Wasserschaden / Schlackendecke

15.06.2007



Hallo, über meiner Küche gab es einen Wasserschaden und das Wasser drang an 2 Stellen durch die Küchendecke. Dort ist eine Holzdecke montiert, die nun Wasserflecken aufweist. Heute war ein Handwerker da, und meinte, die Schlackendecke trocknet von alleine wieder aus. Die Messwerte ( einfaches Handgerät) lägen bereits wieder fast im Normbereich.
Den Handwerker hat die Versicherung des Verursachers geschickt und ich weiß nicht, ob ich´s glauben kann. Es riecht weiterhin feucht und unangenehm in der Küche.



Vorsicht!



Wie soll eine geschlossene Decke so schnell abtrocknen?
Beratung beim RA oder (falls zur Miete) beim Mieterschutzbund nachfragen.


Gruß aus Dortmund
Harald Vidrik



Messungen!



Gibt es ein Protokoll?Wo und wie wurde gemessen? Hat eine Öffnung der betroffenen Decke stattgefunden?

Dranbleiben!

Gruß Micha



Der Bock als Gärtner



Hallo liebe Sylvia

Solchen hemdsärmligen Handwerkeraussagen würde ich grundsätzlich nicht trauen. Entweder wird der Nachweis der trockenen Füllung von einem qualifizierten Sachverständigen durch protokollierte und nachvollziehbare Messungen festgestellt oder es muss getrocknet werden. Ich würde den Verursacher und seine Versicherung hier nicht ohne weiteres aus der Haftung entlassen.

Allerdings ist es erfahrungsgemäß preiswerter die Decke einer technischen Trocknung zu unterziehen, als eine aufwendige Untersuchung durchzuführen.

Aber Achtung!
Decken mit durchnässter Fehlbodenfüllung lassen sich nur mühsam trocknen auch hier sollte ein nachvollziehbares Messprotokoll der Trocknung vorliegen. Bei langanhaltender Feuchte (z.B. dampfdichter Oberbelag) droht die Gefahr von pilzlichen Holzschäden und gesundheitlichen Beeinträchtigungen.


Gruß

L. Parisek



Wasserschaden



Bei einer von uns sanierten Wohnung wurde durch eine verkehrt angebrachte Pumpe an der Heizung ein Wasserschaden verursacht. Die Zwischenwände bestanden aus einem Ständerwerk mit Rigipsbeplankung, die bis auf die Betonplatte durchging(!) und mit Steinwolle gedämmt war.
Wir haben der verursachenden Firma empfohlen, die Rigipsplatten großflächig zu öffnen um das Ausmass des Schadens zu begutachten. Diese Firma hat mit einem Lochbohrer in Bodenhöhe ein ca. 6-7 cm großes Loch gefräst, und durch befühlen die Trockenheit der Dämmung festgestellt.
Wir haben anschließend die Beplankung großflächig bis auf die Betondecke geöffnet und festgestellt, daß unter dem Estrich das Wasser im gesamten Wohnungsbereich war und die Dämmung im Estrich vollkömmen nass war. Es mussten Bohrungen gemacht werden und Enlüfter aufgestellt werden um die Feuchtigkeit zu entfernen. Nachdem ein Baubiologe Proben aus Dämmung und Estrich ausgewertet hatte, ist die Fa. Haarscharf an einer Entfernung des gesamten Estrichs vorbeigeschrammt.
In der Dämmung und an den Wänden hatten sich schon Schimmelsporen angesiedelt!
Die erneute Sanierung war erheblich teurer als die ursprüngliche.
Lassen Sie sich also kein X für ein U vormachen und befolgen Sie den Rat von Herrn Parisek!


Gruß aus Dortmund
Harald Vidrik