Fachwerkhaus gedämmt mit Isofloc und 17,5er Poroton ? (Innen)

15.09.2005


Hallo,
ich bin gerade dabei ein Fachwerkhaus aus den 50er Jahren zu sanieren. Es bestand aus einem Eichenfachwerk (12X12) welches beidseitig mit Heraklith verschalt war. Die Gefache sollten wohl mal ausgemauert werden, sind dann allerdings mit Seegras gefüllt worden. (hat dem Fachwerk anscheinend gut getan, da fast keine Schäden) Ich habe vor, die Gefache mit gebrauchten Vollziegeln auszumauern und von Innen zu dämmen (vorzugsweise Gasbeton oder Poroton auf Schalenfuge oder Luftschicht oder mit Isofloc ausgeblasen, oder, oder,...) Ist es nicht möglich mit einer 17,5 cm Innenschale Poroton und einer Isofloc Dämmung (find ich logisch weil auf Cellulosebasis (Holz))die Feuchtigkeit vom Fachwerk fernzuhalten? Hat jemand gute Erfahrungen mit einem Wandaufbau dieser Art gemacht, oder kann mir Jemand einen guten Vorschlag diesbezüglich machen?
Des Weiteren wird die Holzbalkendecke zwischen Keller und EG durch eine Stahlbetondecke ersetzt (alle Balkenköpfe sind fertig, aufstellen der Innenschale wird einfacher, ggf. Fußbodenheizung, ...)Gibt es eine geschickte Möglichkeit wie das Fußpunktdetail aussehen könnte? Die Decke liegt nähmlich in Höhe der Schwelle.
Wie dämmt man in diesem Bereich Holz gegen Beton?

Ich wäre für Eure hilfreichen Tips sehr dankbar.

Liebe Grüße aus Schleswig Holstein

von Michael



seegras



hallo,
warum nicht das Seegras lassen wenn es dem Fachwerk gut getan hat. Mit Gasbeton (oder wie das Ding heißt) können Sie dann Ihr gesamtes Fachwerk in einigen Jahren erneuern.
Ist die Holzbalkendecke noch in Ordnung? warum dann Stahlbeton. Beton nimmt keine Feuchtigkeit auf, holz ja.
Wenn die decke unbedingt erneuert werden muss, dann würde ich mit Hohltonkörper in Form einer Ziegeldecke arbeiten. Diese Decke ist wie eine Holzbalkendecke feuchteregulierend.
M.f.G.
J.E.Hamesse



Isofloc hat keine



Zulassung als Kerndämmung zwischen zwei Mauerschalen. (Soll das Fachwerk nachher sichtbar bleiben?) Vorschläge für eine Innendämmung gibt es hier im Forum einige.
Für die Kellerdecke unterstütze ich Jean-Elie Hamesse mit seinem Vorschlag eine Ziegeldecke einzubauen. Allerdings sehe ich keine gute Möglichkeit diese oder auch eine Betondecke in Schwellenhöhe einzubauen. Hier sind feuchteprobleme vorprogrammiert. Ich empfehle eine Beratung vor Ort auch bzgl. der Dämmarbeiten.
Die Fußbodenheizung würde ich mir verkneifen. Auch hierzu gibt es schon einige Diskussionen in diesem Forum.



Perlite schüttung?



HAllo,

vielen Dank für die Antworten.(Jean-Elie, Fred) Das Seegras war IN den Gefachen. Die Gefache werden jetzt mit Ziegeln ausgemauert. Das Fachwerk soll von aussen sichtbar bleiben. Isofloc als Kerndämmung war gedacht, dass ist richtig. Wenn das nicht funktioniert, wie sieht es denn aus mit einer Perlite schüttung? Wenn ich die Infos, die ich bisher von dieser wirklich sehr guten und auch freundlich- hilfsbereiten seite zusammen fassen darf:
-Gasbeton ist schlecht, da das hineindiffundierte wasser aus dem inneren des hauses nur schlecht wieder entweichen kann
-Eine Luftschicht ist bei einer aussen sichtbaren Fachwerkwand nicht sinnvoll, da ggf das Tauwasser an dieser Wand innen anschlägt
-Kerndämmung kann mann generell durchaus machen aber wie?
-Warum kann man eigentlich keinen Aufbau entsprechen 2-Schalig oder 3- Schalig MW erstellen wie bei einem normalen EFH?
-Isofloc hat zwar keine zulassung, ist es nicht dennoch eine passable idee? (cih kann noch nicht erkennen, wo die NAchteile sind.
Noch eine Frage: wenn mann einen 3 Schaligen Aufbau zugrunde legt:
1. Aussenwand 12.5 cm Eichenfachwerk/vollziegel,
2. 6-8 cm Kerndämmung (welcher Art?),
3. 12-17,5 cm Innenschale Z.B. Poroton (diffusionsoffener)

Wie dick sollten die einzelnen Schalen eigentlich idealerweise sein?

Zur Betondecke: Ich habe über der Natursteinwand noch etwa 3 schichten 24er Ziegel mauerwerk. die decke kann dort aufgelegt werden, so dass sie keinen kontakt zur schwelle hat (liegt unter der schwelle) Die sinnhaftigkeit das eine im inneren befindliche Decke feuchtigkeit aufnehmen muss ist mir allerdings noch nicht klar, da sie keinen temperaturschwankungen ausgesetzt ist. (wie ist es denn im Vergleich mit anderen Häusern mit STB Decken?)



seegras 2



hallo,
ich fange mal umgekehrt an: Die innenliegende Decke MUSS nicht die Feuchtigkeit aufnehmen, sie tut es wenn sie es kann. Wenn nicht bleibt die Feuchtikeit im Raum. Eine kleine Dehnungsfuge zwischem Wand und Decke ist vorteilhaft: dazu wird ein Streifen unverrotbares Material genommen: Früher hat man Bitumenpappe genommen, später kam bituminertes Polystyrol, heute wird ein flexibler Kunststoff (wie beim Estrich) genommen. Dieser Streifen sollten auch als Anti-Kältebrücke dienen.
Fachwerk: 12 cm Querschnitt ist verdammt klein um es sichtbar zu lassen, dazu noch das Gewicht der Ziegel (oder Klinker). Ansonsten ist eine Innenschale aus Porenziegel (nimmt Feuchtigkeit auf und gibt es wieder ab, d.h. ist Feuchteregulierend wie die Ziegeldecke oder die Holzbalkendecke) durchaus machbar. Eine unverottbare Kerndämmung ohne Luftschicht ist auch machbar. Aber diese Lösung ist zweiter Wahl. Habe ich schon durchführen lassen, bis jetzt ohne Probleme, aber ganz zufrieden bin ich nicht dabei.
Wie es in anderen Häuser mit STB Decken aussieht, naja es geht so, es ist schnell, billig und sauber...
M.f.G.
J.E.Hamese



seegras 3



hallo jean elie,

...das hört sich gar nicht so schlecht an. Ist es denn un besser die Innenschale (poroton) möglichst dicK (gute dämmung, Taupunkt weiter innen?) oder möglichst dünn (schlechtere dämmung , taupunkt weiter aussen?) auszuführen. welche kerndämmung würde mehr sinn machen: perlite ( tonkügelchen, geiche Diffusion wie der ziegel, aber luft dazwischen)oder isofloc (cellulosebasis, gleiche eigenschaften wie das holz, relativ homogen und dicht). Und auch heir die frage: gibt es ein verhältnis von Innenschalendicke zu kerndämmungsdicke)...aussenwand bleibt immer gleich dick...)



seegras 3



hallo,
Um so stärker die Innenwand um so besser die Wärmespeicherung, um so starker die Dämmschicht um so besser die Dämmung. Dies sind U-Wert Berechnungen, die ein Bauphysiker durchfüren soll, es gibt softwares dazu. Sowas kann man nicht einfach über ein Forum machen.
Perlite sind keine Tonkügelchen, die heißen Blähton. Perlite ist ein Vulkangestein und hat einen lambda-Wert von 0,05, Blähton hat o,16. Beide sind mineral und passen gut zum mineralischen Aufbau der Wand. Besser wäre einen Innenwand aus StrohLehmziegeln, mit einer Schüttung aus Leichtlehm, allerdings ist der Lambda-Wert 0,25
M.f.G.
J.E.hamesse