Lehmdecke ausbessern + Rigips ???

02.01.2012



Hallo liebe Community, nachdem mir in einem anderen Theard so freundlich geholfen wurde, werde ich hier mit einer weiteren Frage mein Glück versuchen.

Erstmal allgemeine Infos zum Objekt.
Ich habe vor einigen Monaten ein altes Bruchstein / Fachwerkhaus gekauft und bin fleißig am Sanieren.
Das Haus ist etwa (geschätzt) um die 1920, wurde 1950 aufgestockt.

Ich möchte größtenteils die Lehmdecke erhalten, da ich diese doch sehr alte Methode als besser Empfinde wie manche heutigen.

Ein Teil der Lehmdecke musste jedoch dran glauben, da ich eine Balken Konstruktion an manchen Stellen einbringen musste. (Hausbock war wohl vor zisch Jahren mal aktiv)

Nun möchte ich 4 Balken Zwischenräume, etwa 2 Meter Lang, 60cm Breit NEU dämmen, da ich dort die Lehmschicht entfernen musste.
Kann ich normale Steinwolle für diese Stellen nehmen??

Des weiteren möchte ich die Alte Struktur mit der neuen Moderne Kombinieren und die Decke unten "Begradigen". Der Lehm ist stark angeschlagen und alles andere als Gerade, die ganze Decke neu mit Lehm Verputzen ist wohl für einen Heimwerker wie mich unschaffbar.

Nun wollte ich anfangs mit Rigibs verkleiden, jedoch bin ich dazu sehr Skeptisch.
Ich lese hier viele unterschiedliche Meinungen und bin kein Fan von Rigips. Jedoch kenne ich keine Alternative um eine gerade, saubere Fläche gerade an der Decke zu bekommen.

Über dem Rigips wären dann die Balken und der Lehm dazwischen (mit Stroh umwickelt)
Ich weiß das der Lehm ein sehr gutes Raumklima schafft und Feuchtigkeit aufnimmt und abgibt. Kann er das auch noch wenn er darunter mit Rigips verkleidet wäre?
Nicht das mir über der Rigips Decke alles wegfault...


Ich hoffe das mir jemand helfen kann und diesen Langen Text liest. Falls Fragen offen sind, gerne melden ich verfolge die Sache gespannt.

Vielen Dank im vorraus und freundliche Grüße

Patrick



Rhein-Main?



Hallo Patrick,

wo genau steht das Haus denn in Rhein-Main? Bei Bruchstein/Fachwerk und 1920 wäre ich ziemlich skeptisch, eventuell ist das Haus deutlich älter. Leg' Dir doch mal ein Profil im Forum an und stell ein paar Fotos ein.

Wir werden bei unserem Haus auch alte Lehmstaken-Decken neu verputzen, Rigips ist dabei aber nicht geplant. Im Forum gab es aber schon einige Beiträge, wie man das sinnvollerweise macht - allerdings auch häufig der Hinweis, dass man als Laie dabei meist mehr Lehm auf dem Kopf als an der Decke hat ;-) Bevor wir selbst Decken verputzen, werden wir an Wänden üben... oder es machen lassen...

Viele Grüße

Dirk





Hallo Patrick,

wie Du mit der Lehmdecke umgehen kannst hängt ganz davon ab, wie sich die darüber liegende Nutzung darstellt. Mit einer Decke über der ein weiterer beheizter Wohnraum liegt muss anders umgegangen werden, wie mit einer Decke zum unbeheizten Dachraum.

Mineralwolle mag zwar einfach einzubauen sein, birgt jedoch je nach Einbausituation einige Risiken.

Gipskarton unter einer Holzbalkendecke kann zur Rissbildung neigen, da die Decke durch thermische Ausdehnung und Begehen im Folgegeschoss in Bewegung geraten kann.

Wenn es in der Nähe liegt kann ich mir das Haus bei Bedarf einmal anschauen. Vielleicht kannst Du hier ein paar Bilder einstellen.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Danke erstmal



Habe mich nun Angemeldet, werde wohl morgen ein paar Bilder einstellen können.

Die 1920 waren auch geschätzt. Ein Richtiges Datum weiß wohl niemand :)

Über der Lehmdecke ist der erste Stock, welcher auch Bewohnt und geheitzt ist / wird.


Das Haus steht in Mainz-Kostheim (nähe Wiesbaden / Mainz)



Hello Again



Hallo, hier die vesprochenen Bilder!
Schön zu erkennen ist auch meine Holzkonstrukion, die "tragende" Funktion übernehmen, da 2 Wände entfernt wurden.

An den stellen Oben, auf welchen die Nut und Feder Bretter liegen soll nachträglich wieder mit Lehm ausgebessert und gedämmt werden.
Nur was mach ich darunter?

Wie gesagt oben drüber ist Wohnraum.
Rigibs?



Keiner mehr da?



Wie schauts? Ich tendiere zur Zeit mehr zur Lehmbauplatte



Hmmmmm....



... ja, ich bin Laie. Aber für mich sieht Deine Holzkonstruktion "ipsig" aus. Wenn da mal eine tragende Fachwerkwand war, wo jetzt die "Trägerchen" sind, hast Du vielleicht mehr Probleme als nur die Lehmdecke.
Falls da ein Statiker oder erfahrener Zimmermann drübergeschaut hat, mag das so ok sein. Wenn nicht, würde ich sehr schnell einen dazu holen - und so lange kein einziges Kilo mehr Gewicht auf die Decke geben. Ich mein' ja nur...



Nicht falsch verstehen



Dort waren keine Fachwerkwände. Eine Wand war aus Backsteinen (Bild rechts), jedoch Hochkant gemauert, sprich 15cm dick, darüber läuft ein dicker Balken, darunter habe ich zusätzlich einen Konstrukionsbalken gelegt (Savety first).
Oben drauf steht eine Fachwerkmauer (erser Stock). Sollte also keine tragende Wand gewesen sein.

Die andere Wand (Bild gerade aus), war aus diesen Porensteinen, jedoch lag nur ein Balken darauf auf, alle anderen waren Frei. Also auch nicht tragend. Oben drauf is nichts auser die Balken und der Fußboden.

Laut einem bekannten (Zimmermann), ist die Konstruktion eher überdimensioniert.
Sind 12er Konstruktionsholz Balken





Hallo Patrick,

bei Bedarf kann ich mir das mal anschauen, ich bin derzeit öfters in den AKKs unterwegs.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer