Schallisolierung einer Holzbalkendecke

28.02.2005



Hallo Fach-Werker!

Ich plane, eine Holzbalkendecke (oberseitig Holzdielen 30mm mit Spachtelung und Teppichboden, unterseitig Holzspaliere mit Gipsputz und Tapete, Füllung der Gefache mit Schlacke, Stroh und Lehm) in unserem Einfamilienhaus von 1920 zu sanieren, da die Schallschutzeigenschaften dieses Deckenaufbaus sehr zu wünschen übrig lassen. Nach einigen Recherchen in diverser Literatur und Internet-Foren habe ich mir folgenden Plan zur Sanierung besonders unter Schallschutzaspekten ausgedacht.

1. Entfernen der Dielen und Ausräumen der Füllung von oben bis auf die Spaliere an der Unterseite
2. Einbringen von Tragleisten unten/seitlich an die Deckenbalken
3. Auflegen von OSB-Platten zwischen den Deckenbalken und auf die Tragleisten
4. Einlegen eines Rieselschutzes (diffusionsoffene Folie o.ä.)
5. Anfüllen der Gefache mit druckfester Schüttung (z.B. Perlite) bis über die Balkenoberkante hinaus
6. schwimmende Verlegung von Trockenestrichelementen (z.B. Rigidur) mit unterseitiger druckfester Mineralfaserkaschierung
7. Aufbringen des Bodenbelags (Kork oder Teppich) auf den gespachtelten Trockenestrich
8. eventuell in einem späteren Arbeitsschritt die Spalierdecke im Erdgeschoss entfernenen und durch abgehangene Gipskartondecke ersetzten.

Folgende Fragen konnte ich mir jedoch noch nicht beantworten:
1. Wie weit sollte die Schüttung über die Balkenoberkante hinaus gehen oder
2. ist es besser, zwischen Balken und Trockenestrich ein anderes Material (z.B. Mineralfaserdämmstoff) zu verwenden?
3. Wird sich der Trockenestrich bei Punktbelastung (z.B. durch Möbelfüße) im Bereich zwischen den Balken durchbiegen und eventuell in die Schüttung gepresst werden?

Ich bedanke mich für Eure Bemühungen und freue mich schon auf die sicherlich vielen hilfreichen Tipps!

Gruß,
Norbert Klodt

KlodtNorbert@gmx.de
33184 Altenbeken



Schallisolierung



Die Schüttung wenige mm über der Balkenlage abziehen.

Um auch Masse in die Decke zu bekommen, machen wir eine Schüttung mit
Blähtonleichtlehm (900 kg/m³).

Hier weiß ich leider nicht, wie die Tragfähigkeit bei Deiner Decke aussieht.

Auf Rigipsplatten würde ich später verzichten. Lieber 8mm Heraklithplatten
und mit Lehm überputzen.

Solltest Du noch Fragen haben, kannst Du mich auch direkt kontaktieren.

Gruß aus Dortmund

Harald Vidrik



Bodenaufbau



Hallo

also das ist ja schon mal ganz gut, wenn man selbst mal was machen will!
Aber!!!
Punkt 1 - 5 kann ich nachvollziehen aber nicht bejaen!
in Punkt 5 in Verbindung mit Punkt 6 ist ein Fehler drinnen
Die Holzbalkendecken sollten statisch als Scheibe wirken, sodass das nichts wird mit der "schwimmenden" Verlegung der Trockenestrichelemente!
Wenn die Perlite druckfest ist und die Mineralfaser unter den Trockenestrichelementen, dann ist auch der Schallschutz im A....!
Der Punkt 7 wird sich von selbst erledigen, da bei dem Aufbau trotzdem zu Fugenbrüchen kommen wird.
Und Punkt 8 würde ich unter keinen Umständen so machen!

Das mit dem Schall ist hier im Forum zur Genüge durchgekaut worden:
vielleicht noch etwas suchen!

einmal mit Masse arbeiten - schwere Schüttung reinpacken
zum Zweiten: Oberboden trennen - Dämm+Leistensysteme oder nur Holzfaserplatten mit OSB22-28 verwenden
und wenn es dann noch nicht genügt: die untere Decke mit Federbügeln abhängen und mit Flachs- oä. Matten schalldämmen
keine Randbefestigungen sonst Schallübertragunen

Das mit der Scheiben - Wirkung hat der Vorredner sicherlich übersehen ……!!

FK
aus Nürnberg







Schallschutz mal anders



Wir haben folgenden Aufbau gewählt, der rechnerisch nicht nachvollziehbar ist, jedoch erstaunlich gute Schalldämmwerte (Luft+Tritt) auch ohne viel Masse durch unterschiedliche Aufbauschichten (Schallbrechung) erreicht:

Von unten nach oben:

- Rigips zwischen Deckenbalken (Querschnitt 25 cm)
- 20 cm Mineralfasserdämmung
- 3 cm Luftschicht
- 10 cm Lagerhölzer quer zu den Deckenbalken, jeweils auf
Vollgummipuffern (1 cm stark) gelagert
- Dazwischen 6 cm Pavatex Dämmplaten oder PUR-Dämmplatten
- Darüber 4cm Luft mit Luftspaltheizung Janssen
(funktioniert)
- 0,5 cm Trittschalldämmstreifen
- 3 cm Hobeldiele

Nachteil ist nur die Aufbauhöhe, die jedoch bei uns kein Problem war.

Gruß Eckard