Betondecke mit Lehmputz versehen

02.07.2012 Hans-Jürgen


Hallo Lehmbauexperten...

ich habe in meinem Haus eine sehr glatte Betondecke (Spannbeton). Kann ich diese mittels Grundierung (wenn ja welche) als Haftbrücke versehen und dann mit Lehmputz Verputzen oder ist es besser, eine Lattung aufzubringen und dann HWL-Platten als Putzträger anbringen und verputzen?

Ich danke Euch für Eure Mühen



Ja,



z. B. Zementspritzbewurf.

Latten Platten und Lehmputz sind da schon aufwendiger.

Grüße





...muß denn der Lehmputz dann angeworfen werden oder kann er kräftig drückend aufgezogen werden. An der Wand kriege ich das mit dem Anwerfen einigermaßen hin, aber an der Decke?!?



Lehm



klebt, wenn er richtig eingestellt ist sehr gut.

Wer da ein wenig Übung hat schafft das auch an der Decke aber, mit der Maschine geht es natürlich einfacher.

Grüße



… arschglatt …



Hallo

Vorsicht bei Betonplattenunterseiten.

Neben der "Glätte" sind auch oft Schalölrückstände für den Lehmputz hinderlich.

Neben einer Grundierung, die wirklich dafür geeignet ist können Sie überlegen, ob es sinnvoll ist die Decke Sand zu strahlen, wenn der Aufbau relativ dünn sein soll, dann wirds schon halten.

Ab 1,5 cm Putzdicke würde ich sehr vorsichtig sein und den Untergrund evtl auch mit einer Putzfräse vorzubereiten, denn der Lehm "klebt" nur mechanisch und nicht chemisch.

Eine Montage von "Sauerkrautplatten" (z.B. Heraklith) oder "Stauss" Gewebe (Ziegelrabitz) trennt die Betonkonstruktion und die zukünftige Putzschicht sehr gut und Risse, Spannungen etc. sind dadurch besser in den Griff zu bekommen.

Das ist halt sehr aufwändig - aber m.E. lohnenswert.

FK



Betondecke



Ich kann Florian Kurz nur beipflichten:

Nicht ohne Putzträger/Armierung arbeiten!
(eigene Erfahrung als Betonbaubewohner)



Betondecke



Spannbeton- Fertigteildecken sind eigentlich malerfertig (bis auf die Fugen).
Ein Putz ist also nicht erforderlich, da Ebenheit und Flächigkeit gegeben sind.
Was Sie in keinem Fall machen sollten wäre die Betondeckung durch Fräsen, einschneiden usw. schwächen.
Falls sie nur Mieter sind sollten Sie auch davon Abstand nehmen einen nicht reversiblen Putzgrund (Haftbrücken, Vorspritz) aufzutragen.
Mein Vorschlag:
Einfach mal eine Probefläche mit einem Lehmspachtel bzw. Lehmoberputz direkt auf den nackten Beton auftragen, es reichen einige mm Dicke.


Viele Grüße



Dünnschichtsystem



Halten sie sich an die Empfehlung von Herrn Böttcher,
und bringen auf der Fertigdecke nur eine Dünnschichtsystem ein.
Ich habe Fertigdecken schon ohne Vornässen und Haftgedöns mit einem dünnen Lehmspachtel überzogen , die vorhandene schwache Saugfähikeit des verdichten Beton hat genau gereicht um die Dünnschicht dauerhaft zu halten!

Viel Spass beim Testen ;)





Vielen Dank erstmal für die zahlreichen Antworten.

Ich habe einen großen Flur, Breite 3m, Länge etwa 10m...ich vermute, dass ich hier mit Dünnschicht kein "für mich" brauchbares Ergebnis erzielen kann, zumal die Plattenstöße in der Höhe teilweise 1cm differieren. Ich vermute, dass man hier mit Lattung und Platten das bessere Ergebnis erzielt.
In den kleinen Räumen kann ich mir durchaus vorstellen mit der dünnen Schicht klarzukommen, zumal es hier nicht perfekt werden soll.



Deckenputz



Hallo Hans- Jürgen,
Falls das ein Neubau ist dann sind solche Plattenstöße inakzeptabler Pfusch.
Bei solchen Unterschieden ist eine Deckenverkleidung die Vorzugsvariante. Vorsicht bei Trockenbaudecken auf Traglattung, Spannbeton lässt sich schlecht bohren (das ist ohnehin nicht zulässig) und ist voller Spanndrähte.
Ich würde es mit aufgeklebten Platten versuchen (Topdec- Deckenlamellen bzw. -Platten). Damit können sie die Höhendifferenzen ausgleichen.
Was auch geht: Höhenausgleich mit Gipsspachtel schaffen. Das wird zwar etwas mühsam da man in mehreren Lagen auftragen muß aber darauf hält dann der Lehmspachtel.

Viele Grüße



Zweifel …



Ist das wirklich "Spannbeton"?

FK





Es ist ein Teilneubau.

Die Platten sind von einer Fachfirma gelegt worden und diese sagt eindeutig, dass die unterschiedliche "Sprengung" der Platten normal ist, was mir auch so der Deckenhersteller besätigte. Will man dies so nicht haben, müßte man die Platten nach dem Auflegen nochmal gegenseitig ausrichten und unterfüttern, hätte dann jedoch teilweise die Unterschiede an den Auflagern. Ich finde es ehrlich gesagt auch nicht weiter tragisch, da man mir das im Vorfeld sol mitteilte und ich die Decke von unten seit jeher im Flur verkleiden wollte, auch um die Verkabelung der Lampen zu verstecken.

Dass man diese Platten nicht bohren darf, stimmt so nicht. Sicher darf man die Litzen nicht anbohren, aber es gibt Festlegungen, dass in die Hohlkammern gebohrt und dort auch befestigt werden darf. Die Litzen sitzen zwischen den Kammern und lassen sich zum einen gut ausmessen und zum anderen mit einem Leitungssucher ausfindig machen. Das habe ich an anderen Stellen schon gemacht - das Bohren ist mit einem ordentlichen Bohrer samt Bohrhammer kein so großes Problem.

An den Deckenlamellen habe ich doch auch anständig zu Spachteln...und Lampen...wie befestigen?!?



Was soll denn...



... mit dem Lehmputz bezweckt werden?

Nur reine Lehmoptik oder weitergehende Lehmputz-Eigenschaften (Raumklima etc.)?





Ich möchte den Lehmputz, der überall an den Wänden aufgebracht werden soll (das Haus besteht aus massivme Ziegelmauerwerk und Poroton) einfach an der Decke dann auch weiterführen.