Herstellen der alten Stuckdecke

08.11.2010



Hallo, jetzt wäre ein Tipp klasse!
Ich gehe endlich das Wohn-Esszimmer an. Unter der häßlichen abgehängten Holzfakedecke, kam ein schöner Stuckrand zum Vorschein. Die Decke hat aber ziemlich Risse, man sieht die Stroharmierung zum Teil...
Tapeziert ist sie auch, ich bin dabei die Tapete abzustoßen und da geht meistens ein feiner Oberputz mit ab, an manchen Stellen auch nicht, zum Glück gegen den Stuckrand hin eher nicht..
Meine Idee war jetzt:
- über die Risse selbstklebende Armierungsstreifen wie sie im Leichtbau (Gipsplatten) verwendet werden anbringen und mit Fugenfit von knauf zuspachteln...die größeren Löcher mit Gipsputz (habe noch Rotband) grob ausfüllen. Dann wieder den Feinputz ca 3-5 mm übers ganze möglichst glatt drüber putzen und angleichen. Da würde mir ein Fertiggebinde zusagen, dass man gut glätten kann und am liebsten auf Gips/Kalk-Basis ist. Kalkanteil hätte ich gern drin, da ich dann besser mit einer Dispersion-Silikatfarbe Streichen kann...

Hat jemand da vergleichbare Erfahrungen ?
Bzw. andere Wege, Materialvorschläge ?
Sollte man einen Tiefengrund streichen ?
Danke schon mal...
p.s: auf dem Bild sieht man den Anfang der Freilegung von der Tapete, alter Oberputz...inzwischen ist mehr weg und auch viel mehr Risse



Stuckdecke herstellen



Hallo,

Gipsspachtel und -putze haben zu viel Spannung für Ausbesserungsarbeiten an alten Kalkputzen, zumal die selbstklebenden Armierungsstreifen nicht fest genug am alten Untergrund haften. Ich würde die Decke mit Kalkglätte überziehen und da eventuell ein Gewebe einlegen. Tiefgrund würde ich ebenfalls nicht verwenden, auch dieser baut zuviel spannung im Untergrund auf.



Die Decke ist wohl Gips und nicht Kalkputz



Also die Decke ist wohl mit einem Putz auf Gipsbasis gemacht worden, daher wäre die Kalkglätte eher schwierig, oder ?
Den Tiefgrund lass ich gerne weg...



Ich



habe bei Decken mit Gipskalkputz sehr gute Erfahrungen mit ordinärem Baugips. Gerade durch die Ausdehnung beim Aushärten stabilisiert der Risse sehr gut. Die Verarbeitungstechnik die ich von meinem Vater gelernt habe ist allerdings etwas verschwenderisch - Risse grob und etwas überstehend auffüllen, dann wie ein Geier lauern (immer wieder testen) wann der Gips soweit abgebunden hat, daß er sich mit einer Klinge gut glatt abziehen läßt. Zuletzt noch mit handelsüblichem Gipsspachtel glattziehen (ganz perfekt kriege ich den Baugips nie hin).

Große Flächen würde ich am ehesten mit Gipsputz ausbessern, Beugips geht nur für Risse und tiefere Löcher (sonst platzt er durch die Spannung wieder ab).

Im Übrigen wurde mir mehrfach dringend davon abgeraten, auf Stuck nicht wasserlösliche Farben, sprich Lehm- oder Leimfarbe zu verwenden, sonst ist nach ein paar Schichten der Stuck bis zur Unkenntlichkeit zugekleistert und man kriegt die Farbschichten nicht ohne Beschädigung des Stucks wieder ab.



Leimfarbe auf Stuck



@kellergassenkatze
..Restauratoren nehmen gerade die abwaschbare Leimfarbe, damit der Stuck nicht unwiederbringlich (z.B. mit Dispersionsfarbe)zugekleistert wird, sondern immer wieder der Urzustand durch Abwaschen hergestellt werden kann. Bei einer ganz einfachen Profilkante ist das aber
vielleicht nicht so wichtig....
Welcher Anstrich würdest Du denn empfehlen?
Gruß Birger



hm..



ok, ich habe auch mal davon gehört dass sich Gips eher ausdehnt und Kalk eher schrumpft, was jetzt letztlich zum füllen der Risse besser ist, keine Ahnung...
Ich habe mit einem Freund telefoniert, der mal eine Lehre als Kirchenmaler gemacht hat, die haben immer maxit 200 (Gips) genommen. Wichtig sei, die Risse keilförmig auszukeilen, dass es einen mechanischen Halt gibt.
Die Farbfrage ist natürlich dann auch interessant. Also die haben wirklich immer Leimfarbe genommen. Ich trau mich da auch nicht so ran. Aber anscheinend steht Leimfarbe auch passend und schön opak und sei auch feuchteregulierend. In einem Buch über Silikatanstriche kommen solche organisch gebundenen Farben aber nicht so gut weg (Schimmelgefahr ?)



hm..



ok, ich habe auch mal davon gehört dass sich Gips eher ausdehnt und Kalk eher schrumpft, was jetzt letztlich zum füllen der Risse besser ist, keine Ahnung...
Ich habe mit einem Freund telefoniert, der mal eine Lehre als Kirchenmaler gemacht hat, die haben immer maxit 200 (Gips) genommen. Wichtig sei, die Risse keilförmig auszukeilen, dass es einen mechanischen Halt gibt.
Die Farbfrage ist natürlich dann auch interessant. Also die haben wirklich immer Leimfarbe genommen. Ich trau mich da auch nicht so ran. Aber anscheinend steht Leimfarbe auch passend und schön opak und sei auch feuchteregulierend. In einem Buch über Silikatanstriche kommen solche organisch gebundenen Farben aber nicht so gut weg (Schimmelgefahr ?)



Oh, Hoppla...



da fehlt ein "Nur", man soll nur Lehm- ode rLeimfarbe (de facto zwei Namen für ein Produkt) verwenden, Tschuldigung!

Schimmel an Decken in normalen Wohnräumen habe ich ohne Wassereinbruch von oben eigentlich noch nie erlebt... in sehr abgedichteten und unzureichend belüfteten Badezimmern ja, aber Schimmel erfordert Feuchtigkeit, die kann i.A. entweder durch Wassereintritt, Kapillarwirkung oder durch Kondensation dort landen. Wassereintritt (z.B. durch ein undichtes Dach) gehört dringendst behoben, das ist bauschädigend. Kondensation ist an der Decke in Wohnräumen wohl am wenigsten wahrscheinlich, schon gar nicht wenn die Decke von oben gedämmt ist und Kapillarfeuchte würde ich auch eher im Bodenbereich vermuten... außerdem: meiner ganz persönlichen Erfahrung nach hält Leimfarbe einiges aus. Bevor die schimmelt, wirft die shcon Blasen und hängt in kleinen Fetzen von der Wand/Decke. Schimmel gibt es nur bei wirklich übler langfristiger Durchfeuchtung.



zur Leimfarbe



Danke für den Hinweis mit der Leimfarbe.
Ich werde das wirklich mal in Erwägung ziehen. Ich habe da mal ein Treppenhaus so gestrichen gesehen (eben von dem Kirchenmaler) das hatte schon eine ganz angenehme andere Optik.