Deckenaufbau für Gussasphaltestrich im Altbau

21.03.2017 Roteisen



Guten Abend allerseits,

wir arbeiten gerade in einem 3-geschossigen Mehrfamilienhaus, BJ ca. 1890, und sanieren es, insbesondere die Bereiche, die Feucht- bzw. Nassbereiche sind/waren/werden.

Verbaut sind Holzbalkendecken.

Die vor ca. 25 Jahren eingebauten Bäder mussten herausgerissen werden, da weder die verbaute Schalung (Originaldielen, darauf V100-Platten 19mm, darauf mehr oder weniger gut - mit und ohne Gaze gefliest) durchnässt/gebrochen - teilweise schon in Auflösung befindlich waren.

Die Balken sind erstaunlich gut erhalten, so dass unser Statiker kein Problem hat, sie für den Einbau einer Lewisdecke (50mm Dicke, ca.90kg/m²) freizugeben.

Unser Freund und Bauherr möchte am liebsten Gussaphaltestrich (Gussasphalt 30mm Dicke, ca. 70kg/m² laut Bauleiter der zu beauftragenden Firma) einbauen, da dadurch 6 Wochen Bauzeit gespart werden (was stimmt, da kein händischer Lewis-Einbau, und kein Betonestricheinbau und damit keine 4 Wochen Abbindezeit vor Belegung), und dieser eben dicht ist, und relativ wenig aufbaut (30mm) und der Fußbodenaufbau so 2cm niedriger ist, und damit zum Parkett der Nachbarräume anschliessen würde.

Meine Frage ist:

In den Bereichen wo "der Pilz" wohnte, die Holzwürmer bereits ausgezogen waren (Fehlboden), und es nach Wald roch (Einschub) - möchten wir ggf. etwas anderes einbauen als geflammten Sand.

Die neuen Decken (nur die, in denen der Einschub wegen Feuchtigkeit und unfreiwilliger "Pilzzucht" entfernt wurde) sollen auf dem Fehlboden entweder mit

- Blähton (ggf. Blähschiefer) ungebunden mit Rieselschutz

oder mit

- Blähton zementgebunden

verfüllt werden.

Darauf soll Rauspund/mineralische Trittschalldämmung, dann wandentkoppelter Gussasphalt eingebaut werden.

Ziel ist es, eine erhöhte Deckensteifigkeit zu erreichen, bei verbessertem Schallschutz und gleichzeitig besserer Wasserdichtigkeit.


Was würdet ihr bevorzugen oder empfehlen?
Gibt es sonstige Hinweise, Warnungen, Empfehlungen?

Vielen Dank,

Beste Grüße,

Roteisen



Fußbodenaufbau im Bad, ggf mit Holzboden



Sand ist für den Schallschutz nicht zu übertreffen, da aufgrund der Kleinkörnigkeit sehr gut dämpfend bei gleichzeitig hohem Raumgewicht.

Jedes leichtere, grobkörnigere, festere Material ist schalltechnisch schlechter.

Zum Trittschallschutz sind weichere Holzfaserplatten gut geeignet.

Ohnehin ist die Frage, wo hoch die Schallschutzanforderungen und Belastungen sind.
Wenn andere Bauteile schalltechnisch schlechter sind erübrigen sich partielle Verbesserungsmaßnahmen.

Ich habe vor über 20 Jahren in einer meiner vermieteten Wohnungen geölte Holzdielen ohne Abdichtung darunter verlegt- völlig schadensfrei.

Wie bei jedem Holzfaß zu beobachten ist quillt Holz bei Feuchtigkeitsaufnahme und dichtet sich dadurch ab.
Holzboote haben auch kein Problem mit Wasser.
Randbereiche können mit Kompriband abgedichtet werden.
Holzböden sind zumindest fußwarm, schnell und trocken verlegbar und viel preisgünstiger- selbst bei hochwertigen Dielen.

Schallschutz ggf mit Federabhängern von unten verbessern

Bei genügend Raumhöhe können auf die Deckenbalken 18 oder 22 mm Siebdruckplatten verschraubt werden, Fugen mit PU verkleben, Ränder abdichten, darauf ggf Latten für die Dielenbefestigung auf Gummigranulat lose verlegen. Der Zwischenraum könnte für Installationen verwendet werden.
Andreas Teich



Trockenestrich



... auf zementärer Basis, z.B. Powerpanel TE. In den Spritzwasserbereichen zusätzlich eine Verbundabdichtung anbringen.

Schüttung mit Blähton sollte ok sein. Hohlräume unter dem Fehlboden würde ich mit Steinwolle ausdämmen.