Dämmung obere Geschossdecke (zum Dachboden)

06.01.2010



Hallo Fachwerkler,
wir sind am überlegen, ob wir die oberste Geschossdecke in unserem 1925 gebauten Haus dämmen sollen. Im obersten Geschoss befinden sich z.Z. Arbeitszimmer und Gästezimmer, die nicht ständig beheizt sind. Später werden hier auch mal Kinder- oder Schlafzimmer sein. Darüber befindet sich der kalte belüftete Dachboden. Unter dem obersten Geschoss befindet sich die von uns bewohnte Wohnung. Die AUßenwände bestehen aus ca. 30 cm Ziegelmauerwerk und sind nicht zusätzlich gedämmt.
Um abzuschätzen, wieviel eine zusätzliche Dämmung der Decke bringen würde habe ich mal einige Dielenbretter im Dachboden angehoben und den Aufbau untersucht. Dieser besteht von unten nach oben aus 2 mal Stroh/Gips-Platten mit dünner Luftschicht dazwischen, darüber wieder ca. 2 cm Luftschicht, dann der Fehlboden, darauf eine ca. 5 cm hohe schwarz-braune Schüttung, darüber 23 mm Dielen.
Erste Frage:
Was für eine Schüttung ist das? Ich habe verschiedentlich schon was von Hochofenschlacke gelesen, schaut diese so aus? Weiß jemand, welche (spezifische) Wärmeleitfähigkeit solch eine Schüttung hat?
Ob wir diese Decke noch zusätzlich dämmen werden, wissen wir noch nicht, da wir noch nicht wissen, wieviel es wirklich bringt, aber falls ja, wäre die zweite Frage, welche Dämmung geeignet wäre. Ich hatte wieder an eine Schüttung gedacht, aus Perlit oder auch Zellulose.
Ist es sinnvoll bzw. ratsam, die vorhandene Schüttung drin zu lassen und die neue einfach drauf?
Den Aufbau der Schüttung würde ich mit Kantholz quer auf die Deckenbalken machen und darüber wieder Dielen.

Wie ist Eure Meinung dazu?
Vielen Dank im Voraus für die Infos
Markus Müller





Wenn Du die Dielen schon aufnimmst, dann entferne gleich auch die Schlacke, es gibt heute besseres. Vielleicht ist es aber einfacher, auf die Dielung zu dämmen und darauf wiederum eine begehbare Deckschicht zu legen. Kanthölzer braucht es dazu nicht unbedingt
30 cm ungedämmtes Ziegelmauerwerk sind heute nicht mehr akzeptabel. Da müsste man auch mal bei, wenn der Heizbedarf niedriger werden soll. Die Massnahmen (es gibt Förderung) rechnen sich bald.
Mein Vorschlag: Gesamtes energetisches Sanierungskonzept erstellen lassen, dazu gehören auch die Heizung und die Fenster. Dann schrittweise je nach Geldbeutel ausführen.



Deckenaufbau



So was lief früher unter der Bezeichnung: "Coacsasche", Verbrennungsrückstände aus Dampferzeugern.
Der Austausch dieser Füllung mit Dämmstoffen kann zu einer geringen Verbesserung der Dämmfähigkeit, aber auch zum erhöhten Schwingungsverhalten der Decke führen.
Die beste Lösung ist m.E. die Dämmung der Dachschrägen und der Decke zum Boden und die Füllung zu belassen wo sie ist.
Zusätzlich können Sie auf die vorhandene Dielung Holzweichfaserplatten mit integrierter Traglattung und eine neue Dielung aufbringen.
Das hängt aber von der Ebenheit der jetzigen Decke und der zur Verfügung stehenden Höhen ab.
Wenn ein Bad darunter liegt, würde ich die Decke mit einer Dampfbremse nachrüsten.
Ich halte allerdings diese Lösung mit der zweiten Dielung nur für angemessen, wenn die alte Dielung ohnehin erneuert werden soll. Eine messbare Einsparung von Heizenergie wird sie wohl kaum erzielen.

Viele Grüße



Alternativ



Boden öffnen, Schlacke etnfernen,
Rieselschutz einbauen und die Gefache mit Lehm-Hobelspan-Dämmung füllen (Shüttgewicht ca. 125 kg/m³)
Dielenboden wieder verlegen.
bei intaktem Fehlboden, kann auch auf Rieselschutz verzichtet werden.

Grüsse Thomas



Vielen Dank



für die Antworten, die helfen schonmal ein bisschen weiter.
Was wäre der Nachteil, wenn die Schlacke oder Koksasche drinbleiben würde, bzw. um wieviel ist die Dämmwirkung denn schlechter als Material, was man heute bekommt?

Wie schaut es bei der Hobelspan-Schüttung mit dem Brandschutz aus, sind da Zuschläge drin, wie bei Zellulosedämmung auch?

Die momentane Dielung muss eigentlich nicht erneuert werden, zumal der Raum weiterhin nur Dachboden sein soll, kein Wohnraum, deswegen würde ich diese Dielen auch wieder verwenden.

Würde etwas dagegensprechen, die Koksasche drinzulassen und nur aufzufüllen (z.B. mit Perlit), "lichte Höhe" zwischen Fehlboden und Dielen wäre ca. 7 cm.
Der Fehlboden ist, was ich bis jetzt gesehen habe in Ordnung.
Vielen Dank im Voraus
Viele Grüße
Markus Müller



Deckenaufbau



Dagegen spricht nichts.

Viele Grüße