gewölbekellerdecke senkt sich ab

07.11.2006



hallo,

bei unserem Naturstein Fe-haus (rustico) senkt sich die Decke des gewölbekellers (Bj. ca. 1880). in der darüberliegenden Küche hat sich der boden um ca. 3cm über 3m in den letzten 3-4 jahren gesenkt. zudem haben alte wieder aufgearbeitete und neu verlegte steingutfliessen (achteckformat, 2cm dick) erste feine haarrisse ca. 6-8 cm lang bekommen, die in einer linie oberhalb der geringsten deckenstärke (ca. 8cm) verlaufen.
da der raum als holzkeller die letzten jahre ungenutzt vor sich hin "geschimmelt" hat, ist die Feuchtigkeit rel. hoch, so dass sich der Putz rel. leicht entfernen/abbrechen läßt.

frage: wie sichere ich die statik? reicht es aus, nur neu zu verfugen und zu Verputzen oder kann ich die decke zusätzlich stützen/sichern? z.b. wäre es denkbar die decke durch Holzbalken im rundbogen abzusichern. könnte man auch baustahlmatten in dicken Zementputz legen?
besten dank im voraus
gruß
joachim fuchs



Decke sanieren



Möglich wäre es, Zuganker einzusetzen, die den Horizontalschub beim Übergang zum aufgehenden Mauerwerk aufnehmen.
Ursache kann aber auch eine ungleichmäßige Setzung der Wände sein, dann würde das nicht genügen.
Im einfachsten Falle wäre der Verbund Mörtel / Mauerwerk nicht beständig (im Gewölbebereich), dann müßte hier neu verfugt werden und zwar mit reinem Zementmörtel, was zwar jedem Denkmalpfleger gegen den Strich geht, aber nach der Mauerwerks-DIN so gefordert ist. Das erkennt man aber schon beim Hingucken.
Also: zunächst mal muß die Ursache gefunden werden.
Hat denn die Gewölbelinie schon ihre Form verändert ?

Grüße aus Duisburg



Risse in der Decke auf dem Gewölbe



Dachog. Haben Sie denn schon das Gewölbe an sich untersucht? Nach Ihre Schilderung zeigen sich die Risse in den Fliesen über dem Gewölbescheitel. Wie sieht denn die Unterseite des Gewölbes aus? Sind dort Fehlstellen im Verband? Fällt der Mörtel aus den Fugen? Sind dort Bewegungen feststellbar. Ist derart nichts festzustellen, nehme ich an, daß damals beim Fußbodeneinbau nicht konsequent verfahren wurde. Ich begründe meine Meinung mit dem zeitlichen Zusammentreffen vom Einbau der Fliesen und dem erstmaligen feststellen der Risse und des Absenkens des Fußbodens. Bis jetzt steht ja noch nicht fest, ob sich auch das Gewölbe an sich gesenkt hat. Die sollte alsbald festgestellt werden. Von eigenmächtigen Versuchen eines Laien, das Gewölbe abzustützen, rate ich dringend ab. Durch diese Handlungen können Momente im Tragwerk erzeugt werden, deren Wirkung nicht vorhersehbar sind. Im Übrigen stimme ich den vorgeschlagenen Maßnahmen meines Vorschreibers zu. MfG ut de Oltmark



bei Gewölben ...



würde ich auch vorsichtig sein und das Bauteil oder Bauwerk ausgiebig untersuchen zu lassen.
Was ist in den letzten Jahen ausserhalb und innerhalb gemacht worden, Aufbauten darüber ... etc.

Das ist ein komplexes Thema und sollte differenziert begutachtet werden.

FK



Unwahscheinlich



Ich nehme an, dass es sich um ein Tonnengewölbe handelt. Sind an der Unterseite Risse erkennbar?
Risse an der Oberseite des Fußbodens lassen im ersten Moment nicht auf das Versagen des Gewölbes schließen. Denn Risse an der Oberseite würden bedeuten, dass das Gewölbe sich "zusammenzieht". Somit würde eine Sicherung mit Horizontalanker genau den gegenteiligen Effekt erzielen. Somit würde ich davon ausgehen, dass es sich um Spannungsrisse im Fußbodenaufbau handelt. Evtl. Zerstörung der unteren Schichten durch Druck, Feuchtigkeit o.ä. was dann zu einem Absenken des Bodens führt und schlussendlich zu Rissen in den Fliesen, wenn die Absenkung nicht gleichmäßig erfolgt.
Ich würde das Gewölbe von einem guten Statiker ansehen lassen und den Fußboden von einem guten Fliesenleger untersuchen lassen. Wie ist eigentlich der Bodenaufbau ab Gewölbeoberkante? Von eigenen Sicheurngsmaßnahmen des Gewölbes ohne die Statik zu kennen rate ich ebenfalls ab. Dies kann zu unerwünschten Lastumlagerungen führen. Wie gesagt, Gewölbestatik kann nicht jeder.
Schöne Grüße aus Bayern



gewölbekellerdecke senkt sich ab



hallo,

vielen dank allen tipp-gebern!
möchte noch einige details liefern bzw. auf fragen eingehen:
- ein absenken der Kellerdecke ist nicht zu erkennen, da decke sehr grob und nicht genau im rundbogen gemauert ist
- putz fehlt an vielen stellen, der rest ist feucht und kann problemlos mit der hand entfernt werden
- durchgehende risse kann man aufgrund des abbröckelnden bzw. der noch vorhandenen putzes nicht erkennen
- hinzuziehen von profis schwer möglich, da in West Ligurien

mir scheint die einzig pragmatische herangehensweise das ausbessern der verfugung und das neu-verputzen

gibt es hierzu tipps und tricks der vorgehensweise? in längsstreifen arbeiten (1/2m breite bahnen?), flächenweise? quer oder längs des rundbogens?

vielen dank im voraus
grüße
jf



Risse im Fliesenbelag



Ich könne ja sagen gebt mir für eine Woche den Schlüssel und ihr kriegt dafür ein Gutachten... das wäre aber gemein. Was da passiert, ist vermutlich ein Absenken der Dämmlage unter dem Estrich (habt ihr Estrich und Dämmung unter den Fliesen?) wenn keine Dämmlage, dann eine Schüttung, die im bereich der Widerlager des Gewölbes dicker ist als im Scheitel. Da, wo es dicker ist, entstehen mehr Setzungen als am dünnsten Punkt, im Scheitel, daher die Risse! Falls ihr Sockelfliesen gesetzt und die Fuge mit Silikon ausgespritzt habt, seht euch den Verlauf an den Wänden an, die quer zum Riss stehen: Wenn die Silikonfuge an den Ecken gerissen ist, aber in der Mitte nicht, habe ich richtig geraten.



Ein Fixpunkt



auf dem Fußboden des Kellers und einer im Lot darüber an der Kellerdecke. Periodische Messungen könnten zeigen, ob sich das Gewölbe senkt.

Bei mir war es die versagende Gründung in der Nähe einer im Füllstand stark schwankenden Sickergrube.

Gutes Gelingen

Thomas W. Böhme