Deckenneuaufbau und Trennwand einziehen - welche Reihenfolge macht Sinn




Hallo,
ich möchte die Geschossdecke zwischen EG und DG neu aufbauen und eine Trockenbautrennwand im EG einziehen;

die vorhanden Balkendecke (b/h = 18/24 cm NH C24) soll von unten mit einer über Federbügel aufgehängten Latten-Unterkonstruktion, Pavaboard N&F, Glasfaser-Armierung und Lehmputz verkleidet werden;

die geplante Trennwand im EG trennt ein Bad vom Hauswirtschaftsraum; sie wird - da bis zur Hälfte gefliest - mit Fermazell-Gipsfaserplatten beplankt; die Deckenbalken verlaufen quer zur Trennwand (90°)

meine Frage: was ist sinnvoll?

a) zunächst die Deckenverkleidung und darunter dann die Trockenbauwand errichten

oder

b) zunächst die Trockenbauwand an den Deckenbalken und dann die Deckenverkleidung

wenn b) wie befestige ich dann das Ständerwerk an den Balken, nehme ich da auch Federbügel?

nur für den Fall das es wichtig sein sollte:
die Balkendecke erhält oben (wenn auch erst später)
1) einen Blindboden,
2) eine Lehmtrockenschüttung,
3) dann Pavatherm-Profil & PAVATEX-Fugenlatten
4) und obenauf einen Dielenboden

Danke an alle, die sich meiner Fragen annehmen;

Monika Staudt



Deckenaufbau



Warum muß die Decke abgehängt werden und wie groß wird der Abstand zwischen Balken und abgehängter Unterseite?
Wie wird der Raum darüber genutzt?



Deckenneuaufbau und Trennwand einziehen - welche Reihenfolge macht Sinn



Hallo Herr Böttcher,

Das Dachgeschoss wird einmal als Wohn-, Schlaf-Raum incl offenem Bad genutz werden;

Die Decke dient der Verkleidung der nicht wirklich ansehnlichen Balken; sie soll mit Dämmstreifen unter der Lattenkonstruktion direkt unterhalb der Balken aufgehängt werden; die Aufbauhöhe beträgt ~ 30 mm (Latten 25 mm, Pavaboard 20 mm, Lehmputz & Armierung 5 mm);

Ich hoffe es ist richtig, dass ich das hier als Antwort fomuliere, habe bisher immer nur im Dorum gestöbert und stelle heute zum ersten Mal selbst etwas ein...



Decke



Also keine Federbügel.
Ich empfehle Ihnen Direktabhänger zu nehmen.
Die Balkenzwischenräume sollten Sie vorher mit eingeklemmten flexiblen Weichholzfaserplatten dämmen. Fixiert werden die mit einfachen quer aufgenagelten Latten um die Deckenbekleidung nicht zu belasten.
An die Direktabhänger wird die Traglattung aus Metall oder Dachlatten montiert. Randleisten nicht vergessen!
Als Beplankung gehen Gipskarton oder Lehmbauplatten. Das geht schneller und trägt keine Baufeuchte ein. Außerdem ist Decken putzen nicht gerade angenehm. Ob eine Dampfbremse erforderlich ist hängt auch von der zu erwartenden Feuchtebelastung in den unteren Räumen ab. Bei einem Bad ist sie ratsam. Zum Dachboden empfehle ich eine Rauhspundlage auf die Balkenoberseite. Bei späteren Ausbau darauf eine Lage OSB 15 mm,
5 mm Trittschall- und Rieselschutz,
40 mm Betongehwegplatten knirsch verlegt,
40 mm Holzfaserplatten mit eingelegter Traglattung,
Dielung.
Die Trennwand wird zuerst montiert. Entkopplung nicht vergessen!



Schalldämmung in den Zwischenräumen einer Balkendecke?



Hallo Herr Böttcher,

Vielen Dank für ihre Antwort
Sie schlagen vor, die Schalldämmung auf den Holzbalken zu plazieren.
Warum kann man den Balkenzwischenraum nicht für die Schalldämmung mit Lehmschüttung nutzen? Die Weicholzfaserplatten sind wenn ich das recht verstehe doch eher wärmedämmend; die Wärmedämmung ist in diesem Fall nicht so wichtig; ich habe noch jede Menge Buchenschwarten, welche früher in der Decke verbaut waren, die wollte ich eigentlich als Blindboden wieder verwenden und darauf dann die Lehmtrockenschüttung; die dann auch zugleich Installationsebene sein soll;

Ach ja, wo kommt denn die Entkopplung bei den Direktabhängern hin auch oben auf die Holzlattung oder zwischen Direktabhänger und Holzbalken?

Mfg Monika Staudt



Geschossdecke



Falls dies eine Geschossdecke zwischen zwei Nutzungseinheiten werden soll (was Ihr Hinweis auf Schallschutz vermuten lässt) muß die Decke anders aufgebaut werden.
Falls Sie innerhalb einer Nutzungseinheit verstärkten Schallschutz haben möchten- der ist mit diesem Deckenaufbau schon recht gut vorhanden. Die Unterhangdecke kann noch eine zusätzliche Lage Schalldämmung erhalten (Sonorock), aber die Holzfaserplatten dämpfen schon recht gut Luftschall. Körper- bzw. Trittschall ist durch die träge schwimmende Masse der Platten gedämpft. Deren Hauptaufgabe ist übrigens nicht die Dämpfung von Körperschall sondern von Deckenschwingungen und sommerlicher Wärmeschutz.
Sie brauchen Wärmedämmung wenn Sie oben nicht heizen (unbewohnt!) Wenn Sie auf einen Teil der Wärmedämmung verzichten oder sie auf die Traglattung legen dann können Sie die Betonplatten auch auf den Zwischenboden packen; es geht auch eine schwere Schüttung. Die Dämmung kommt dann in die unteren Deckenfelder und auf die Traglattung-ein Einschub ist also machbar.



Erst die Decke, dann die Wand



Hallo Frau Staudt,

in jedem Fall sollten Sie zuerst die Wand aufbauen und sich erst im Anschluss um die Deckenbekleidung kümmern.

Zur Decke:
Bei der Decke können Sie mit Direktabhängern arbeiten, diese eignen sich für eine Unterkonstruktion aus Holz oder Metall. Als Bekleidung wäre hier zum Beispiel die Fermacell Gipsfaser-Platte oder die Fermacell Lehm-Bauplatte möglich. Letztere hätte den Vorteil, dass zusätzlicher Feuchteintrag durch den Lehmputz vermieden wird. Noch ein zusätzlicher Hinweis: Beim gesamten Dachaufbau die Dampfbremse nicht vergessen!?

Zur Wand:
Für die Wand empfehle ich eine Gipsfaserplatte, da diese auch in Feuchträumen problemlos eingesetzt werden kann. Der direkte Nassbereich (z. B. Duschbereich) sollte dennoch abgedichtet werden.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen.

Viel Erfolg!