oh je...Wasserschaden an der Decke




Hallo an alle!

Bin neu hier und hoffe auf Verständnis zu stossen, dass
wir echt keine Ahnung haben und demzufolge für den Spezialisten sicherlich alles falsch bezeichnen und gewisse Fremdwörter im Baubereich uns nicht geläufig sind :-(

Am 20.06. sowie gestern hatten wir hier extremen Starkregen. Evtl. hatten wir das Problem welches wir gestern feststellten am 20.06. auch schon. Da war unsere Hauptsorge allerdings der überlaufende Keller.

Heute Nacht ist jedoch, weil ein Zimmer im oberen Stockwerk vollgelaufen ist, unsere Decke heruntergefallen. Sieht gerade echt übel aus und ich weiß nicht wie dies jetzt korrekt saniert werden kann. Ist natürlich kein versicherungstauglicher Schaden, demzufolge müssen wir selbst ran.

Nun zu meiner Frage mit was wird der herausgefallene Lehm (und muss jetzt alles rausgeholt werden - muss das was noch da ist erstmal 1000 Jahre trocknen?) ersetzt? Wie geht es dann weiter? Es schien ca. 3 bis 4 cm dicker Putz an der Decke gewesen zu sein. Wieder Putz? Rigipbs? Ich bin vollkommen aufgeschmissen. Es handelt es sich nicht um ein Fachwerkhaus sondern um ein Haus von 1927 - was hoffentlich für eure erhofften Antworten keine Rolle spielt.
Soll ich ein Bild einstellen?
Viele liebe Grüße
M.S.



Wasserschaden



Bei einem solch schwerwiegenden und umfangreichen Wasserschaden sollte eine generelle Bestandsaufnahme gemacht werden um den tatsächlichen, auch den eventuell verborgenen, Schadensumfang feststellen und eine nachhaltige Sanierung durchführen zu können.

Alle durchfeuchteten Baukonstruktionen sollten vom Aufbau her überprüft und auf die Möglichkeit und die Dauer zur Trocknung hin untersucht werden. Bei organischem Material (Holz, Lehm etc) muss die Schimmelbildung bei dem z.Zt. herrschenden, warm-feuchten Wetter bedacht werden. Auch sollte der Hausschwamm keine Gelegenheit haben, sich in verdeckten und eventuell lange feucht bleibenden Konstruktionen einzunisten.

Wie kam es zu diesem starken Wassereinbruch im Obergeschoss? Ist das Dach defekt oder ein Fallrohr oder die Rinne verstopft gewesen? Woher kam die Überschwemmung im Keller? Oberflächenwasser von außen (Kellerluke), drückendes Wasser durch die Aussenwand oder den Kellerboden oder Rückstau vom Kanal in der Strasse?

Bei Bedarf kann ich ggf. zu einer Schadensbegutachtung bei Ihnen vorbeikommen. Wo befindet sich Ihr Haus?



Deckenaufbau



Ich habe mich bewußt wegen genau einem solchen möglichen Wasserschaden für 4-8mm Kies als Füllung der Balkendecke entschieden und unter die Balken Holzwolle-Leichtbauplatten geschraubt (mit Tellerkopfschrauben preiswert bei EBAY), mit Rabitzdraht vollflächig bespannt (Dachpappenstifte verwenden) und mit Kalkputz (3Teile Sand, 1Teil Kalkhydrat) zweilagig verputzt.
Kalkputz läßt Feuchtigkeit sehr gut durch, fällt aber nicht gleich von der Decke bei einem Wasserschaden.

Lehm wirkt dichtend gegen Wasser und speichert auch Feuchte über eine lange Zeit und fällt beim Wasserschaden wohl offensichtlich schnell von der Decke.
Eine Kiesschüttung kann so gut wie kein Wasser speichern, wirkt jedoch schwingungsdämpfend.

Die durchgefeuchtete Decke sollte nun nach oben und unten zum Trocknen geöffnet werden. Die feuchte Schüttung ist zum Trocknen rauszunehmen.
Die Holzfeuchte der Balken und des Blindbodens mit dem Meßgerät (gibts preiswert bei EBAY, der Holzheizer hats im Werkzeugkasten) prüfen. Sofern die Holzfeuchte wieder in Richtung 10% tendiert kann die Decke wieder aufgebaut und geschlossen werden.

Von OSB-Platten im Deckenaufbau halte ich nicht viel, da diese, wie auch Spanplatten, fast mehr Leim als Holz haben und wie eine Diffusionssperre wirken. Trocknungsprozesse werden hier behindert.
Ich plädieren für aufgeschraubte dicke Holzdielen.
Wer es komfortabler haben möchte (Trittschallschutz), macht nen Blindboden aus mit den Balken verschraubten Holzbohlen, legt darauf 5mm dicke Holzfaserplatten, darüber kommt dann der schwimmend verlegte hölzerne Fertigbodenbelag (Parkett). Hierbei die Aufbauhöhe beachten, ggf., die Bohlen am Auflager auf den Balken auf halbe Stärke bringen, um die Aufbauhöhe zu verringern.

Gruss Sascha