Deckenbalken befestigen

05.06.2012 joerjen



Wenn man Deckenbalken einzieht, müssen diese seitlich verankert werden, d.h. geschraubt, oder genügt es, eine Kippsicherung anzubringen und eine Sicherung gegen verrutschen?

Mein Zimmermann möchte die Deckenbalken zum einen auf die Bohle auf dem Ringanker auflegen (darauf liegt eine Bohle, auf der die Sparren sitzen) und dann seitlich an den Sparren verschrauben. Aus dem Bauch heraus würde ich das so nicht machen, weil ich ja dann alle Bewegungen aus dem Dach auch direkt in die Decke bekomme.

Meine Idee wäre, vor der Bohle ein entsprechendes Kantholz zu legen und darauf die Deckenbalken aufzulegen, dort mittels Winkel gegen Kippen zu sichern und eine Seite des Balkens gegen verrutschen zu sichern - die andere Seite als Loslager, d.h. dort könnte der Balken schrumpfen und sich ausdehnen...lacht nicht, ich bin Maschinenbauer :-)



Wir haben unsere Deckenbalken...



...auch mit den Dachsparren verbunden und keine schlechten Erfahrungen gemacht. Anbei ein Foto. Alle anderen Deckenbalken wurden auch mit den Sparren verbunden weil die Zapfen nicht mehr 100%ig waren.
Viel Erfolg bei der Entscheidung!



Hier noch ein...



...weiteres Bild!



Deckenbalken



Hallo,
bei uns sind die Sparren mit den Deckenbalken verzapft.
Seit 1848 keine Probleme damit.

Gruß
Volker



üblicherweise



stehen die Sparren ja auf den Deckenbalken.
Ein seitliches befestigen wäre somit nur eine Sanierung (wie Fotos) oder der Einbau zusätzlicher Deckenbalken zur Verstärung. Deine Frage mit dem einseitigen Gleitlager verstehe ich insoweit, als daß ich auf zwei Baustellen schon beobachtet habe, daß es unter dem Ringanker zu einem kleinen Abriss zum übrigen Mauerwerk kam. Worin die Ursache liegen kann, konnte ich nicht ergründen, da Holzbalken ja nicht diese "Arbeiten" in der Länge haben wie ein gleichlanger Stahlträger, der sicherlich ein Gleitlager braucht. Üblich ist ja ein beidseitiges Befestigen. Maschinenbau ist nicht Holzbau .... :-)





Wie groß sollte denn die Auflage der Deckenbalken sein? Reichen da unter Umständen 5-6cm, wenn verhindert werden kann, dass diese nicht abrutschen?



Deckenbalken



Ringanker- Ringbalken, Pfettendach- Sparrendach...
Da gibt es immer wieder Irritationen, auch bei Leuten die es eigentlich wissen müssten.
Erst mal zum Fall:
Ihr Zimmerer hat recht, wenn Ihre Situationsbeschreibung denn korrekt ist.
Sie haben danach ein Pfettenendach, das was sie mit Bohle bezeichnen ist eine mit dem Ringanker verschraubte Mauerlatte, die gleichzeitig als Fußpfette dient.
Das Verbolzen der Deckenbalken mit der Mauerlatte (oder den darauf befestigten Sparren) ist hierbei notwendig, um eine kraftschlüssige Verbindung zwischen Decke und Mauerkrone bzw. Ringanker herzustellen. Damit können waagerechte Kräfte in die Decke eingeleitet werden; die Knicklänge der Traufwände verringert sich dadurch.
Diese Kopplung kann man auch anders lösen, z.B. durch Aufkämmung der Deckenbalken auf eine genügend dimensionierte, mit dem Ringanker verbolzte Fußpfette. Hauptsache ist die Kopplung der Deckenlage mit den Wänden! Ob das mit der vorhandenen Fußpfette oder einer weiteren Balkenlage geschieht ist statisch gesehen erst einmal nebensächlich, allerdings teurer.
Nur wenn statt eines Ringankers ein Ringbalken eingebaut wurde ist diese Kopplung statisch gesehen nicht unbedingt erforderlich. Ein Ringbalken übernimmt anstelle der Decke die Aussteifung, er funktioniert wie ein biegesteifer waagerechter Rahmen.

Zur Auflagersituation:
Bei Baustoffen mit hohem E- Modul wie Stahl oder Beton sollte man schon bei größeren Spannweiten auf die Auflagersituation achten, bei Holz braucht es das in diesem Bereich nicht. Die Verbolzungen sind relativ nachgiebig, Holz verformt sich quer zur Faser unter Laibungsdruck ziemlich stark. Das fängt alle Verformungen aus thermischen und hygrischen Spannungen auf die in der Decke entstehen.
Die Dachlasten werden direkt über die Fußpfette bzw. die anderen Pfetten ins Mauerwerk übertragen. Die Lagesicherung der Pfetten und Sparren erfolgt über Sparrennägel, die Aussteifung über Rispenbänder und die Deckenlage.

Viele Grüße



Holz



Holzverbindungen haben da so ihre "Eigenarten". Während bei Stürzen L/10 > 10 cm gilt, sind viele Zapfenverbindungen an einem Wechsel wesentlich kleiner ausgeführt. Das weiß aber der Zimmermann, der es auch vertreten muß.

Du sprichst sicher vom Auflager auf der Pfoste,
gut wäre, wenn da mal ein paar Bilder kommen - meist sieht es dann ganz anders aus als es die Beschreibung vermuten lässt !!

PS.: Der Meatallbauer sollte bei Holzarbeiten gern lernen, aber sich mit seinen Fähigkeiten etwas zurückhalten - Der Unterschied zwischen Werkzeugmacher, Tischler, Zimmermann und Maurer dürfte wohl bekannt sein .....

LG - ist nicht persönlich gemeint - mein Schwiegervater war Werkzeugmacher - ich bin Maurer.



tja



Beorg hat wieder mehr zwischen den Zeilen gelesen - unsere Beiträge haben sich überschnitten ....



Deckenbalken



An Volker:
Das ist ein Sparrendach, was Sie haben.
Hier geht es um ein Pfettendach.

Viele Grüße





Das Haus verfügt über zwei Pultdächer, wobei die Sparren der linken Seite durch die Mittelwand schauen (zwischen den Sparren ist ausgemauert, darüber eine Art riesiger Sturz aus U-Schalen etc und darüber 4 Reihen Poroton und wieder eine Reihe aus U-Schalen und Beton).

Das Dach hat nach meinem Verständnis jede Seite eine First- Mittel- und eine Traufpfette, wobei auf First- und Traufseite die Sparren auf den verbolzten Bohlen liegen.

Die aussteifende Funktion übernimmt somit der Ringbalken, auf dem (rechte Hausseite) die Traufpfette des linken Dachs und die Firstpfette des rechen Dachs liegen.

Ich habe mal eine Skizze gemacht - vielleicht ist es dann verstänflicher. Meine Frag bezieht sich auf die Decke rechts.



Deckenbalken



Soviel zum Thema:
"...wenn ihre Situationsbeschreibung denn korrekt ist".
Zumindest ist es ein Pfettendach.

Ab jetzt halte ich mich hier (ohne Zeichnungen und Fotos) raus.

Viele Grüße





...ist in der Skizze etwas falsch dargestellt?

Vorschlag des Zimmermanns war ja, die Deckenbalken seitlich an die Sparren des linken Dachs zu setzen. Vielleicht habe ich mich hier vorhin falsch ausgedrückt...die rechte Seite der Deckenbalken sollten dann an die Sparren des rechten Dachs - die Sparren sind auf beiden Seiten in der gleichen Ebene.