Denkmalschutz, Verkäufer, mögliche, Mario, kriegt




Hallo zusammen!
Bin im Begriff, mir einen historischen denkmalgeschützten Fachwerk-Vierkanthof zu kaufen. Der Besitzer möchte aber nicht den Denkmalschutz (steht unter Denkmalschutz) einschalten, da er, falls er ihn nicht verkauft kriegt, ihn selbst ohne Denkmalschutz mit geringsten Mitteln so weit sanieren will, dass er ihn vermieten kann. Was soll ich tun?? Ich denke, dass ich eigentlich keine Probleme mit dem Denkmalschutz haben werde, da ich sowieso alles wieder so haben möchte, wie es ursprünglich mal war! Meine finanziellen Mittel sind allerdings nicht so hoch. (Ich möchte so ziemlich alles in Eigenleistung machen.) Jetzt habe ich etwas Bedenken, was da alles auf mich zukommen könnte, wenn ich den Hof kaufe und danach erst mit dem Denkmalamt eine Besichtigung durchfühen kann. Wäre dankbar für Tipps und Ratschläge! Grüsse! Reiner





Sehr geehrter Herr Jungmann,

beachten Sie bitte das Denkmalschutzgesetz NRW (DSchG NRW):
http://sgv.im.nrw.de/lmi/owa/pl_text_anzeigen?v_id=5720031106092634017

Sämtliche Arbeiten sind erlaubnispflichtig, siehe § 9 Erlaubnispflichtige Maßnahmen.

Beachten Sie bitte auch:

§ 27 Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes

§ 41 Bußgeldvorschriften

Des weiteren empfehle ich Ihnen dringend fachlichen Beistand, durch jemanden der das Gebäude, Schäden und mögliche Kosten einschätzen kann. Bedenken Sie bitte, auch Material kostet Geld.
Überschätzen Sie bitte auch nicht Ihre eigenen Fähigkeiten und Ihre mögliche Eigenleistung.
Wenn Sie jetzt schon sagen, daß Ihre Finanzmittel begrenzt sind, sollte sauber kalkuliert werden. Sein Sie bitte in jedem Fall auch ehrlich zu sich selbst. Der Blick durch die romantische Brille ist hierbei nicht besonders hilfreich.

Mit freundlichen Grüßen

Bernd Kibies



Wobei das Gesetz



natürlich auch für den jetzigen Besitzer gilt. Also warum erlaubt er ihnen nicht eine Begehung mit dem Denkamlschutz?



Warum



will der Eigentümer nicht, daß der Denkamlschutz eingeschaltet wird, und in welchem Maße eigentlich "eingeschaltet" ? Wollen Sie als potentieller Käufer mit dem Amt sprechen, um sicher zu gehen, daß Sie Ihre Pläne umsetzen dürfen?
Wir haben das vor dem Erwerb unseres denkmalgeschützten Hauses so gemacht, das war sehr richtig so, und hat uns geholfen, viele fragen im Vorfeld geklärt zu bekommen. Sie sollten auf so eine "Vorbesprechung" nicht verzichten, wenn sie nachhher nicht zu denen gehören wollen, die hier im Forum darüber jammern, daß "die vom Amt" nicht so wollen, wie Sie und " die einem nur Steine in den Weg legen". Unsere Erfahrungen sind durchaus andere, die möchten auch nur vorher gefragt und gehört werden, dann kann auch mit diesen Menschen vernünftig reden, und Lösungen finden. Sollte der Verkäufer Ihnen diese Möglichkeit vorenthalten wollen, würde ich mich an Ihrer Stelle fragen, warum wohl...
Zu dem heren Vorsatz der Eigenleistungen: Können Sie alles? Haben Sie an acht Tagen in der Woche 24 Stunden Zeit? Haben Sie 50 Freunde, die Ihnen alle noch einen großen Gefallen schulden? Sind mindestens 10 dieser Freunde Handwerker? Wenn Sie eine Frage nicht mit ja beantworten können, nehmen Sie dringend Kontakt zu Ihrer Bank auf, oder richten sie sich auf eine 5jährige Bauphase ein.
Trotzdem viel Glück, lassen Sie sich nix einreden vom Verkäufer,
Mario Albrecht



Na, das..



..hört sich ja nach nem guten Grund zu weiterem Feilschen an ( "falls er ihn nicht verkauft kriegt " ) . Der Eigentümerwechsel ist nebenbei auch anzeigepflichtig , hat sich zumindest bei uns die Untere Denkmalbehörde vorbehalten .


Kann beim Vorhaben "so ziemlich alles in Eigenleistung zu machen" dem Vorredner Mario nur zustimmen , halte aber 5 Jahre
Bauzeit für sehr optimistisch . ( Wir haben den Beruf zum Hobby gemacht und sind nach über 10 Jahren noch nicht fertig

Die gute Nachricht : Fachwerk macht trotzdem glücklich

hypnotische Grüße Jürgen Kube