Riss in der Decke.....brauche Hilfe

30.12.2009



Altes Fachwerkhaus ca.300 Jahre. Wir hatten vor ca.2 Jahren einen leichten Wasserschaden in der Küche. Spülmaschinenschlauch hatte ein Loch und so ist etwa über einen Zeitraum von zwei Wochen etwas Wasser in den Boden gelangt. Jetzt hat sich in der Küche, die sich darunter befindet die Decke gewölbt und ist ca.6 cm heruntergekommen.
Ein Riss ist ebenfalls entstanden. Der Riss ist etwa 1 Meter lang und 7mm breit. Der Raum ist 2,2m X 4,5m groß. Der Riss läuft quer und etwa in der Mitte des Raumes. Die gewölbte durchhängende Fläche ist 2 x 2m. Wie repariere ich diese Stelle am besten? Ich möchte ungern die ganze Decke erneuern. Der Deckenaufbau sieht folgendermaßen aus.
Balkenlage,darunter 2,5 x 2,5cm Leisten quer im Abstand von ca.3cm genagelt. Zwischen den Leisten ist Strohlehm. Der Strohlehm ist überwiegend in dem Rissbereich herausgefallen.
Auf diese mit Lehm gefüllten Leistendecke die etwa 2,5cm dick ist, wurde eine 2cm Putzschicht aufgetragen. Dachte zuerst es wäre Rigips. Aber es ist eine komplette Fläche. Kalk oder Gipsputz?? Weiß jemand die genaue Bezeichnung von dieser Decke, wie alt sie sein könnte und das allerwichtigste, wie kann ich sie reparieren. Kann man eine Fermacel oder Rigipsplatte dort einsetzen? Ohne Folgeschäden durch den Einsatz dieses Materials.
Bin für alle Tips offen.

Durch die Öffnung kann man den Deckenaufbau gut sehn.

Gruß
Linus





Noch ein Bild vor der Öffnung.





Reparieren?

Na so wie du sie vorgefunden hast, mit einem Stroh-Lehmgemisch (fett) zuwerfen,event. ein Gewebe mit einarbeiten, glatt abfilzen und Kalkputz drüberziehen.
Alles andere wäre so als wenn du bei einem Mercedes ein Ersatzteil von Dacia einbaust.

Oder als Simple Alternative: eine Heraklitplatte passend schneiden , die etwa 5mm dünner ist als die Fehlstelle,diese mit Torxschrauben und U-Scheiben befestigen, anschließend verputzen



Bauchschmerzen



beim Anblick der Decke wäre angebracht. Ich würde mich fragen, wie die Durchbiegung zustande kommt. Hier erscheint mir einiges im Argen zu sein und ein paar Drehstützen angebracht. Ist die Durchbiegung denn nicht in der darüber liegenden Küche zu erkennen?

Ich rate mal dringend zu folgendem:
1. Gebäudeversicherer kontaktieren und Schaden melden (ich hoffe, der Wasserschaden vor 2 Jahren wurde gemeldet).
2. Decke von unten öffnen lassen und insbesondere die Deckenbalken auf Pilzbefall kontrollieren lassen.
3. Der Versicherung die Möglichkeit geben, dass ihr eigener Sachverständiger die geöffnete Decke begutachten kann.
4. Liegt ein Pilzbefall vor (ist hier zu vermuten): alles von der Versicherung bezahlen lassen (bei Hausschwamm gibt es da allerdings Probleme wg. Schwammauschlußklausel).

Gruß
Boris Blenn



Moin Linus,



wenn die Decke erst jetzt runtergekommen ist (also ca. 2 Jahre später), hätte ich die Vermutung das die Drähte und Klammern die den Putzträger halten gemütlich durchgerostet sind und so das Putzgewicht nicht mehr halten. Kann aber auch sein, dass die Traglatten schon mitkommen.

Mein Bedürfnis wäre immer zu gucken, obs dadrunter wieder trocken geworden ist, also runter damit, Balken prüfen und ggfls. abtrocknen lassen.
Hohlräume wenigstens z.B. mit Hanf ausstopfen wg. Luftschall, neue Decke mit Heraklith oder Fermacell (vielleicht ein paar Leitungen drunter neu verlegen, wo du grad dabei bist...).

Drunterbappen funktioniert nur, wenn du auch mit den Balken verschraubst (weisst du wo die laufen?). Das "Restrisiko" hat ja mein Namensvetter schon beschrieben.

Gruss, Boris



Hier



ist es wohl einfacher die komplette Decke rückzubauen, die Balken auf Beschädigung zu kontrollieren und neu wieder aufzubauen.



Riss in der Decke.....brauche Hilfe



Der Grund für die Durchbiegung ist ja klar. Und durch das feucht gewordene Holz-Lehm Spalier hat sich die Putzlage vom Spalier gelöst. Nach der öffnung der Decke ist aber keine Feuchtigkeit, Schimmel oder Sonstiges zu erkennen. Die Eichenbalken sind intakt und diese Querleisten sind auch noch alle fest an den Balken vernagelt.
Da der Putz jetzt aber noch im (nicht Rissnahem Bereich), nicht durchhängt und noch fest mit der Holz-Lehm Konstruktion verbunden ist. Will ich nur den beschädigten Teil rausschneiden und erneuern. Dieses Leistenspalier wieder mit Lehm auffüllen und dann eine geeignete Platte darunter schrauben.Und die noch feste Putzdecke mit Trompetenschrauben an den Spalierleisten verschrauben.
Ist es richtig, das Rigips oder Fermacell nicht so gut dafür ist?
Was mir noch ein Rätsel erscheint, ist wie der Deckenputz auf diesem Holz-Lehm Spalier halten konnte. Klammern oder einen anderen Putzträger kann ich nicht erkennen. Eine Schilfmatte als Putzträger könnte ich mir gut vorstellen. Ist aber wie schon gesagt nicht zu erkennen.



Wie



willst du den Übergang zwischen Neu und Alt dauerhaft rissfrei gestalten?

Wer sagt dir, dass nicht der Rest auch in 3-5 Jahren absackt und sei es durch die Erschütterungen im Fachwerk (wo nichtmal du weisst, wie das eigentlich hält)?

Fermacell ist hier durchaus geeignet.

Gruss, Boris