Scheibenwirkung Decke

07.04.2011



Hallo werte Community,

anhand welcher baulichen Merkmale ergibt sich die Notwendigkeit, den Fussbodenaufbau als "Deckenscheibe" auszubilden?

Habe in keinem der zum Thema passenden Threads einen Information dazu gefunden.

Wenn ich mir meine baulichen Gegebenheiten anschaue, dann habe ich zusätzliche zu den Aussenwänden (36er Vollziegel) noch eine tragende Innenwand (36er Vollziegel) und etliche Trennwände (16er Vollziegel). Der Boden ist dann in viele kleine "Scheibchen" aufgeteilt (28 Diele).
Meiner "laienhaften" Meinung nach sollte die Tragende und die Innenwände für die Aussteifung relevant sein.

Muss in einem Zimmer den Boden erneuern und nun entscheiden, ob ich verdeckt verschraube oder von oben durch die Diele.

Danke und Grüße
Jörg



Ich...



...hab mir die Frage jetzt mehrfach durchgelesen, aber um ehrlich zu sein, ich versteh nicht worum es geht!

Wenn Sie "in einem Zimmer den Boden erneuern" geht es da um den Bodenbelag (Dielen, PVC, Laminat...)?? Der hat nämlich hoffentlich keine statische Funktion. Die hat nur die eigentliche Deckenkonstruktion, welche aber in der Frage nicht beschrieben ist?!

Vielleicht bringt ja ein anderer mehr Licht ins Dunkel!

Viele Grüße
Michael



Scheibenwirkung



Hallo Cube,
die Scheibenwirkung von Decken hat etwas mit der Aufnahme von waagerechten Kräften zu tun.
Tragende Wände leiten Kräfte normalerweise senkrecht nach unten ab. Es können aber auch waagerechte Kräfte wie Winddruck Außenwände belasten. Die würden ohne Halt wegknicken oder umfallen.
Die mathematischen Probleme mit der Standfestigkeit von Wänden hat schon vor ein paar hundert Jahren der Mathematiker Leonhard Euler gelöst, die Knicksicherheit von Wänden berechnen wir heute noch nach seiner Methode.
Damit Wände bzw. Wandteile nicht umfallen kann man sie unten durch Einspannung, räumliche Anordnung oder oben durch Auflagerung halten. Dieser obere Halt erfolgt durch die Decken. Eingetragene waagerechte Kräfte werden von der Geschossdecke auf die anderen Wände verteilt, so entsteht ein räumlich ausgesteiftes Gebilde. Dazu muß die Decke als starre Scheibe wirken, um solche Kräfte übertragen zu können.
Dann hat eine Geschossdecke noch eine weitere wichtige Funktion:
Bei mehrgeschossigen Häusern begrenzen sie die Schlankheit bzw. die Knicklänge der Wände.
Die Kraftübertragung erfolgt bei Massivdecken durch Reibung zwischen Wand und Deckenauflager, bei Holzbalkendecken und Mauerwerk durch in die Wand eingelassene Stahlanker, bei Fachwerk durch formschlüssiges Fügen, z.B. Aufkämmen.

Viele Grüße



Bauaufsichtlich zugelassene Schrauben



Hallo Michael,
bin davon ausgegangen, dass die Fragestellung an sich die Art der Decke vorgibt. Dielen sind auch 2x mal im Text erwähnt und Herr Böttcher hat es auch entsprechend interpretiert.

@Georg Böttcher
Danke für die ausführliche Erläuterung!
Ich entnehme Ihrer Ausführung, dass ein Statiker anhand der Wanddimension errechnet, ob die Gefahr eines einknickens besteht!?
Die von Ihnen erwähnten eingelassenen Stahlanker habe ich so nicht an allen freiliegenden Balkenköpfen ausmachen können. An einem Balken ist irgendein Metallband angebracht, welches im Mauerwerk verschwindet. Die Dimensionierung sieht mir aber für einen Anker recht schwach aus.
Das Mauerwerk des EG ist auch etliche cm stärker Dimensioniert, als das des OG.

Ich werde jetzt auch nicht mehr rumrätseln, sondern die neuen Dielen von oben mit den Deckenbalken verschrauben (oder vernageln).

Kann mir jemand sagen, welche Schraubentypen für eine Beanspruchung auf Scheerung zugelassen sind?
Bzw. welcher Typ Nagel sollte verwendet werden?

Vielen Dank!

Freundliche Grüße
Jörg



Wenn..



...man allein aufgrund der Angabe "28 Diele" eindeutig zu dem Ergebniss kommt, dass Sie Holzbalkendecken ohne irgenwelchen Einschub mit Dielen oben drauf haben, ist es ausreichend erklärt. Ich konnte das eben nicht ableiten.

Ihre Antwort haben Sie ja ohnehin schon gefunden!

Viele Grüße



In der Fragestellung...



...ging es mir darum, möglicherweise prinzipielle Kriterien zu finden, welche eine Ausbildung der Decke als "Scheibe" bedingen.
Deshalb habe ich mir die Beschreibung des detaillierten Deckenaufbaus "geschenkt" und die Stichworte "Diele" und "verschrauben" als ausreichenden Hinweis auf eine Holzbalkendecke erachtet.
Werde mich das nächste mal klarer/eindeutiger ausdrücken.

Zum Thema: Kann mir jemand Schrauben bzw. Nägel für eine kraftschlüssige Befestigung der Dielen empfehlen?

Danke und Grüße
Jörg