Klarstellung:




Guten Tag, ich sehe mich gezwungen öffentlich auf eine Frage zu reagieren, die mir im Profil gestellt wurde.
(Wer sich den Schuh anzieht, der soll es tun, wer nicht der braucht sich auch nicht durch meinen Beitrag gestört zu fühlen. Deshalb benutze ich hier die allgemeine Anrede "Sie".)
Ich bin nicht der, der Sie mit Tips versorgt wie Sie ihr Gebäude aus der Denkmalliste löschen können. Das ist genau das Gegenteil von meiner Einstellung. Der Rahmen für eine Auseinandersetzung mit der Denkmalbehörde ist erst einmal das klärende Gespräch, wenn dabei die Fronten verhärten, sollte man noch einmal in sich gehen und sich in den Standpunkt der Behörde hineindenken. Es ist logisch, dass hier oft zwei verschiedene Interessen aufeinander treffen. Man kann auch einmal die Fachbehörde um Moderation bitten, am besten nicht über den Kopf der unteren Behörde hinweg, sondern mit dieser zusammen, damit keine Eitelkeiten verletzt werden.
Eigentum verpflichtet, der Erhalt von Kulturgut ist öffentliches Anliegen, von dem die ganze Nation profitiert.
Wenn mir aus technischer Sicht eine Vorgabe der Denkmalbehörde fragwürdig, bzw. schädlich für das Gebäude erscheint, dann sage ich dass. Ich bin auch verpflichtet meinem Auftraggeber zu sagen, wenn ein krasses Missverhältnis der Kosten zwischen Sanierung nach Denkmalvorgaben und Neuerstellung liegt. Diese Kostenmissverhältnis kann bei einem Denkmal jedoch nicht die Einzige Bewertungsgrundlage sein!
Mich ärgert, wenn ich erst in dem Moment hinzugezogen werde, wo das Gebäude (oft bewusst -aber beweisen Sie das mal-) über Jahre oder Jahrzehnte verfallenlassen wurde und dann wirklich sehr viel Substanz nicht zu retten ist und über unzumutbare Kosten gesprochen wird.
Wer sich mit der Denkmalbehörde auseinandersetzen will, der sollte das Denkmalschutzgesetz seines Bundeslads und das allg. Verwaltungsrecht studieren um seine Argumentation aufzubauen. Wenn ich bei einzelnen Vorgaben als "Fachidiot" aus technischer Sicht ein Schadenpotenzial erkenne dass ein Kunsthistoriker vielleicht so nicht wahrgenommen hat, dann bin ich gern bereit einen Versuch zu unternehmen, ihn von einer anderen Lösung zu überzeugen. An sonsten gilt der erste Satz in meinem Beitrag. Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold





Sehr geehrter Herr Arnold,
den Beitrag des Herrn Holz habe ich einmal gelesen. Eine richtige Einschätzung der Situation ist mir leider nicht möglich, insbesondere weil dazu ja auch noch eine andere Meinung gehört.
Ob Herr Holz sein eigenes Handeln beschönigt, ist mir auch nicht klar.
Ich kenne einen ähnlichen Fall. Eine Schadensuntersuchung für ein FW-Gebäude sollte für den Besitzer zur Streichung aus der Denkmalliste und wohl letztendlich für den Abriß benutzt werden. Das war für die Untersuchung, in Zusammenarbeit mit einer Architektin, aber keine Vorgabe.
Die Untersuchung ergab ein neutrales Ergebnis, außerdem steht es mir nicht an, abschließend über den Denkmalwert eines Gebäudes zu werten. Der Auftraggeber hat sich im nachhinein als
nicht korrekt erwiesen. Seine vermeintlich guten Kontakte zur Denkmalbehörde, erwiesen sich als
erfunden. Hier schwillt ein Rechtsstreit, die Untere Denkmalbehörde ist jedoch standhaft und beweist
Rückgrat. Laut Denkmalbehörde wurde das Gebäude durch gezielte Maßnahmen in den letzten Jahren
nachhaltig geschädigt (echter Hausschwamm, sehr starke Schimmelbildung etc.). Ehrlich gesagt, ich freue mich.
Die Empfehlungen, die Sie Herrn Holz bzw. in einem öffentlichen Beitrag geben, sind richtig und dienen der Sache. Haben Sie diesen Beitrag denn auch an Herrn Holz gesendet? Ich denke, dadurch wird sicherlich etwas Klarheit geschaffen, wenn Sie denn eine weitere Antwort bekommen.
Sinnvoll für ihn wäre sicherlich, wenn er einen Fachplaner einschaltet, so daß die emotionale Schiene
der Auseinandersetzung verlassen wird.
Abschließend dazu, ich wundere mich hin und wieder, daß der Denkmalschutz in diesem Forum als Übel dargestellt wird. Da habe ich schon mein weiteres Mitwirken in diesem Forum in Frage gestellt.
Mit besten Grüßen aus Köln
Bernd Kibies