Decke unter Kaltdach einfach Dämmen

15.03.2021 T1663R


Hallo Zusammen,

in unserem Haus BJ 1880 wurde das Dach nicht fachgerecht gedämmt, aber vor ca. 10 Jahren neu eingedeckt.
Dadurch sammelte sich Feuchtigkeit und nun müssen Reparaturen ausgeführt werden.
Da wir den Dachraum nicht benötigen, wurde uns empfohlen ihn bis zur nächsten geplanten Erneuerung des Daches in 10-20 Jahren als Kaltdach zu machen, was wir gern machen möchten.
Natürlich stellt sich uns jetzt die Frage, was wir mit der Holzbalkendecke zwischen Kaltdach und beheiztem Wohnraum machen.
Bisher ist der Aufbau So:

Kaltdach
Dielen
Balken mit Sand befüllt dazwischen
Holzlattung
Schilf - verputzt

Ich weis, dass wir jetzt den ganzen Sand raus machen könnten, Dampfbremse rein, Dämmung rein - weiteren Aufbau und dann zum Schluss wieder Dielen drauf.
Mir stellt sich aber die Frage, ob es keine vergleichbar gute - einfachere - Lösung gibt.
Gibt es vielleicht eine Möglichkeit, wo der Sand drin bleiben darf und man mit relativ wenig Aufwand trotzdem eine ausreichende Dämmung hat?
Wir haben nicht vor den Dachraum zu nutzen. (außer vielleicht mal 1-2 Kisten Weihnachtszeug dort zu lagern...)
Für Tipps sind wir dankbar.
Mit freundlichen Grüßen



Oberste Geschoßdecke dämmen



anregungen kannst Du Dir oben rechts unter der Lupe mit o.g. Stichwort mehrere Dutzend holen. Dann zur Konkretisierung nochmal konkrete Frage einstellen.
Als Grundprinzip: keine dampfdichten Bodenbeläge, wie OSB, Laminat, Vinyl etc auf dem Dachboden.



Sand auffüllen und Rauspund



Hallo,
danke für deine Antwort.
Ich habe schonmal in anderen Themen geschaut, aber ich bin mir halt nicht sicher, ob sich das auf unseren Fall übertragen lässt.
Anhand der anderen Themen im Forum hätte ich jetzt gesagt:
- Sand auffüllen, soweit statisch möglich bzw. diffusionsoffene Trockenschüttung auffüllen / ggf. mit Zwischenbretten. (die Balken sind ca 30-40cm hoch)
- Rauspund drüber -> fertig

Mir stellt sich aber die Frage, ob das wirklich so geht und wenigstens ein gewisser Wärmedämmeffekt erzielt wird. Eine Dampfsperre ist dann ja auch nirgends vorhanden, weder in der Decke überm beheizten Geschoss noch im Dach. Gibts da keine Schimmelprobleme? Oder gibts die nicht, da ja alles Diffusionsoffen ist und "Atmen" kann?



Decke dämmen



1. Frage: Die Dielen willst Du ja wahrscheinlich nicht aufnehmen ? Ist denn die gesamte Balkenhöhe jetzt mit Schüttung gefüllt. Sand hat keine Wärmedämmfunktion.
2. Vorschlag: auf den jetzigen Dielenboden eine UK aufbringen, dazwischen Dämmung ( Zelluloseschüttung, Holzweichfaser, Perlite. Dann eine Unterdeckbahn, darauf Rauspund, kann auch nur teilweise, je nach Nutzung aufgeschraubt werden.
Eine Dampfbremse müßte auf die warme Seite der Deckenkonstruktion, also zwischen Deckenputz und Deckenschalung ( Holzlattung). Bei einem nach oben offenen Aufbau, so wie vorgeschlagen, brauchst Du keine Dampfbremse.



Unterdeckbahn?



1. Ich habe kein Problem damit die Dielen aufzunehmen, wenn dadurch Preis/Aufwand geringer wird, die hälfte der Dielen musste für die Reparatur des Daches sowieso raus.
Bei den geöffneten Bereich ist fast bis an die Dielung mit Sand aufgeschüttet.
2. klingt auch relativ kompliziert. Wofür brauch man in dem Fall eine Unterdeckbahn ? (ist die nicht diffsusionsdicht? Dann würde sich doch wieder Feuchtigkeit sammeln können oder?)
Oder kann man den großteil des Sandes rausnehmen, mit einer diffusionsoffenen Schüttung auffüllen und Rauspund drüber ? (oder so ähnlich)

EDIT
Ok nach Recherche könnte man ja z.B. Siga Majcoat 150 SOB Unterdeckbahn nehmen.
Würde das den funktionieren:

- großteil des Sandes raus
- mit difussionsoffener Schüttung bis ok-Balken auffüllen
- Unterdeckbahn komplett drauf
- Rausspund drüber

Danke für deine Tipps :)



Decke dämmen



also, folgende Situation:
Variante 1: Du läßt die Dielen jetzt liegen und ergänzt Fehlstellen, legst Kanthözer 40x 100 hochkant auf die Dielung im Abstand von 60 cm und nivellierst die gleich in Waage aus, dazwischen die Dämmung Deiner Wahl. Jetzt wäre die Frage, wie ist Dein Dach aufgebaut, vor allem im Bereich der Fußpfette bzw. des Übergangs vom Dielenboden zu den Dachsparren, ist da noch ein Dachkasten offen? Ein foto von dem Bereich wäre hilfreich. Die Unterdeckbahn wäre wichtig, wenn Du nur einen Teil des Bodens belegen willst. Dadurch wird verhindert, dass winters die kalte Luft in die Dämmung zieht, dann dämmt die Dämmung nicht mehr.
Vorteil dieser Variante: Falls Du, oder Deine Nachkommen mal einen Dachausbau planen, finden sie bereits einen waagerechten und massehaltigen ( wichtig für Schallschutz und gegen Schwingung) vor. Dann werden die Dich loben ob Deiner Weitsicht.
Variante 2.: die scheint auf den ersten Blick einfacher und schneller zu gehen, aber denk doch mal daran die Tonnen Sand nach unten zu bringen und zu entsorgen. Von der Dielung ganz zu schweigen. Desweiteren nimmst Du die Masse aus der Decke und die beginnt zu schwingen und jeder Schritt ist unten zu hören. Nun, im Moment bei der Nutzung als Abstellfläche für die Engelchen spielt das sicher keine Rolle. Wenn aber Deine Nachkommen mal den Dachboden ausbauen wollen, haben sie ein Schall- und Schwingungsproblem. Die werden dann sagen: Oh mann, hat der denn gar nicht an später gedacht.
Im Übrigen, den Dachdecker der mir eine Lebensdauer meines Daches bis zur nächsten Erneuerung von 20-30 Jahren prophezeit würde ich vom Gehöft jagen.



Dachkasten


Dachkasten

Hallo,

anbei ein Bild des "Dachkastens", viel ist leider nicht zu erkennen - meines Erachtens gibt es keinen. ;-)
Das Dach selbst steht ca. 0,5m/1m über die Fassade über.
Da wir mit der teil-Erneuerung des Daches nicht kalkuliert haben muss ich leider versuchen, die Kosten im Rahmen zu halten, auch wenn das einen späteren Ausbau erschwert. (das Dach war ja komplette gedämmt, nur leider nicht fachmännisch und diese Dämmung musste nun komplett entfernt werden)

Am einfachsten und kostengünstig scheint ja nun die Variante von oben:
- Großteil des Sandes raus
- mit difussionsoffener Schüttung bis ok-Balken auffüllen
- Unterdeckbahn komplett drauf
- Rausspund drüber

Geht das Grundlegend ? Oder besteht die Gefahr, dass sich Feuchte sammelt/Schimmel auftritt?
Reicht es ggf. auch ca. 10cm Sand zu entfernen und dann mit Schüttung aufzufüllen? (Sand ist doch diffusionsoffen oder?

Vielen Dank für deine Ratschläge


EDIT
sorry noch eine Nachfrage für eine 3. Variante:
Könnte man im OG / unter dem Dach, einfach in allen Räumen eine Trockenbaudecke einbauen?
Oberhalb der Trockenbaudecke 10-20 cm Dämmwolle, unterhalb der Metallkonstruktion Dampfsperre dran und Trockenbau drauf? Dann könnte man den Dachaufbau später immer noch nach belieben machen.
Da der Deckenputz in einigen der Räume sowieso nicht mehr der beste ist, fiel mir das jetzt als 3. Variante ein. Wenn es damit keine Schimmelprobleme gibt, wäre das natürlich die beste Lösung.



Trockenbaudecke



man kann, wenn eine Dampfsperre, die wirklich absolut dicht, vor allem an den Wänden , eingebaut wird.
Es gibt ein Programm, das nennt sich " ubakus.de", dort kannst Du alle Varianten der Dämmung modellhaft durchspielen.
Grundsätzlich sind aber Dämmschichten auf der kalten Seite der Konstruktion günstiger, weil sie eine Auskühlung des Bauteils und damit die Gefahr von Wasserdampfkondensation minimieren.
Eine Dämmung auf der Warmseite, und das wäre Deine abgehängte Decke, bewirkt, dass die Decke auskühlt und zwar bis an den Rand der Dämmschicht. Des halb ist eine Dampfsperre unverzichtbar, weil sonst die Mineralwolle absäuft und der Dämmeffekt merklich nachläßt.
Das andere ist der finanzielle Faktor. Ich bezweifle, dass Du mit Trockenbauprofilen, GK-Platten, Dämmwolle, Schnellbauschrauben, Uniflott Spachtelmasse, Tiefengrund und Anstrich, nicht zu vergessen die Entsorgungskosten für den GK- Verschnitt günstiger kommst als mit ein paar Kanthölzern, Zelluloseschüttung und Unterdeckbahn nebst etwas Rauspund für begehbare Flächen. Vom Arbeitsaufwand und der Nichtnutzbarkeit der Räume während der Bauarbeiten ganz abgesehen. Aber rechnen kannst Du das ja mal selber.
Und Dein entworfener Aufbau mit teilweisem Ersatz des Sandes mit Schüttung zwischen den Balken etc. geht natürlich auch.
PS, -sind die Balken wirklich 40 cm hoch?



Oberste Geschoßdecke dämmen



Wenn die Fläche nicht als Lagerraum benötigt wird ist das offene Aufblasen von Zellulose am einfachsten und günstigsten.
Randbereiche unter den Dielen gegen Luftzug zB mit Stopfhanf zustopfen.
Über der Fußpfette soweit abdichten, dass die Zellulose gehalten wird und nicht wegfliegen kann.
Durch leichtes Besprühen der Oberfläche mit Wasser wird diese gebunden- ähnlich Pappmachee.

Wenn Teilflächen als Lagerfläche benötigt werden mit OSB-Platten oder Dielen auf Lattung überbauen.

Bei ebenem Dielenbelag können begehbare Holzfaserdämmplatten ausgelegt werden.

Dampfbremsen sind bei diffusionsoffenen Konstruktionen nicht notwendig