Wasserschaden an Decke

27.08.2010



Hallo liebe Forumsgemeinde. In einem vieleicht zu erwerbendem Haus gibt es laut Hausbesitzer einen alten Wasserschaden in der Obergeschossdecke (darüber ist der Dachboden). Laut Hausbesitzer ist dieser ausgetrocknet und die Ursache behoben. Ist es möglich auf diesem Bild Schädlingsbefall zu erkennen? Mir kommen die weissen Streifen auf dem Holz verdächtig vor. Mir geht es um erste Anhaltspunkte.

Vielen Dank





Ich würde meinen das dort der Hausschwamm drin hängt.
Gibt es auch eine Ansicht von oben, wurde der Fußboden dort geöffnet?

Grüß aus Schönebeck



Wasserschaden



Der Fußboden wurde meines wissens nicht geöffnet. Bei der nächsten Besichtigung werde ich mal länger auf dem Boden rumturnen und die Stelle suchen. Fotos werden dann gemacht.





In jedem Fall ist bei diesem Schadbild recht lange ungehindert Wasser in die Konstruktion eingedrungen.


Grüße aus Schönebeck



Der Weg des Wassers



Sie sollten auch die Eintrittstelle des Wassers im Dach suchen und die Wege, die noch von der Feuchtigkeit genommen wurden (Sparren, Sparrenfuß). An den Latten bzw. den Holzverfärbungen ist dies manchmal gut erkennbar. Gibt es noch mehr solche Stellen? Wie wurde das Leck beseitigt? Denkbar ist vieles, aber ich vermute mal eine defekte Dachluke oder das Rohr einer Fernsehantenne. Lassen Sie sich nicht beruhigen, denn wenn die Decke mit Strohlehm lange wässerte, sind großflächiger Sanierungen unausweichlich.



Wassereintrittsursache



Die Wassereintrittsursache soll ein defekter Betondachziegel gewesen sein. Das Bauernhaus beherbergte mal 4 Wohnungen. Der betreffenden Mietpartei soll der Wasserschaden wohl ziemlich egal gewesen sein. Der Dachboden hat als Füllung wohl puren Lehm. Durch reingewehten Schnee ist an einigen Stellen die Dielung auf dem Dachboden in Mitleidenschaft gezogen. Der Lehm war aber wieder total trocken. Werde noch ein paar Fotos der Dachkonstruktion (purer Betondachziegel, ohne Unterspannbahn etc.) und von Wasserflecken in der Deckenschalung des Obergeschosses (Verkäufer meint, die seien durch den reingewehten Schnee entstanden, es trocknet aber alles immer wieder gut durch) in die Galerie stellen. (von der Dielung habe ich leider keins).





Ich verwette meinen Ars… das das hier Echter Hausschwamm ist.

Nehmen Sie einen Sachkundigen für Holzschutz mit zum nächsten Vororttermin.

Grüße aus Schönebeck

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Deckeneinschübe kontrollieren



Herr Struve: gut aufgepasst, aber diese Wette würden Sie wahrscheinlich verlieren. Anhand des Fotos Hausschwamm: nein, holzzerstörender Pilz: ja.
Das heißt natürlich nicht, dass nicht innerhalb der Decke jede Menge andere Pilzarten stecken könnten.

Bei einer länger andauernden Durchfeuchtung einer Holzbalkendecke mit Pilzbefall sind immer die Flanken der Deckenbalken, welche direkten Kontakt mit dem Deckeneinschub haben, am stärksten geschädigt. Solange der Einschub feucht ist haben wir in genau diesem Bereich die besten Lebensbedingungen für holzz. Pilze. In der DIN 68800-3 wird dies als Gefährdungsklasse 4 bezeichnet (Erdkontakt). Anbei ein Bild von einem Pilzbefall im Anfangsstadium.

Ohne Öffnung der Decke und Ausbau des Deckeneinschubes lässt sich keine Aussage über den Zustand der tragenden Deckenbalken treffen.

Gruß
Boris Blenn





Hoffentlich bekommen wir hier noch die Aufklärung ob ich mein Hinterteil behalten darf.
Hier mal ein sehr ähnliches Bild des EHS, auch an einer Decke, nach Öffnung von unten.
Man beachte die Balkenauflage.

Grüße aus Schönebeck

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Sachverständigentermin ist anberaumt.



Habe jetzt beim neuen Vororttermin einen Sachverständigen für Holz- und Feuchteschäden mit dabei. Mal sehen wer seinen Hintern hier behalten darf oder auch nicht. In diesem Sinne bin ich auf das Ergebnis gespannt .