Der sockel ist nass

01.08.2018 Anna

Der sockel ist nass

Guten Abend,
ich habe mich heute nach ewigem stillen mitlesens angemeldet.
Kurz zu mir: ich bin Anna, wohne im schönen Norden an der Elbe und habe mir im letzten Jahr meinen Jugendtraum erfüllt und ein altes Haus gekauft. Nicht ganz so alt und einsam gelegen und nicht so fachwerkig wie gewünscht, aber meins.
Nun mein Anliegen: das Haus ist irgendwann um 1900 gebaut, genaues weiß man nicht, da hier bei der Flut 1976 viele Archive abgesoffen sind.
War laut Aussage alter Nachbarn bis in die achtziger Reetgedeckt. Leider wurde zu dieser Zeit recht viel kaputtgebastelt und dann 40 Jahre gar nix mehr gemacht.
Es hat einen Feldsteinsockel und iwann vor 40 Jahren wohl eine Fassade vorgemauert bekommen. Der Boden ist moorig, lehmig und nass, kein Keller.
Innen ist alles bis auf eine Außenwand trocken. An dieser Stelle keine Leitungen, keine Fallrohre aber:
Wetterseite, auf dem Lehm Sand, auf dem Sand Unkrautvliese in 3 Lagen, darauf Steine. Darunter auch draussen alles nass (konnte wohl auch nichts verdunsten)
Die Fassade sichtlich nass.
Ich habe den Sockel ( nein nicht bis ans Fundament) heute mal ein kleines Stück aufgebuddelt damit es trocknet, dabei bot sich folgendes Bild.
Der Fussbodenhöhe innen ist ungefähr 2 Ziegelreihen unter der Horizontalsperre, nass ist es auch nur bis zu dieser.
So: trocknen lassen ist klar, die Kante im Sockel sollte bestimmt irgendwie schräg ausgeführt sein, damit sich kein Wasser sammelt oder?
Ansonsten neu verfugen, dann verputzen?
Reicht das?



einmal mit


einmal mit

und diese Bild nun ohne Steine



Den Nagel auf den Kopf getroffen



Hallo Anna, ... ohne es gewollt zu haben, wenn da drei Vliese übereinander liegen, dann ist das so gut wie dicht, weil sie sich über die Zeit zugesetzt haben. Davon gehe ich mal aus. Das heißt es ist viele Feuchtigkeit eingedrungen und kann nicht mehr raus. Sie schrieben lehmiger Sandboden, das heißt man sollte zusehen wie man den Anschlußpunkt Terrain zum Haus gestaltet. Ich gehe mal davon aus das der Boden nicht nur an der Oberfläche lehmhaltig ist. Am Besten das Oberflächenwasser von Fundament fern halten in dem das Gefälle von Haus weg geht. Da Die Fundamente sicher nicht sehr tief gehen, früher hat man auch nur das gemacht, was unbedingt sein muß, wäre ein Kiesstreifen kontraproduktiv. Also Vlies raus, Terrain regulieren und den Streifen entweder verfestigen oder mit Platten belegen.
Mit freundlichem Gruß
Michael Schmidt



Sockel



...so auf den ersten Blick sieht es aus, als wäre das eher Spritzwasser/Oberflächenwasser...

Ich würde vermutlich alles soweit trocknen lassen und dann die großen Steine wegräumen und max. durch kleine Kiesel ersetzen, die das Spritzen herabtropfenden Wassers minimieren



vergessen



...ganz vergessen...diese Vliese/Folien würde ich einfach wegnehmen



Vielen Dank



Für die Anregungen.
Spritzwasser kann ich nahezu ausschließen. Es hat hier seit Wochen nicht geregnet bei über 30 Grad... Das war im Frühjahr, zumal bei nur geringem Dachüberstand auch erst meine Idee, als jetzt jedoch noch immer alles nass war hab ich erstmal die Steine weggenommen. Wenn der Megasommer noch anhält hoffe ich es trocknet. Verfugen und ' Ablaufanschrägung' mit normalem Fugenmörtel? Verputzen? Danach bleiben die Steine weg, evtl 1 - 2 Pflanzen. Gefälle ist klar.
Liebe Grüße, anna



Vlies raus



Hallo Anna,
ich hatte ja geschrieben, das Vlies wirkt wie eine Folie, die Feuchtigkeit, kann nur über den Sockel entweichen. Deshalb ist er auch naß.
Tja was danach, wie gesagt erst einmal trocknen lassen, denn wenn der Zustand lange war, ist 1. viel Feuchtigkeit noch drinnen und 2. auch der Sockel, wenn er dann angetrocknet ist, sicherlich porös ist . Ich hatte ja geschrieben, versuchen Sie das Wasser weg vom Haus zu bekommen. Nach der letzten Beschreibung macht ein Spritzwassersockel zusätzlich einen Sinn, weil ja auch die unteren Ziegel durch Frost schon angegriffen sind. Ein Kalkputz mit einer kleinen Dosis Zement, der Putz soll noch Feuchtigkeit aufnehmen können und wieder abgeben, ist sicherlich eine Lösung. Da sicher auch Salze im Mauerwerk und Sockel sein werden, kann es passieren, das man den Putz in einigen Jahre erneuern muß (Opferputz). Aber diese Lösung ist wesentlich preisgünstiger als Sanierputz, der auch bloß ein Opferputz ist und später ersetzt werden muß. Der klassische Kalkputz (Kalk und Sand aus der Grube) erfüllt den gleichen Zweck, als Sanierputze, ist kapillar und wesentlich billiger, von ökologisch ganz zu schweigen.
Mit freundlichem Gruß
Michael Schmidt



Sukkulenten



ja Vlies raus und mit kleinen Steinen nach der Reparatur des Sockel kannst Du Dir noch überlegen, ob Du das mit Sukkulenten bepflanzt.



Vielen Dank



Dank bin ich ja auf dem richtigen Weg. Bin dabei die 15 Meter Stück für Stück freizulegen. Einzig um die Rosen muss ein bisschen Erde stehen bleiben. Die jetzt auszugraben wäre ihr tot. Aber Vlies und Steine gehen trotzdem weg. Kalk ( steht hier ohnehin noch vom verputzen innen) und Sand ist eine Lösung die mir zusagt.
Wobei es bestimmt ewig erst trocknen muss. Fugen und Hohlkehle hydraulisch? Oder Zementmörtel?
Liebe Grüße, anna




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