Scheune zum Wohnhaus umbauen




Hallo zusammen,
meine Frau und ich haben von meiner Oma einen schönen alten 4 Seitenhof nahe Magdeburg / Haldensleben geerbt. Das Wohnhaus ist zur Zeit noch bewohnt und scheidet für uns sowieso als Wohnhaus aus. Wir haben vor die Scheune auszubauen. Die Scheune besteht an der einen Längsseite und an der einen Giebelseite aus dickem Sandstein an den anderen beiden Seiten aus Fachwerk mit Ziegeln ausgemauert. In der Mitte der Scheune ist eine Durchfahrt mit 2 Toren. ansonsten ist da nichts weiter drin, außer ein paar Balken, die aber nicht weiter stören. Das Dach muss komplett neu, inkl. Dachstuhl. Das Dumme ist nur, der komplette Hof steht unter Denkmalschutz, wegen historischem Ortskern. Und das Gebäude hat keine Fenster! Wie geht man jetzt am besten die Sache an? Kommt man irgendwie aus der Denkmalgeschichte raus? Es müssen ja Fenster rein. Gibt es irgend jemanden, Firma, Gutachter, Der abschätzen kann welche Kosten da auf einen zu kommen? Wir möchten natürlich vorher wissen auf was wir uns da einlassen. Nicht das mitten in den Umbauten der dicke Hammer kommt. Ich dachte schon daran die 4 Grundmauern nur als Blende stehen zu lassen und darin quasi ein neues Haus bauen, da ist dann nur das Problem mit den Fenstern und der Wandbreite, die ist jetzt schon bei dem Sandstein bei ca. 35cm. Leider sind wir auf diesem Gebiet etwas unbeholfen und möchten natürlich alles richtig machen.
Achso, das Gebäude wurde ca. um 1900 gebaut und ist auch seit dem unverändert.

Für viele Infos bin ich sehr dankbar!
Gruß Christian.



Vierseitenhof



Hallo,

da haben Sie aber ein dickes Brett zu bohren.
Denkmalschutz: Der läßt nicht mit sich reden, wenn denn von der Originalsubstanz (darauf kommt es ihm an) nichts mehr übrig bleiben wird.
Kosten: Der Kubikmeterpreis dürfte über vergleichbaren Neubaukosten liegen.
Ausweg: Sie ziehen doch ins Wohnhaus.

Grüße vom Niederrhein



Mensch Ihr lieben Leute!



Warum sehen denn soviele den Denkmalschutz so negativ?
Nehmt doch die Herausvorderung an & baut mit dem Haus, nicht dagegen.
Setzt euch in Kontakt mit dem Bauamt eures Landkreises, speziel mit der unteren Denkmalschutzbehörde. Dieses müßt Ihr eh tun, da ihr ne denkmalschutzrechtliche Genemigung zum Umbau bräuchtet.
Sucht euch einen fähigen Planer der mit Denkmalschutz vertraut ist. Findet Ihr hier im Forum, in der Zentralkartei des Fraunhofer IRB od. Hilfe bei den
IG-Bauernhaus Kontaktstellen in Ihrer Nähe www.igbauernhaus.de

Gruß Ronny



Denkmalschutz



Hallo,
ja wenn das mit dem Denkmalschutz geht dann sehe ich da auch kein Problem. Aber Auflage des Denmalschutzes ist "Historische Straßenansicht darf nicht verändert werden, wegen historischem Orstkern", aber die Seite an der Straße ist die längste freie Seite des Hauses. Und da müssen zwangsläufig Fenster rein wenn wir da einziehen wollen.
Wie ist das mit dem Denkmalschutz. Wenn die sich jetzt quer stellen wird das Gebäude zwangsläufig verfallen, wenn wir es ausbauen bleibt es erhalten. Kann man da mit denen reden? Hat da jemand Erfahrungen?



Denkmalschutz



Hallo,
In der Regel wird es vom Landesamt für Denkmalpflege positiv gesehen , wenn ein Kulturdenkmal eine langfristig neue Nutzung bekommt.
Nur so kann es ja erhalten werden.

Dazu gehören dann auch FENSTER.

Machen Sie mit der unteren Denkmalschutzbehörde einen Ortstermin und reden Sie ganz offen mit denen.

Wenn es in Ihrer Gemeinde eine Gestaltungssatzung gibt,müssen Sie auch mit dem örtlichen Bauamt reden.

Viel Erfolg und Alles Gute





Hallo,

haben Sie mal ein paar Bilder von Ihrem Anwesen ?
Man redet sonst so ins Blaue rein.

Grüße





Hallo Herr Jacobs,

ich sehe das im Prinzip so wie Herr Göbel. Bringen Sie Ihre Vorstellungen zu Papier (Grundriss und Straßenansicht) und machen Sie einen Termin mit den Denkmalschutzbehörden, also obere und untere. Das hat bei Ihrem Vorhaben neben dem zeitlichen Vorteil den manchmal positiven Nebeneffekt, dass persönliche Vorlieben und Ansichten eines oft örtlichen Beteiligten außen vor bleiben und man auf der sachlichen Geht-Gehtnicht-Ebene bleibt. Fachmann zur Seite zum Termin hilft immer und erweckt gegenüber den Behörden einen guten Eindruck.

Bringen Sie doch mal in Erfahrung ob hier über den Ortskern ein Ensembleschutz besteht oder die Scheune als Kulturdenkmal eingetragen ist.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



"Umbau" und Denkmalschutz...?



Hallo Christian,

das Problem scheint wohl in den Erwartungshaltungen von Dir und dem Denkmalbehörden zu liegen. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass es nicht möglich sein soll, in Deine Scheune Fenster einzusetzen. Unter Hinweis auf die Charta von Venedig, die ja dem Denkmalamt bekannt sein müsste, dürfte es wohl nicht der Fall sein, dass sich die Denkmalbehörde weigern wird - allerdings wird sie darauf bestehen, dass Holzfenster mit einer Sprossenteilung eingebaut werden und diese vorher genehmigt sein müssen.
Die Erhaltung eines Denkmales hat immer noch Priorität.
Allerdings stellt sich für mich die Frage, warum die Fenster nicht auch auf der Hofseite, die offensichtlich nicht einsehbar sein wird bei einem 4-Seit-Hof, eingebaut werden können und warum ausgerechnet die Straßenfront dazu herhalten muss (Architektenproblem?). Gerade die Denkmalbehörden von Sachsen-Anhalt lassen eigentlich mit sich reden; das sind zumindest meine Erfahrungen, die ich in über 10-jähriger Zusammenarbeit in Halle gewinnen durfte.
Vielleicht einfach mal aufeinander zugehen und diskutieren.
Die Charta von Venedig ist im Wortlaut im Internet abrufbar, einfach in der Suchmaschine eingeben und als PDF-Datei runterladen (ich kann sie auch per Mail schicken, falls Interesse besteht).
Mit besten Erfolgswünschen und-grüßen
Uli