Decke ausbessern / verputzen

10.12.2011



Hallo Gemeinde,

wir sind gerade dabei, zwei Räume zu sanieren. Dabei haben wir schon den alten, losen Putz herunter geholt und bessern Unebenheiten aus. Hinterher kommen auf die Außenwände 40mm-Leichtholzplatten und nochmal Lehmputz. Den Putz an der Decke auszubessern stellt sich allerdings etwas schwierig dar.
Wir bräuchten also ein paar Tipps, wie wir den Putz dazu überreden, an der Decke haften zu bleiben.

Außerdem haben wir an zwei Stellen in der Außenwand im Deckenbereich größere Öffnungen freigelegt. Hier kann man nun in den Dachstuhl gucken...
Wir könnten natürlich hier eine Leichtholzplatte mit davor Kleben (wäre die einfachste Variante). Aber ist das auch empfehlenswert? Was können wir hier sonst machen?

Vielen Dank für alle Tipps!

Grüße,
Felix



Noch ein Bild...



hier sieht man ein Loch im Putz an der Decke.



Und noch ein...



...Bild, auf dem diese "Öffnung" in den Dachstuhl zu sehen ist.



Deckenputz



Die beste Methode ist die Decke wieder mit Lehm zu verputzen.
Vornässen, mit Strohlehm die Unebenheiten auswerfen,
nach dem Trocknen bei Bedarf zweite Lage aufziehen, Putzgitter einbetten, aufkämmen, trocknen lassen,
nach dem Trocknen Oberputz aufbringen.

viele Grüße



Danke...



...für die schnelle Antwort.
So hatte ich es mir auch vorgestellt.
Also, wenn ich das ganze vornässe, sollte der Putz auch an den Wickeln halten, ne?
Wie ist das mit Wickeln, wo nur noch die bloßen Eichenstaken vorhanden sind (Kein Lehm oder Stroh mehr)?

Beim Vornässen stellt sich mir die Frage, wie ich das am einfachsten mache. An den Wänden habe ich das mit einem Quast gemacht. An der Decke geht das nicht so gut... ;)
Und was meinst du mit "aufkämmen"?

Sorry, wenn ich hier die totalen Anfängerfragen stelle. Aber seht euch meine Signatur an... :)



Decke putzen



Falls sie noch nie eine Decke geputzt haben stellt sich das als Herausforderung dar.
Wenn Ihnen keiner zeigen kann wie und warum man wann was macht dann haben Sie einen langen Lernprozess vor sich.
Auch eine Decke kann man mit einem Annetzer bzw. Malerbürste vornässen. Wichtig ist nicht das der Bestand feuchtegesättigt ist sondern das Staubteilchen gebunden werden. Man kann auch eine Sprühflasche oder eine Gartenspritze nehmen, aber besser ist der Annetzer.
Aufkämmen heißt den aufgetragenen Unterputz nach dem Anziehen weiter zu egalisieren und aufzurauhen (Oberflächenvergrößerung!), damit die Decklage sich besser verzahnen kann. Dazu eignet sich eine Zahnkelle mit grober Zahnung.

viele Grüße





Wenn ihr noch den Bestandslehm habt,rein in einen Mörtelkübel,Wasser drauf und über Nacht stehen lassen,Stroh und Lehm sollten das ganze Wasser aufnehmen,Menge ausprobieren.
Das ganze umstechen,der Lehm sollte eher plastisch als flüssig sein,immer einen Batzen nehmen und unter die Decke klatschen,werfen,schmeißen,das sich das ganze gut verbindet,eine ebene Lage erstellen,arbeitet ruhig nur mit den Händen.
Annässen hat Georg ja schon gut beschrieben.
Für die Feinarbeiten vielleicht einen Putzer zu Rate ziehen oder hier Weiter nachfragen und ausprobieren.
Mache heute noch so was ähnliches ,kann später ein paar Bilder einstellen die Euch vielleicht weiter helfen.

Grüße Martin



Lehmwanddurchbruch wieder verschlossen



Um die ursprüngliche Stakung mit Flechtwerk wieder herzustellen,hätte ich das ganze Gefach ausbauen müssen,habe das Loch deshalb mit Lehmbroten/ziegeln verschlossen,an den Seiten sind die Ziegel mit Nut versehen und mit der Stakung verbunden.
Heute den Strohlehmputz angeworfen,ca 5cm dick,als nächstes eine Lage feineren Unterputz,aber erst wenn die erste Lage "trocken"ist.Alles aus Bestandslehm gemacht.Bild ist nicht besonders scharf,sorry.
Schade um die schöne Tapete;-)

Grüße Martin



hatte das gleiche Problem:



an den Stellen wo kein Stroh mehr vorhanden ist, habe ich Schilfmatte (Putzträger) mit dünnen Spax und großen Unterlagscheiben angeschraubt( alle 10cm-15cm muss stramm sein)in die Eichenbrettchen ist meistens schwer zu schrauben. Ansonsten schließe ich mich meinen Vorrednern an. Kann man bei dem Loch keinen neuen Brettchen einziehen?



Super...



...die Putzarbeiten können jetzt wieder vorwärts gehen.

Bleibt noch immer die Frage, wie ich am besten diese "Löcher" schließe.
Man muss sich vorstellen, dass oberhalb des Querbalkens an der Wand/Decke ca. 20cm "offen" sind.

Ich sehe hier zwei Möglichkeiten:

1. Ich klebe hier eine Leichtholzfaserplatte vor.

2. Ich setzt ein paar Lehmsteine auf den Balken.

Wäre für eure Meinung dazu auch sehr dankbar!

MfG
Felix



Da...



..würde ich auf den Rähm (Querbalken) aufmauern bis Oberkante Deckenbalken.
Dann kann man zwischen die Deckenbalken Brettchen/Staken einsetzen (Nuten sind ja schon da), Putzträger drauf und mit der übrigen Decke verputzen.

Gruß
Michael



Die Arbeiten...



...gehen mit großen Schritten voran.
Ich habe mich für die Variante mit dem Schilfrohr entschieden. Anders habe ich den Putz einfach nicht zum Halten überreden können (obwohl die Lehmwickel teilweise gut in Schuss waren).
Ich habe mal ein Bild eingestellt. Darauf dürfte man ganz gut erkennen, wie ich vorgegangen bin.
1. Auf die blanken Lehmwickel Schilfrohrmatte zurechtgeschnitten.
2. Matte mit dünnen Spax und zurecht geschnittenem Lochband gut befestigt. (Entsprechende Unterlegscheiben habe ich nicht bekommen. Und das Lochband war sehr günstig)
3. Anfeuchten und Putz drauf gespachtelt (Anwerfen ist mir nicht geglückt, da musste ich zur Spachtelvariante greifen).

Die "Löcher" werde ich mit den Dämmplatten schließen. Zuvor lagen hier auch nur einfach verputzte Holzbrettchen. Da werden die dicken Holzfaserplatten mindestens genauso gut sein.

Ich danke euch für die Hilfe.
Bis zur nächsten Frage...
Felix



Das sieht doch gut aus!!



Ob Lochband oder Unterlegscheiben ist denke ich egal. Also ...ich..ehm.. muss ehrlich zugeben, ich werfe auch nicht an, bisher habe ich den Lehmputz und auch den Kalkputz mit dem Traufel aufgezogen. Beim werfen habe ich immer das gefühl es fliegt viel daneben und ich brauche länger--> besonders an der Decke.
Die Schilfrohrmatte die du benutzt ist aber keine echte Putzträgermatte oder? Sie scheint mir dichter gewebt, ist das eine normale Sichtschutzmatte? Funktioniert das?



Stimmt...



...das ist eine normale Sichtschutzmatte aus dem Baumarkt. Und das funktioniert hervorragend.



Sichtschutzmatte....



....wird auf dauer trotzdem nicht funktionieren.
Sie haben keinen richtigen Stengelumschluss des Lehmes um den Halm, sondern dieser liegt nur auf den glatten Stengeln auf.
Wie soll also dauerhaft eine gute verkrallung mit der Konstruktion erfolgen?
Sie hätten 70-stengeliges Schilfrohrputzträgergewebe verwenden sollen.
Wer gab ihnen diesen Tipp überhaupt?



Putzträger



Tja, den Tipp hat mir so keiner gegeben. Aber Sie haben Recht, die beste Idee ist das nicht gewesen. An den so ausgebesserten Stellen gäb es beim richtigen Verputzen Probleme mit der Haftung. Letztlich ist alles gut, aber ich hätte besser einen anderen Putzträger genommen.