Vorholz kaputt

26.09.2010



Guten Abend,
ich habe ein Kehlbalkendach mit doppelt stehendem Stuhl.
An den Traufseiten sind die Deckenbalken durch Bewitterung marode.
Wie wird so etwas repariert?
Ich bin zwar Handwerksmeister aber kein Zimmermann und mache mir Gedanken darüber.
Kann man nachträglich eine Fußpfette auf die Außenmauern legen und daran Sparren und Deckenbalken verbolzen?
Ich habe auch daran gedacht auf den Außenmauern eine Schalung oberhalb der Deckenbalken anzubringen und eine Fußpfette aus bewehrtem Beton zu gießen, diese in die Giebel einzubinden und diese Betonteile quer durchs Haus mit Rundstahl zu verspannen und daran die Sparren anzubinden.
Wie sind denn die Lastverhältnisse bei so einer Dachkonstruktion? Die Deckenbalken nehmen hier doch auch große horizontale Kräfte auf, oder?
Nicht das jemand denkt das ich die Arbeiten völlig ohne professionelle Hilfe machen will!
Ich möchte nur nicht ganz dumm dastehen wenn der Zimmermann kommt. Daher meine Fragen.
mfG.



Ein Kehlbalkendach



mit doppelt stehendem Stuhl gibt es nicht.
Entweder ist es ein Kehlbalkendach mit liegendem Stuhl, oder ein Pfettendachstuhl. Ein Foto Ihrer Dachkonstruktion wäre für die Antworten sehr hilfreich.

Viele Grüße





"An den Traufseiten sind die Deckenbalken durch Bewitterung marode."
Da müsste wohl bei der Reparatur auch der konstruktive Holzschutz verbessert bzw. hergestellt werden, denn so etwas passiert bei einem halbwegs fachgerecht gebauten Dach eigentlich nicht.

Bitte Bild, auch von den Schäden und vom Haus als Ganzes.



Vorholz defekt



Danke für die Antworten!
Ich versuche mal das Dach genauer zu beschreiben.
1. Sparren sind traufseitig in die Deckenbalken eingebunden.
2. Sparrenpaare sind auf halber Länge mit einer Zange(nennt man das so?) aus
je zwei Kehlbalken verbunden
3. an der Anbindungsstelle Kehlbalken/Sparren geht senkrecht ein Balken Richtung Deckenbalken, nicht an jedem Sparrenpaar.
4. Die Sparrenpaare sind längs verbunden mit einer Art Mittelpfette
Ist ein Zwerchdachhaus, Sparren und Kehlbalken sind wohl mal erneuert worden, Deckenbalken sind von ´24 und unterm Dachüberstand verwittert und insektengeschädigt.
Wie nehme ich die Last aus der Anbindung Sparren/ Deckenbalken?
Letztendlich stellt sich mir die Frage, ob durch die in der Anfangsfrage angedachte Verspannung von gegossenen Fußpfetten die Deckenbalken weitgehend entlastet werden und somit ausgetauscht werden könnten.
Ich hoffe, ich beschreibe das alles nicht zu wirr.
Wenn ich die Fachbezeichnungen durcheinanderbringe bitte ich um Nachsicht/ Korrektur.
mfG.



wie



schon geschrieben - Foto oder Skizzen !





Guten Abend.
Danke für die bisherigen Antworten.
Ich füge ein Bild an, um zu verdeutlichen wie unser Dach konstruiert ist. Ich denke aber es handelt sich um keine außergewöhnliche Bauweise. Nur fehlen mir die Fachkenntnisse die Konstruktion genauer zu benennen. Bild zeigt den unbewohnten Teil des Hauses oberhalb des Stalles. Bauweise über dem Wohnhaus ist vermutlich nicht anders.
mfG.





Und wo ist da der Schaden?





Guten Abend.
Der Schaden liegt, wie ich eingangs beschrieb im Bereich des Dachüberstandes. Die Einbindung der Sparren in die Deckenbalken ist kaputt.
Das Bild sollte erstmal den Dachaufbau zeigen, um zu klären, wie die Belastungsverhältnisse bei so einer Konstruktion sind und wie eine Entlastung des geschädigten Bereiches herbeigeführt werden kann.
Letztendlich versuche ich Reparaturmöglichkeiten zu ermitteln.
Wie nennt man den jetzt so eine Dachkonstruktuon?
Schöne Grüße!



das



ist ein Pfettendach mit doppelt stehendem Stuhl, leider zeigt Dein Foto nicht den ganzen Dachraum....



und



bitte Skizze oder Foto Schadensbereich und Skizze zu deiner geplanten Lösung hochladen.





Nun ja, man stelle sich einfach vor, dass in dem Bereich wo die Sparren mittels Versatz in die Deckenbalken eingebunden sind letztere kaputt sind. Bröselig, löchrig, hinüber halt.
Das Vorholz ist sowieso nur etwa 5cm stark, also recht schwach.
Entweder hat man dort mit nur geringen Kräften gerechnet (ich fragte ja schon wie die Belastungsverhältnisse bei der gezeigten Konstruktion sind) oder man hat altes Baumaterial verarbeitet welches nicht mehr Länge der Balken hergab.
Wenn ich jetzt also ein Pfettendach habe, wie Olaf aus Sachsen schrieb, dann fehlt mir allerdings die Fußpfette.
schöne Grüße





... und uns interessiert immer noch EIN BILD VOM SCHADEN





Wie ich vermute, sind die Sparren in die Deckenbalken eingezapft und Aufschieblinge angebracht. Bei dieser Konstruktion ist eine Fußpfette nicht notwendig.
Den Sparren würde ich mit zwei Tellerkopfschrauben 10x240 zusätzlich mit den Deckenbalken verschrauben.
Ein Foto von der Schadenstelle wäre aber sehr hilfreich.

Viele Grüße



war



kann, sollte mal beim guten alten Mönck-Holzbau nachschauen. Da gibt es mehrere Lösungsvorschläge. Man muß ja nicht alles 2x erfinden ...





Danke für die Hinweise.
Ich habe ein Bild der Schadensstelle gemacht.
Beim linken Balken hat es das Vorholz offenbar schon herausgedrückt, rechts sieht man den Insektenbefall.
Am liebsten würde ich sowohl Sparren als auch Balken bündig mit der Hauswand abschneiden, um auch eine spätere Fassadendämmung gut an die Dachdämmung anschließen zu können.
Das Weiße unter den Dachpfannen ist die Drempelwand
Grüße!



schechte Idee



das mit dem Abschneiden. Hier gehört ein Dachkasten ran, und die Dämmung mußt Du schon um die Balke herumführen.
Den Dachkasten also erst später bauen...
den jetzt sichbaren Platz nutze, um die Sparren und Balkenkopf mit seitlichen Laschen (siehe MÖNCK) stabilisieren und eine lange Gewindespindel durch Kopf ud Sparren - unten soweit einsenken und große U-Scheibe (Forster-Bohrer), dass beim späteren Dachkasten nichts im Weg ist.





Okay, Mönck Buch "Schäden an Holzkonstruktionen" ist bestellt bei Anazon.
Ich habe mal davon gehört, dass man ein Dach auch nachträglich mit einer Fußpfette ausrüsten kann.
Gibt es Erfahrungen dazu?
Schöne Grüße





wieso nicht, ein Zimmermann in Ihrer Nähe macht das ganz bestimmt.

Ist aber in Ihrem Fall bestimmt nicht nötig, das es sich um einen stehenden Stuhl handelt und somit hauptsächlich vertikale Lasten in die Deckenbalken eingetragen werden.
Ich würde die Dachsparren mit je zwei Holzbauschrauben mit Tellerkopf (8x240) seitlich neben dem Zapfenloch mit dem Balkenkopf verschrauben und somit hat sich die Sache.
Eine zusätzliche Mauerlatte, oder soll ich sagen, ein Betonwiderlager, wie in Ihrer Frage, einzubauen wäre ein unnötiger Aufwand.

Viele Grüße





Besten @Olaf aus Sachsen und @Gerhard Schobig!
Das Buch vom Herrn Mönck war ein sehr guter Hinweis.
Ich habe eine Ausgabe von 1986 äußerst günstig erhalten.Gut zu lesen, interessant und verständlich!
Zur Instandsetzung meines Daches werden mehrere Möglichkeiten aufgezeigt, sowohl mittels angelaschter Bohlen, als auch mittels gegossenem Betonauflager.
Bei meinem derzeitigen Dach fehlt der Aufschiebling,daher direkte Bewitterung der Konstruktion--> Dachüberstand muss größer werden.
Beste Grüße!