute Tischlerei Profimaschinen (Martin/Altendorf..)
Containerverladung wäre kein Problem.

Außer das Projekt ist in Handarbeit geplant??

Für die 'Batavia' in Holland haben die aber über 10 Jahre gebraucht und die soll nicht segeln.

Bei Interesse melden

Andreas Teich



Segler



In Rochefort wurde eine Fregatte nachgebaut, die Hermione. Das hat 14 Jahre gedauert, eine Menge Geld gekostet und wäre ohne den Enthusiasmus vieler freiwilliger Helfer nicht möglich gewesen. Aber Enthusiasmus allein reicht eben nicht.



Galeone



Hier eine andere Replik:

http://de.wikipedia.org/wiki/Shtandart


Hier ein paar Informationen über die Hermione:

http://www.derwesten.de/panorama/wochenende/legendaere-fregatte-hermione-wird-wieder-segeln-id8441187.html

Die Fregatte auf dem ersten Foto von mir ist nicht die Hermione sondern der Nachbau einer Corsarenfregatte, sie liegt in St. Malo und bietet kurze Segelturns für Touristen an.



Wie geil ist das denn!



Leider bin ich kein Bootsbauer, dann wäre ich bestimmt mit dabei. Wenns ne Hansekogge werden sollte hätte ich mal in Bremen nachgefragt. Deren Wahrzeichen ist neulich gesunken. Für einen Zimmermann kann man im Mittel etwa 40€/h brutto rechnen. In Indonesien sind die bestimmt günstiger. Was du brauchst sind Bootsbauer, denn ein Zimmermann kennt sich nicht so wirklich damit aus. Selbst für einen Bootsbauer ist das schon eine echte Herausforforderung...soll ja auch seetauglich sein oder?
Für die zahlreichen Sonderhölzer für Rumpf, Masten etc. kann man bestimmt locker zwischen 1000 und 2000€/m³ rechnen.

Viel Erfolg



DANKE!



Wow, danke erstmal für die ganzen schnellen Infos, Meinung usw.
Wusste doch das so ein Thema, Interesenten findet;)
Es würde zu viel Aufwand benötigen hier jedes Details dieses Projekts zu erläutern , da es noch in den sog. "Kinderschuhen" steckt, sollte es jedoch in den nächsten Wochen und Monaten eine Homepage für dieses Projekt geben,werden dort Themen wie Spenden, Helfer etc bestimmt behandelt.
Vielen Dank für die Infos bezgl der Niederlande, Frankreich den Werften usw, mit diesesn Fachleuten die schon so Schiffe gebaut haben, wird aufjedenfall zu reden sein.
Super Andreas für deine Bereitschaft und dein Angebot.
Zu gebeben Zeitpunkt werden ich an dich denken!
Zum Schiff :
es soll sich hierbei um ein Privates Schiff handel, d.h es wird eher in die kleiner Form Karavalle gehen . Dies auch nicht mit dem ganzen Rahmenprogramm wie Geschnitzte Figuren etc, das wird schlicht gehalten.
Natürlich ist dennoch die Arbeit von Bootsbauern und Zimmermännern notwendig, klar.
Es sollte, bei einer Schiffslänge zwischen 20-30m bleiben.
Je nach größen Verhältniss nicht mehr als eine 10-15 Mann Crew brauchen.

Grüße an alle Träumer;)



Schiffsbau



Also keine Galeone, eher eine Karavelle. Nach dem Foto zu urteilen so eine Art PS "Disneyland".
Immerhin schon die erste Anpassung an die objektive Realität.
Für die 3 Kolumbusschiffe gibt es Baupläne da sie als seetüchtige Repliken nachgebaut wurden, das wäre schon mal ein Problem weniger. Das macht sich aber auf der Homepage weniger gut (wer spendet mir ein paar Millionen damit ich auf dem Nachbau der Santa Maria mit meinen Kumpels um die Welt segeln kann...). Billiger ist es den vorhandenen Nachbau zu chartern, falls er denn noch schwimmt.
Der Bau der Hermione war in Frankreich ein nationales Anliegen, auch aus geschichtlicher Sicht. Mit der Batavia in Holland war es ähnlich; dazu kam dort noch ein sozialer Aspekt.
Sich mit ein paar Kumpels einen schönen Segelurlaub finanzieren zu lassen dürfte kaum eine nationale Spendenflut lostreten.
Zum Segeln einer Karavelle:
Ich habe vor ein paar Jahren einen Bericht über die Atlantiküberquerung mit der Santa Maria gesehen; die Crew waren Profis der spanischen Marine. Selbst für die war es eine gefährliche Schinderei.
Bis Sie die paar Millionen zum Bau zusammenhaben können Sie ja schon mal das Kapitänspatent erwerben (falls nicht schon vorhanden).
Für die Leser die den Link zur Hermione nicht geöffnet haben:
Baukosten 25 Millionen Euro
Bauzeit fast 15 Jahre
20 Schiffbauer.
Das Foto zeigt die Palinuro im Hafen von Livorno.





Leute, arbeitet erstmal ein normales Holzboot auf. Da gibt es genug Auswahl. Ob Pirat, H-Jolle, 15er, 20er Jollenkreuzer, 45er, Drachen oder oder. Viele schicke kleine Teile für schmales Budget wo man sich mal austoben kann.
Wenn so ein Teil dann wieder segelklar ist, kann man sich bedenkenlos an was größeres wagen.
Drachen
Schwertzugvogel



Bootsnachbau



Wie Georg schon geschrieben hatte,
diese Schiffe sind segeltechnisch überhaupt nicht optimal,

die WASA ist gleich beim Stapellauf 1628 gesunken.

Zum Glück machen das ja nicht alle, aber oben zu schwer,segellastig an der Mastspitze, kein Kiel, etc

In der Beziehung sind die Schnellsegler aus dem 19.Jh mit modernerer Takelage deutlich besser und sicherer.

Auf den alten, breiten, kurzen gibts deutlich mehr Seekrankheit...

Aber die sehen natürlich schön aus und die Schnitzarbeiten kann man immer noch zur Kostenreduzierung in Fernost machen lassen
(bis es fertig ist gibts die vielleicht schon aus dem 3-D-Drucker).

Aber eh erst einmal alle Ressourcen checken und dann sehen was man realistischerweise bauen kann.