Projekt:

15.10.2010



Guten Tag,

mein Projekt, welches ich heute erst einmal vorstellen möchte, besteht im Wesentlichen aus einem ehemaligen Wohnhaus mit Stallungen und Heuboden. Das gesamte Gebäude misst15*10 Meter, der Stall (10*10 Meter). Baujahr ca.1910-1914.

Das Gebäude liegt an einem Hang im Hochsauerland, mitten im Wald, das Wohnhaus und das vollständige Erdgeschoss sind aus 55er Bruchstein-Wänden, die leider unten etwas feucht sind.

Das Wohnhaus ist unterkellert, der Stallbereich nicht. Über dem Stallbereich befindet sich der ebenfalls 10*10 Meter messende Heuboden, in den ich 1,5 neue Etagen einziehen möchte. Dieser hat derzeit nur ein holzbeplanktes Ständerwerk als Aussenwand.

Meine Idee zur Sanierung:
1.: Das undichte Dach abdecken, Sparren ausgleichen, Folie & neue Pfannen. 3 Kamine verschiefert, neue Kaminköpfe gegossen, neue Dachentwässerung. (Hab ich in den letzten 4 Wochen erledigt)
2.: Den Stallboden auskoffern (ca. 50 cm, nicht unter die Fundamentenunterkante), 20 cm Rollkies, 10 cm Hartschaumplatten, Folie, 15cm stahlbewerte WU-Betonplatte
3.: Vor das Gefache des Heubodens eine neue Aussenwand mauern, dabei das Gefache unangetastet lassen, auch nicht mit Dämmstoff ausfüllen. Ich möchte später noch vor der vorhandenen, vertikalen Verbretterung zusätzlich eine hinterlüftete Lärchen-Stülpschalung anbringen, somit bleibt die tragende Holzkonstruktion einfach belüftet und unangetastet. Obwohl es mir schwer fällt, da nicht noch "ein bisschen Dämmung ins Gefache zu stopfen". Wär schön, wenn die Balken noch mal 80 Jahr hielten...;-)

4.: Neue Geschossdecke einziehen: Holz-Zwischendecke, Sparren, Blindboden, Dielen



Ich habe, dass dürfen Sie mir glauben, in diesem Forum ausgiebig recherchiert, allerdings zu meiner spezifischen Problemstellung nichts gefunden. Somit zu meinen ersten Fragen, und ich bin sicher, es folgen noch einige.


1.: Die Zwischendecke einigermassen schalldicht auszustatten erfordert scheinbar einige Masse. Ein verrückter Gedanke, der mir kam, war: Die ausgekofferte Bodenmasse unter dem Stallboden gleich wieder in den Blindboden einzufüllen. Ich könnte hier mit einem Seilzug recht ökonomisch arbeiten und das Material vom EG in das 2. OG durch ein Loch in der Decke transportieren...
Woraus die Erde unter der Betondecke besteht, kann ich nicht genau sagen, wird wohl ein Lehm-/ irgendwas-Gemisch sein. Sind meine Gedanken hier unsinnig?
2.: Ich bin nicht in der Lage, auf dem Heuboden das neue "Außenmauerwerk" von aussen zu verputzen. Trotzdem möchte ich angenehm klimatische Eigenschaften produzieren, ohne natürlich die vorhandenen Fundamente allzusehr zu belasten. Die waren ja für so einen Maueraufbau eigentlich nicht gedacht. Wäre Ytong hier ein geeigneter Stein? Oder besser Hohllochziegel? Lehmsteine?

Ich bin ein freund naturnaher Bauweise, deshalb sind mir natürlich ökologische Baustoffe am liebsten. Allerdings bin ich als mehrfacher Familienvater auch unserer Geldbörse verpflichtet, somit bin ich vor allem auch an ökonomischen und pragmatischen Ansätzen interessiert.

3.: Ich plane zu beginn der wärmeren Jahreszeit im nächsten Jahr eine Drignage um das Haus zu legen, mit Kies obendrauf, etc.. Leider wurde mir davon abgeraten, das im nassen Herbst zu tun, da die Gefahr eines Einsturzes des Grabens hier zu hoch sei und die Gemäuer nicht so recht abtrocknen können. Ist es dennoch zulässig und ratsam, vor dieser Maßnahme bereits eine neue Bodenplatte im Innenbereich zu gießen?

Herzlichen Dank für Ihre Zeit,

Ihr

Ralf Richthofen



Nur



ein paar Tips wie ich es machen würde, da wir selbst gerade bauen.
Wenn sie das Haus nur selbst nutzen wollen, dann würde ich nicht so viel Wert aif Schallschutz legen. Was ist so schlimm wenn sie Ihre Familie hören? Ansonsten lieber nicht den Aushub einfüllen, lieber etwas kostengünstiges Gesteinsmaterial.
Vormauern würde ich nicht. Wir bringen bei unserem Fachwerk eine 15cm Schicht Stampflehm von innen an. Es ist ein Stampflehm-Blähglasgranulat-Gemisch welches von innen in eine Schalung gestampft wird.Die Schalung wird dann entfernt. Der m³ wiegt nur 0,5 Tonnen und man bekommt einen homogenen Wandaufbau. Mit der Schalung bekommt man die Wand schön gerade und es muß nur noch Putz drauf. Ich bin auch der Überzeugung daß es nicht mehr oder nicht viel mehr kostet als andere Methoden.
Drainage würde ich weglassen, außer bei Staunässe. Die meisten Drainagen die ich gesehen habe leiten sowieso kein Wasser ab. Es sickert an der Drainage vorbei in den Boden.Die Feuchtigkeit in den Wänden bekommen Sie damit auch nicht raus, da eine Mauer ohne Kapillarsperre das Wasser aus dem Boden saugt. Es wäre also erst einmal zu klären was die Drainage bewirken soll.