Decke fixieren

05.04.2011



Guten Abend!

Auch wenn ich mir sicher bin, dass die richtige Antwort lautet: da hätte man eher 'dran denken sollen, stelle ich doch diese Frage.
Bei der Beseitigung der verschiedenen Veränderungen der vergangenen Jahrzehnte wurde diese Decke freigelegt, der Raum soll später die Küche werden, ehemals waren hier Speicher / Ställe. Wir finden diese Decke schön und auch sehenswert.
Im Bild hinten gab's eine Abhangdecke, vorne zwei untereinanderhängende. In der Zeit, bis entschieden worden war, die Decke komplett freizulegen und dieses auch geschehen ist, haben die Zimmerleute fleissig den Dachboden gedämmt und mit Rauhspund versorgt.

also meine Frage: gibt es eine Idee, wie man diese schöne Decke von unten (!) mit irgendetwas behandeln kann, dass man nicht ständig herabgerieselten Lehm im Kochtopf hat.

wie schon gesagt: mir ist klar, dass der Königsweg wäre, den Rauhspund und die Dämmung hier wieder hochzunehmen, die alte Schüttung herauszunehmen, ein Rieselschutz einzubauen und dann alles wieder retour.

Ein Ratgeber empfahl kürzlich: großzügig mit Kunstharz einstreichen.

Mein Favorit wäre: erstmal von unten reinigen. Alles, was bis dahin nicht 'rausgefallen ist, mit Leinöl fixieren. Wenn das Ergebnis nicht zufriedenstellend ist, die Sache von oben notgedrungen wieder öffnen.

Gib's bessere Ideen?

Gruß

Götz



Kölner Decke



-[pubimg 22311]

So gehen die Geschmäcker auseinander, schön finde ich das nicht.

Ich würde sie als “Kölner Decke” verputzen.

Grüße aus Schönebeck





Die 'Kölner' Decke ist im angrenzenden Wohnteil über zwei Etagen, da gehört sie auch hin (siehe Bild)

Hier in der zukünftigen Küche war aber der Wirtschaftsteil! Die Schweine und Hühner hatten so etwas nicht und wenn man sich vorstellt, das die Decke (4 m) sauber und von unten ordentlich beleuchtet ist, könnten wir uns das ganz schön vostellen.

Götz





Mal was anderes wäre eine große Glasscheibe einzusetzen, die den Blick auf die Holzdecke freigibt und rund um die Glasscheibe zu Verputzen oder was auch immer zu machen.



die Idee hatte ich auch schon, aber



wer fegt oben auf der Glasscheibe das was 'runtergefallen ist weg?



Holzdecke reinigen



Ich würde die Holzdecke reinigen und ggf.leicht anschleifen..Dürfte dann so aussehen wie im Bild.

Lg.PS



Der Weg zwischen Kunstharz und Leinöl



Hallo Götz,

wenn Ihr die Decke wirklich wollt - ordentlich reinigen sollte klar sein - evtl. auch was mit Strahltechnik.

Leinöl allein gibt noch nicht viel Halt - Kunstharz in so einem Bau? Meine Alternative wäre ein Naturöl (verschiedene gekochte Leinöle und Tungöl) mit Naturharzen (Kolophonium, Dammar):

Zuerst würde ich alles mit Möbel-Hartöl imprägnieren und austrocknen lassen. Wenn die Verfestigung nicht überzeugt, dann geht immer noch ein Überzug mit seidenmatten Naturharzlack oder Finishöl.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de





Ich denke das dürfte nichts (rieselfreies) werden.
Was dort als Decke zu sehen ist, ist nur der Fehlboden nebst rausquellender Lehmfüllung aus den Stößen.
Hier fehlt die komplette Verschalung von unten.


Grüße aus Schönebeck



Moin Götz,



deine Grundidee mit dem Leinöl (nach gründlicher Reinigung) find ich auch erstmal die Beste (Kann man ja vielleicht auch mit ner Gartenspritze o.ä. püstern). Trocknen lassen.

Dann raufgehen und wie wild rumtrampeln, unten gucken wo's rieselt, Ritzen mit Hanf ausstopfen und das solange weitermachen, bis ihr sagt "na gut, mit den paar Krümeln leben wir".

Je nach Frustrationstoleranz klappt das oder ihr verputzt doch - werdet es dann aber nie bereuen.

;-), Boris



Decke verputzen!



Genau die Idee hatte ich ursprünglich auch. Sah in den alten Häusern in Ibiza Altstadt sehr toll aus.
Wenn du schöne Deckenbalken hättest könnte ich es ja noch verstehen. Befass dich mal etwas länger mit deinem Haus, schau dir andere Häuser an, dann wirst du feststellen dass deine Idee kitschig ist, weil nicht historisch so vorgesehen.
Um auf das Ergebnis von "JOS Verfahren" zu kommen musst du schon die Lehmschüttung/Reste über deinen Staken/Brettern entfernen.

Waren die die Deckenbalken denn ursprünglich nicht verputzt?



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Decke bearbeiten



Hallo Götz,
beid er genauen Betrachtung der Küche, gibt es aus meiner Sicht viele Aspekte zur historischen Renovierung.
Was hältst Du davon, die Balken des Fachwerks (große Wand) zu reinigen, vor zu ölen, dann ausmauern und verputzen (Gefache weiß Streichen mit Lehmfarbe oder Kalk..)und Balken nachölen.
Ebenso die Balken an der seitenwand (Außenwand (genauso bearbeiten). Das sieht mit Sicherheit super aus und würde dann dem Haus entsprechen.
Bei der Decke würde ich die Felder verputzen (kannst Du hier viel dazu finden) und die Deckenbalken Sicht lassen. So würde es evtl. harmonisch werden und nicht zuviel des Guten (und es wäre auch Rieselfrei, wsa aus meiner Sicht in der Küche schon zwingend wäre).
Ich könnte mir das super vorstellen und Du sparst Dir dann doch noch an Arbeit.
Ich mache es immer so, dass ich mich zum Feierabend in Ruhe hinsetze und das ganze auf mich wirken lasse (mit oder ohne Bier :-))
Schreib wie Du Dich entschieden hast und wie es dann aussieht, wenns fertig ist.



Halb-kitschige Idee:



Rieselschutz an die Decke (von unten) und mit exakt zugeschnittenen alten Brettern verkleiden, die aussehen wie die "echte" Decke.



Vielen Dank für alle Kommentare und Ratschläge, aber....



die Decke bleibt unverptuzt!

Dieser Gebäudeteil ist der Wirtschafts-Teil in einem niedersächsischen Hallenhaus. Da haben Schweine gewohnt, vielleicht ein Knecht auf einem Zwischenboden (hier aber nicht, das Fenster fehlt), der Rest war Futterspeicher.
In den vergangenen 9 Monaten haben wir mit Hilfe der ehemaligen Bewohner, sachkundiger Zimmerleute, dem Denkmalschutz und einer Hand voll Feierabendbiere herausgefunden, dass das Haus eben nicht in der Altstadt von Ibiza steht, sondern im Calenberger Land.
Da waren die Einkomensverhältnisse nicht so, dass man den Nutztieren eine Kölner Decke eingebaut hat. Deswegen ist die Decke eben auch nicht kitschig (finde ich jedenfalls) sondern original.
Ich wüsste auch nicht, wer sich die Mühe gemacht haben sollte, beim 60er Jahre Umbau den alten Lehmschlag an der Decke so rückstandslos zu entfernen, wenn er nur die Decke abhängen wollte.
Nicht herausgefunden habe ich, wieso die decke vorne und hinten anders aussieht (vielleicht waren einfach nur die großen Bretter alle), es ist lediglich der alte Heuboden darüber und warum die freigelegte Fachwerkskonstruktion nicht an der tragenden Stiel / Deckenbalken angebaut wurde, sondern daneben (ganz rechts im Bild), kann auch keiner sagen.
Die Wand re ist ggw. bis Mitte Fenster offen, ein Großteil der Stiele und die gesamte Schwelle sind bei früheren Renovierungsarbeiten gegen KS Stein ausgetauscht und später aufgemalt worden. In dieser Woche macht der Zimmermann das FW neu! Da die Wand aber innengedämmt werden wird, ist die Idee mit dem Sichtfachwerk zwar sexy, aber nicht umsetzbar.

Die Idee mit einem zweiten Fehlboden ist auch nicht schlecht, ich denke dann würde ich aber oben den Fußboden wieder aufnehmen.


Über das Ergebnis werde ich natürlich berichten



Hast ja recht,



wenn da früher auch nur Schweine gewohnt haben......

;-), Boris





@Gehlerding [pubimg 20226]

Das die Decke möglicherweise im Original so war mag ja sein, nur dürfte das wohl mehr den Grund gehabt haben das es sich hier um Stallung und Speicher handelte als weniger um die Einkommensverhältnisse.

Im “angrenzenden Wohnteil” hat ja dann das Geld, wie man sieht, für eine Kölner Decke auch gereicht.

Den Schweine die dort gewohnt haben wird es wohl egal gewesen sein wie die Decke aussah und ob es regelmäßig rieselte.

Wie gesagt die Decke werden Sie so nicht rieselfrei hinbekommen.
Dazu müssten mindestens die Füllungen verschalt werden, und das entkoppelt vom Fehlboden.
Das kann in sichtbarer Holzausführung, Gipskarton oder Verschalung und Putz (Foto) geschehen.

Vielleicht sollten Sie zur Entscheidungshilfe mal ein weißes Bettlaken in dem Raum ausbreiten und dann nach zwei, drei Tagen sehen was da alles so runterkommt.

Grüße aus Schönebeck



..." aber ....



.... wer fegt oben auf der Glasscheibe das was 'runtergefallen ist weg?"

und wer fischt UNTEN das was ´runtergefallen ist, aus der suppe?
sie geben sich die antwort selbst!
aus eigener Erfahrung kann ich nur abraten, es wird immer rieseln, bei jedem luftzug, bei jeder bewegung im darüberliegenden geschoß.
gruß, carmen
p.s. ich finde die decke auch lustig (für einen stall), die situation in der küche ist es später sicher nicht mehr.



@götz



ist das Tier auf dem Kopfboden einer der berühmten pixelhunde ? ;-))
amüsierte Grüße Jürgen Kube
Ps. würde mit der Decke genauso vorgehen wie mit dem Hund - maskieren !



Putz



@Struve: wie wird so eine Decke verputzt?



Liebe Gemeinde,



@ Jürgen:

man muss ja mit den Gesichtern heute im Internet ganz besonders vorsichtig sein! Die email Adresse schreibe ich hier auch nur mit der dringlichen Bitte, damit außerordentlich diskret umzugehen:
sie lautet hund@animail.dot.
Der Hund ist übrigens keine geometrisch verunglückte Allegorie bezüglich Fachwerk, den gab's schon vorher (eigentlich sind's zwei, ein schwarz-weißer und ein braun-weißer).

Für alle anderen:

sicher ist die Idee nicht mit einem endgültig vorhersehbaren Ergebnis verbunden. Die Hälfte der Mannschaft auf der Baustelle findet es gaga, die anderen super. Krümel im Essen finde ich auch nicht so doll. Ich koche selbst, deswegen finde ich aber auch Schweine in der Küche auch nicht so schlimm, es kommt eben auf den Zustand an.

Meine Idee war, zu versuchen, die Decke zu fixieren. Wenn das fehlschlägt kann man immer noch nachträglich einen Rieselschutz einbauen, verputzen oder abhängen.
Es ist ja noch viel Zeit.

Zur Info: oben drüber gehe nur ich oder der Schorni, wenn er prüft, ob der Zug zieht.

Das mit der Riselprüfung per Bettlaken finde ich sehr gut. Dafür ist es aber noch zu früh, ggw. arbeiten dort die Zimmerleute, dann kommt der 'Strahler', dann die Maurer und dann der Lehm-Heini (Ist nicht bös' gemeint, aber wie nennt man sonst jemanden, der alles macht, was irgendwie mit Lehm zu tun hat?).

ich gelobe hiermit über das Ergebnis zu berichten!



Ich hab's:



Pinn' doch über den Herd eins von diesen alten Küchen- Stickereien (z.B.: "Borgen und Schmausen endet mit Grausen").

Das wäre zumindest stilvoller als Bettlaken.

;-), Boris