Decke bröckelt herunter

19.02.2008


Hallo,
ich ziehe demnächst in eine alte Wohnung, es ist ein altes Bahnhofsgebäude. Anscheinend sind die Wände mit Lehm verputzt worden.
Ich vermute dies, da es einige grosse Löcher in den Wänden gibt, wo vorher Ofenrohre reingingen. In diesen Löchern sieht man Strohreste, und etwas was meiner Meinung nach aussieht wie Lehm.
(Was könnte das sonst noch sein?)
Auf jeden Fall haben wir jetzt die Wände gestrichen, und es kam uns in zwei Räumen der Putz von der Decke entgegen.
An einer Stelle ist jetzt ein ca. 20 cm Durchmesser Loch.
Der ganze Kram sieht so aus, als hätten wir arges Glück gehabt, dass nicht noch mehr runterkam. Es sieht alles ziemlich lose und locker aus.
Jetzt habe ich dazu mehrere Fragen:

1. wie realistisch ist es, dass ohne Einwirkung (Malerrolle mit Farbe dran) die Decke irgendwann weiter einreisst und runterbröckelt?

2. ich hatte eigentlich vor eine Hochetage einzuziehen und diese mit Stempeln und an zwei Stellen mit einer Aufhängung in der Decke (-> ich nehme mal an es gibt dort Holzbalken) zu befestigen.
Jetzt frage ich mich, ob ich das nicht doch besser lassen sollte, wenn schon bei einer Einwirkung einer Malerrolle mit Farbe dran, sich der (Lehm?) Putz löst.
Ich habe die Befürchtung, dass mir Riesenstücke der Decke entgegenkommen, wenn ich mich mit einem Holzbohrer ans Werk mache.

3. Falls es doch möglich sein sollte, wie finde ich heraus wo die Balken entlanglaufen? Die Decke abzuklopfen halte ich nicht für eine so gute Idee, so locker wie das da alles ist.

3. Ich frage mich ausserdem, wie ich Dinge in der Wand befestigen kann. Gibt es spezielle Lehmwanddübel?
Es gibt auch in den Wänden mehrere kleine Haarrisse, insofern gehe ich davon aus, dass dort auch alles ziemlich locker ist, obwohl an den Wänden beim Streichen jetzt kein Putz runterkam.

4. Vielleicht hätten wir tapezieren sollen, statt einfach Farbe auf die Wände zu rollen?

Vielen Dank für hilfreiche Antworten,

Sandra Fischer



Tief durchatmen und ran



Hallo Sandra,

irgendwie finde ich mich in Deiner Beschreibung wieder. ;-) Als wir unsere Huette vor einem Jahr erworben haben - noch unter der Vorstellung, dass sie nur als Rueckzugsraum einigermassen bewohnbar werden soll -, da fanden wir die tapezierten Waende und ordentlichen weissen Decken auch ganz toll und dachten: OK, fast kein Innenausbau zu machen, Heizleisten rein, fertig.
Aber dann faengt man an, Wuensche zu entwickeln, da und dort etwas nachzubohren, diese oder jene Kenntnisse zu entwickeln, und schon sieht alles gar nicht mehr so toll aus. Und dann beginnt der langsame, schmerzhafte Prozess der Selbstueberwindung: Doch Wandheizung, doch alle Tapeten runter, doch neue Fenster . . . Spass macht das alles nicht. Aber es muss sein.

In Deinem Fall wuerde ich sagen: Jegliches Flicken an der Decke ist Pfusch. Runter mit dem Putz und neu verputzen. Das ist, gerade an der Decke, eine viehische Arbeit. Aber mit Lehm bekommen das auch Laien hin (ich habe es hinbekommen). Bei der Gelegenheit siehst Du dann auch, wo die Balken sind.

In Lehm benutze ich bislang Universalduebel, die auch gut anziehen und vertrauenswuerdig wirken. Ich lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.
Schwere Sachen (Waschbecken, spaeter mal die Kuechenschraenke) hintersichere ich mit einer Metallplatte auf der anderen Wandseite. Das sieht natuerlich nur dann vertretbar aus, wenn nebenan ein wenig oder nicht genutztes Zimmer ist.

Viel Spass weiterhin,
Konrad



tief durchatmen.... (??)



Hallo,
danke für die Antwort.
Es gibt dabei jetzt drei Probleme:

1. es ist eine Mietwohnung

2. wir haben den Mietvertrag zum 1.3. unterschrieben, und dürfen (so ist es abgesprochen) einziehen, sobald die Handwerker die Wohnung verlassen haben.

3. wird da gerade Laminat verlegt, der Boden liegt also sozusagen schon :o(

Ich war gerade heute kurz da um zu gucken wie weit alles ist, und es sieht so aus, als könnten wir ab diesem Freitag dort einziehen :o)))

am Rande notiert: ohne dass wir darauf Einfluss hatten wird dort gerade ultrahässliches Buche-Imitat-Laminat verlegt *würg* - so ziemlich das Billigste und Hässlichste was es überhaupt gibt. Ich hoffe nur mal dass die entsprechende Firma wenigstens eine anständige Trittschalldämmung untergelegt hat, und dass sie die knarzenden Spanplatten nochmal festgeschraubt haben. ich habe nur leider wenig Hoffnung dass dies beides passiert ist :o(

Gruss Sandra





Kann mir jemand hier beantworten, wie ich herausfinde, ob das nun überhaupt Lehmputz ist?

Ich vermute dies zwar, aber ich weiss nicht was es sonst noch an Materialien gibt, denen Stroh beigemischt wird.

Am Ende ist das ja garkein Lehm?

Gruss, Sandra



Ganz einfach,



Lehm wird wieder weich, wenn er nass wird. Alle anderen Putze nicht.
Unter Holzbalkendecken wurden in der Regel Strohmatten als Putzträger eingesetzt, als Putz war vom Lehm über Kalkputz bis zum Kalkgipsputz alles möglich.
MfG
dasMaurer



Spanplatten



Wenn die Spanplatten verschraubt sind, werden sie wieder knarzen. Man hätte sie ja auch schwimmend Verlegen können. Aber das war ja nur Ihr Nebenthema.
Wenn Ihnen die Decke absolut nicht paßt, können Sie immer noch eine abgehängte Systemdecke druntermontieren (KNAUF_systemdecken oder vglb.), die nebenbei die Feuerwiderstandsdauer verbessert. Nehme mal an, daß Ihr(e) Vermieter(in) auch zu geizig war, leerstehende Räume auf F60 nachzurüsten. Über die Mehrkosten können Sie ja mit ihm verhandeln.

Grüße



alles Murks



wegen den verschiedenen Putzen:
ist meine Vermutung richtig, dass Kalkputz und Kalkgipsputz dann eigentlich eher weisslich aussehen müsste?
Also das was man dort sieht, ist ziemlich gelb-bräunlich, so erinner ich mich.
Also weisslich ist das auf jeden Fall nicht.

Der Putz mit dem die Wände an einigen Stellen verputzt wurden, ist dagegen weiss. Das sieht schon eher nach Gipsputz oder sowas aus.

wegen Decke abhängen:

da wir jetzt doch nicht früher einziehen dürfen, habe ich ja die Hoffnung dass die Verwalter jetzt die Decken neu verputzen lassen. Der angebliche Grund dafür dass wir nicht vor dem eigentlich Mietdatum einziehen können war: dass der Putz erst trocknen muss.
ich weiss nur nix davon dass die Decken verputzt werden sollen. Bisher ging es eigentlich nur um die Ofenrohrlöcher und einige Kabelschlitze, die neu gelegt wurden.
Und da das nicht so viel ist, dauert das ja wohl höchstens ein paar Tage bis der Putz dann trocken ist. (??)
Blöd wäre auf jeden Fall, wenn tatsächlich jetzt die Decken komplett neu verputzt werden würden: mittlerweile liegt ja schon der Laminatboden drin.
Das wäre also schlau gewesen, erst zu verputzen und dann das Laminat zu verlegen.


wegen Decke abhängen:

Was genau heisst denn F60?
das hat wohl irgendwas mit Feuerschutz zu tun?

Ich denke mal nicht dass die Verwalter die Decke abhängen. Das wären ja nun erhebliche Mehrkosten.
Zudem würde ICH unter diese bröckelige Decke auch keine andere hängen. Diese Systemdecke müsste ja auch irgendwie in der Decke befestigt werden, und spätestens beim ersten Bohren oder Dübeln würde ja der jetzige Putz von der Decke runterkommen.
Das macht ja dann auch keinen Sinn, wenn man da so ne abgehängte Decke hat und auf der Decke sammelt sich dann nach und nach der vorherige Putz.
Dann knallt uns irgendwann die abgehängte Decke auf den Kopf
;o)

Gruss, Sandra



Deckenaufbau



Liebe bzw. lieber S. Fischer,
da der bröckelige Deckenputz anscheinend der Schlüssel zur Lösung Ihres Problems darstellt, verrate ich Ihnen jetzt ausnahmsweise mal das Geheimnis, wie Maurer, Putzer oder Trockenbauer an das Problem herangehen:

Sie nehmen einen Hammer oder etwas ähnliches und klopfen den losen Putz ab!

Danach kann man entweder den Putz ausbessern, neu verputzen oder eine Unterhangdecke einziehen.
Letzteres sollte von Ihrem Vermieter favorisiert werden, da:
nicht mit Wasser gearbeitet wird,
keine Trocknungsphasen entstehen,
der Brand- und Schallschutz der Zimmerdecke verbessert wird.


Viele Grüße



Löcher wurden verputzt



tja wenn es mein Haus wäre dann hätte ich das wohl so gemacht :)
da ich aber zur Miete wohne war das nicht meine Entscheidung.
Das Ganze wurde jetzt von der Hausverwaltung so gelöst dass das Stück runtergebröckelte Decke und alle sonstigen Löcher einfach zugeputzt wurden und damit hatte es sich erledigt.

Ich habe mein Hochetagen-Bett-Projekt jetzt erstmal verschoben...