Kappendecke sanieren aber wie ?

11.10.2004



Wir haben ein Haus von 1900 geerbt.
Ein Teil des Hauses ist unterkellert.
Die Kellerdecke ist vermutlich eine Kappendecke. Als Stahlträger (ca. 4m) sind Bahnschienen verwendet worden. Der Zwischenraum ist mit Ziegeln als Gewölbe ausgemauert.
Die Schienen sind unten stark angerostet.
Wenn man unter den vorhandenen Schienen neue T-Träger montiert und diese durch "Betonsäulen" abstützt kann mann die Decke damit "retten" ?

Gibt es sonst noch andere "kostengünstige" möglichkeiten.

Das Haus ist in Stendal (Sachsen-Anhalt)



Kappendecke



Guten Morgen,

steht denn eigentlich schon fest, daß der Rost die Resttragfähigkeit beeinträchtigt ?
die meisten Kappendecken, die ich kenne, sehen nämlich rostig aus, meistens ist dies nicht allzutief reichender Flugrost. Ich würde das durch anschleifen mal klären.

Anders, nämlich schlecht, sieht es oft um die Endfelder bestellt aus. Die Sacken bei nicht ausreichender Sicherung gegen Horizontalschub bisweilen durch und dann gibt es den Domino-Effekt: Decke durchgebrochen.
Abhilfe: in 1 m Abstand oder weniger Flacheisen senkrecht zu den drei letzten Endfeldern unterschweißen.

Das Einziehen eines Stützgerüstes dürfte dann wirkungslos sein, wenn die Kappenträger ordentlich durchgerostet sind, es entstehen an den Auflagern dann nämlich Spannnungs-spitzen, verbunden mit einer Lastumlagerung.

Bevor Sie es aber wagen sollten, eventuell eine solche Decke in Eigenleistung abzubrechen ein Sicherheitshinweis: nach den Bauordnungen der meisten Bundesländer sind Abbrüche in Eigenleistung verboten.
Gerade der Abbruch von Kappendecken ist lebensgefährlich, wenn nicht alle Sicherheitsmaßnahmen beachtet werden.

Gruß



Statiker



Nicht nur beim Abbruch sondern auch bei der Sanierung rate ich dringend einen Statiker hinzuzuziehen.
Ansonsten unterstütze ich die Aussage von Herrn Beckmann, erst einmal zu klären, wieviel von dem Träger noch übrig bleibt und mit dem Statiker, ob die Tragkraft noch ausreichend ist.



Eigene Erfahrung



Auch unsere Decke war mit Eisenbahnschienen als Träger versehen. Leider hat der Depp von Vorbesitzer (Maurermeister) eine Kappe rausgenommen und durch eine gerade Decke ersetzt. Damit war natürlich die Tragfähigkeit des ganzen dahin und musste abgerissen werden (ist beim Bau zum großen Teil von selbst eingebrochen, zum Glück nichts passiert). Die Träger sahen von unten auch fürchtelich verrostet aus, erwiesen sich aber nach dem Ausbau noch als erstaunlich gut erhalten. Da hatte sich wirklich nur an der Oberfläche Rost angesetzt, der nach aussen aufgerissen war und sehr gefährlich aussah. Dem Rat nach einem erfahrenen Statiker kann ich nur beipflichten.



Untermauerung der Schienen der Kappendecke



Erst mal Danke für die Antworten.

Wenn ich das nächste mal in Sachsen-Anhalt bin sehe ich mir die Träger (evtl. mit einem Experten) genauer an.

Hier noch ein Vorschlag für eine evtl. Sanierung:

Den Keller brauche ich nur als Leitungstrassen (Heizung, Wasser,...).
Wenn ich unter die Träger (Bahnschienen) Stützmauern errichte würde das die Decke tragen?
Evtl mit "breiten" großformatigen Steinen.
(Ich weiß nicht ob ich hierfür Hohlblocksteine die ca. 24x24X48 groß sind verwenden kann. Die sind natürlich leichter in den Keller zu tragen.)



Bahnschienen



Dag ok. Die statischen Werte (Widerstands-und Trägheitsmoment) sind ca. 20% größer als bei NP 16. Als Vergleich beziehe ich mich auf die Reichsbahnschiene S-49. Allerdings ist die Masse/lfd. m auch 2,5 mal größer, eben 49 kg/m. Vieleicht erkennt man nun, was der Rost zu fressen hat, bis alles einstürzt. Es kann sich natürlich, Baujahr 1900, auch um ein altes preußisches Schienenprofil handeln, welches aus Abriß bei der Umstellung auf Reichsbahnprofil anfiel. Man sollte einfach mal von unten kratzen bis Blankes zum Vorschein kommt. Inwieweit die Decke/das Gewölbe noch tragfähig ist kann man natürlich rechnerisch mit den zur damaligen Zeit in Ansatz gebrachten Materialnormen nachweisen. Diese lagen um ein Vielfaches niedriger als heute. Nu den man to.



Bahnschienen



Dag ok. Die statischen Werte (Widerstands-und Trägheitsmoment) sind ca. 20% größer als bei NP 16. Als Vergleich beziehe ich mich auf die Reichsbahnschiene S-49. Allerdings ist die Masse/lfd. m auch 2,5 mal größer, eben 49 kg/m. Vieleicht erkennt man nun, was der Rost zu fressen hat, bis alles einstürzt. Es kann sich natürlich, Baujahr 1900, auch um ein altes preußisches Schienenprofil handeln, welches aus Abriß bei der Umstellung auf Reichsbahnprofil anfiel. Man sollte einfach mal von unten kratzen bis Blankes zum Vorschein kommt. Inwieweit die Decke/das Gewölbe noch tragfähig ist kann man natürlich rechnerisch mit den zur damaligen Zeit in Ansatz gebrachten Materialnormen nachweisen. Diese lagen um ein Vielfaches niedriger als heute. Nu den man to.





Statik nachweisen, rost abschlagen vermutlich sieht es schlimmer aus als es ist, und Rostschutz aufbringen.





Guten Tag,

in welcher Feuerwiderstandsklasse würden Sie Kappendecken aus der Jahrhundertwende einstufen?

MfG
A.Paulusch



F0-A



Kappendecken tragen durch die Stahlträger, und diese haben keinen Feuerwiderstand.
Man kann aber eine Feuerwiderstandsklasse erreichen, wenn man die Stahlträger mit entsprechenden Feuerschutz-Platten bekleidet oder verputzt. Das Putzmaterial und die Putzdicke richtet sich nach der zu erreichenden Brandschutzklasse.