Decke, Mineralwolle, Georg, Folie, Verarbeitung

07.11.2011



Hallo zusammen,
ich lese schon lange leise mit - möchte jetzt aber doch noch eine Frage stellen, die ich auch durch Suchen nicht eindeutig klären konnte.

In einem Altbau wurde vor 5 Jahren das damalige Kaltdach gedämmt und dabei auch mit Fussboden versehen(Holzplatten ineinandergesteckt, teilweise mit Laminat, teils mit Teppich.
Bei der Kernsanierung des darunterliegenden Erdgeschosses wurden in dieser Decke nun von unten die Holzvertäfelung entfernt, sowie die zwischen den Balken befindlichen Millionen von Styropor-Schnipsel (oben und unten mit Plane abgedeckt entsorgt - inkl der Tiere, die darin verendet waren.
Man hatte zuvor immer das Gefühl, im Erdgeschoss nicht genügend Luft zu bekommen (Planen in der Decke, nur 2,20 Raumhöhe und Innen-Isolierung aus Rihgips).
Nun würde ich den neuen Deckenaufbau gerne ohne Planen realisieren (von unten an den Balken anzubringen), was kann kostengünstig eingesetzt werden, dass diffusionsoffen ist und auch den Küchendünsten in der offenen Küche gewachsen ist?
Ich würde gern auch von unten mit Holz oder ähnlichem Arbeiten, um ein gesundes Raumklima zu erhalten - kann die Holzdecken aber nicht mehr sehen.
Und Holzplatten (OSB oder anderes) Verputzen oder Tapezieren, dürfte doch zu Bewegungs-Rissen führen?
Und was dazwischen? (Trittschalldämmung ist nicht erforderlich)
Lehm ist mir unheimlich, weil ich Angst vor Schimmel habe - das Haus wird etwas brauchen um die Feuchtigkeit vom Innenputz rundum ausreichend los zu werden.

Grund für eine Dämmwirkung in der Decke: Darüber liegt der kühlere Schlafraum und Abstellraum - Solange die Treppe nach oben nicht geschlossen wurde, wich erhebliche Raumwärme in das völlig überhitzte Dachgeschoss aus.
Und unten wurde es nur schwer warm - ein Deckel auf der Treppe hat das erstmal provisorisch erheblich verbessert - da waren aber noch die Styropor-Schnipsel in der Zwischendecke.

(die Glaswolle, die in der Garage wartet wollte ich nach der Lektüre hier und im Internet nicht mehr nehmen).

Ich würde mich über Hinweise freuen
A. Grudzinski



Hanf-Dämmwolle + OSB + Putz



Kalkputz auf einem Putzgitter auf einer OSB-Platte kann ich empfehlen. Als Dämmung eine Hanf-Dämmwoll-Schüttung. Da gehen dann keine Tiere mehr rein. Bei diesem Aufbau brauchst du auch keine Folie einziehen.
Geh mal auf die Seite von Hanffaser Uckermark, da findest du solche Beispiele.





Geht das auch mmit dem Rollputz von z.B. Alpenkalk auf dem Putzgitter und der OSB-Platte?
Ich bin ziemlich unbegabt, was das Verputzen angeht :-(
Und der Putzer war gerade erst da....





besten Dank, Thomas,

ich habe mir gerade die empfohlene Seite bei Uckermark angesehen - das sieht sehr sympatisch aus.

danke für die super flotte Antwort
:-)

Angelika



Deckenaufbau



Hallo Angelika,
für Ihre Küchendünste ist eine leistungsfähige Ablufthaube mit direktem Außenabgang besser als Fettwrasen und Kondenswasser in bzw. an der Decke zu parken.
Damit können Sie ohne weiteres die Deckenunterseite mit Gipskarton bekleiden, das bringt nur etwa 25-30 mm Höhenverlust. Die Stöße verspachteln, die Decke weiß streichen, fertig.
Dämmung in der Decke ist ebenso wie eine Dampfsperre innerhalb der warmen Gebäudehülle nicht erforderlich. Besser wäre eine schwere Schüttung in der Decke (die garantiert schon mal drin war)um Schwingungen und Schall zu zu dämpfen.
Das bedingt natürlich eine Dämmung der Wohnräume im OG.
EG und OG sollten Sie durch ein Treppenhausauge trennen.

Viele Grüße
p.s. Da wohl die oberen Räume bewohnt und die Decke von da nicht mehr so einfach zugänglich ist, kommt das mit der schweren Schüttung nicht mehr in Frage.
Dann bauen sie eben Ihre Mineralwolle in die Deckenfelder ein, besser als gar nichts. Wenigestens den Trommeleffekt und den Luftschall bremsen die ein bisschen.





dann müßte aber doch wieder Folie eingebaut werden, damit von der Glaswolle keine Teilchen eingeatmet werden?



Decke



Hallo Andrea,
Glaswolle gibt es nicht mehr, was Sie meinen ist sicher Mineralwolle. Da besteht nur eine mögliche Gefahr beim Verarbeiten, in eingebautem Zustand geht von Mineralwolle keine Gefahr aus.
Die GK- Decke ist, richtige Verarbeitung vorausgesetzt, luftdicht.

Viele Grüße



Da bin ich anderer Meinung,



Georg, "Mineralwolle... besser als nichts"..........

Dann lieber nichts.

Mal unabhängig von der Wirksamkeit, über die ja hier schon wahre Diskussionsschlachten geführt wurden:

Alleine aus baubiologischer Sicht sind künstliche Mineralfasern (KMF) schon mal per se aus den wählbaren Materialien auszuschließen. Das Zeug ist nach wie vor gesundheitsschädlich, wie Du ja selbst schreibst und so etwas hat meiner Meinung nach in einem Haus nichts verloren. Über die Jahre bekommt die Gipskartondecke vielleicht doch irgendwann Risse und dann? Unser täglich Mineralwollfaser in der Atemluft gib uns heute.....

Eines Tages muß die Decke wieder saniert werden, die Nachfahren freuen sich über den hinterlassenen Sondermüll.

Bei uns im Haus waren etliche Kubikmeter verarbeitet, teilweise älteren, teilweise jüngeren Datums. Nach dreißig Jahren völlig verdreckt, verschimmelt und insbesondere hochgradig spröde. Ein leiser Luftzug, manchmal schon ein schräger Blick und die Luft hat nur so vor Glimmer gefunkelt. Hier wiederum die Folgeschäden am Gebäude selbst außen vor gelassen.

Alle Welt redet von Bio, Öko usw. Aber ausgerechnet am und im Haus, also mit anderen Worten an unserer "zweiten Haut", da kann es mit der chemischen Keule und allen möglichen Kunststoffen nicht hoch genug hergehen.

Wenn schon Faser, dann wenigstens Eine, die man später auf den Kompost schmeißen kann und die Hausbewohner nicht krank macht oder gar deren Nachkommen.

Flachs, Hanf, Kork, Schilf, Lehm, ganz zahlreiche und gute, "nachhaltige" sowie nicht zu teuere Alternativen.

Viele Grüße
Achim



Mineralwolle



In Deutschland wird nur Mineralwolle verkauft die frei von Krebsverdacht ist.
Zum Krebsverdacht: Es gibt keine nachgewiesenen Fälle von Krebserkrankungen durch KMF. Es gab nur einen Tierversuch, in dem das nachgewiesen wurde.
Die damals dafür verwendeten KMF werden heute so nicht mehr in den Handel gebracht.
Stäube und Fasern können nur bei der Verarbeitung freigesetzt werden, nicht im eingebauten Zustand.
Mineralfaser ist 1. kein Sondermüll, 2. sie kann recycelt werden.
Was passiert wenn nach Jahren die GK- Decke Risse bekommt?
Was soll das, genauso könnte ich fragen was passiert wenn das Haus brennt oder mir ein Meteorit auf den Kopf fällt.
Übrigens, ich habe nicht geschrieben das man keine Folie nehmen soll sondern von: "richtiger Verarbeitung vorausgesetzt".

Viele Grüße
p.s. Auch Holzstäube können krebserregend sein



An Georg



"Mineralfaser ist kein Sondermüll."

Gegenfrage:

Warum wird sie dann bei allen Entsorgungsfachbetrieben so behandelt und auch in der entpsrechenden Rubrik geführt? Warum bekommt der Fahrer bei der Abholung eines Containers Herzrhytmusstörungen, wenn die Fasern nicht luftdicht verpackt darin liegen und auch nur ein "blauer Sack" Löcher aufweist?

Nach den Krankheitsfällen, die durch KMF verursacht wurden, frage Herrn Konrad Fischer oder forsche ein wenig im Netz, wenn Du Lust hast. Dabei geht es nicht nur um Krebs. - Ferner war das nicht der einzige genannte Grund gegen KMF.

Was die Frage mit den Rissen in der GK-Decke soll?

Sage ich Dir: Du hast geschrieben "richtige Verarbeitung vorausgesetzt"......... Genau da gehts schon los. Zu viele Fehlerquellen! Nicht richtig verlegte Folien, undichte Stellen, Versprödung nach einigen Jahren. Zudem: Gerissene Stöße an GK-Konstruktionen sind wahrlich keine Seltenheit. Ganz besonders in Decken und Dachkonstruktionen. Insoweit ist der Vergleich mit dem Meteoriten eigentlich Quatsch. Außerdem sollte dies ein Beispiel sein!

Anders gesagt, wenn über meinem Kopp eine Lage Flachs liegt oder Lehm oder oder oder, dann brauche ich mir zumindest über KMF in der Raumluft sowie evtl. gesundheitsschädigender Wirkung schon mal keine Sorgen mehr zu machen, ebensowenig über die spätere sicher nicht billiger werdende "Entsorgung", kann mir die Folie gleich mit sparen und damit wiederum darf der Bauherr auch selbst ans Werk gehen, weils dann nicht so schlimm ist, wenn er mal nicht ganz so akkurat wie der Handwerker arbeitet.


Viele Grüße
Achim

PS: Holzstäube lege ich mir gemeinhin aber nicht in eine Deckenkonstruktion oder dergleichen und auf den Kompost schmeißen kann ich sie auch.



Miwo



lieber Achim,
vielleicht ist DIhnen nicht entgangen das ich von der jetzt verfügbaren Mineralwolle geschrieben habe und nicht von jahrzehntealten Abbruchmaterialien.
Noch mal: Es gibt keine nachgewiesenen Krankheitsfälle durch KMF!
Es gibt kein gesundheitliches Risiko durch verbaute KMF!



Lieber Georg,



"Es gibt keine nachgewiesenen Krankheitsfälle durch KMF!
Es gibt kein gesundheitliches Risiko durch verbaute KMF"


Sagt wer? Vor allem, wer steht dafür gerade, wenn sich doch etwas anderes herausstellt? Das es bis jetzt nicht nachgewiesen wurde besagt zunächst einmal überhaupt gar nichts, nicht einmal, das es sie nicht vielleicht schon gibt. - Asbest galt auch jahrzehntelang als harmlos.

Das seit ca. dem Jahre 2000 bei KMF zwischen "alt" und "neu" unterschieden wird, ist durchaus bekannt. Ebenso habe ich die Unterscheidung in Deinem Eintrag auch gelesen. Es ist ungeachtet dessen aber trotzdem so, daß genügend Stellen die von Dir zitierte Unbedenklichkeit der "neuen Generation" in ernste Zweifel ziehen.

Hier mal eine Einschätzung von einem Deiner Berufskollegen: http://download.dimagb.de/docs/bumann/KMF.pdf

Als Bauherr weiß ich persönlich nur eines:

Kostenloses Versuchskaninchen möchte ich nicht spielen. Im Zweifel hilft mir nämlich keiner, wenn das sprichwörtliche Kind in den Brunnen gefallen ist. Eine evtl. Krankheit badet der Häuslebauer aus, nicht der Hersteller und an den Folgekosten hat sich bis jetzt auch keiner sonst beteiligt.

Lehm & Co. sind definitiv unbedenklich, das hat sich in Jahrhunderten erwiesen, dafür brauche ich kein RAL-Siegel, hinter dem unter Umständen zweifelhafte Untersuchungsmethoden stehen, keine hoch komplizierten wissenschaftlichen Abhandlungen und meinen Nachfahren wird keine Sondermülldeponie hinterlassen.

Viele Grüße
Achim



Mineralwolle



Vielen Dank für den Beitrag.
Er bestätigt meine Ausführungen.

Viele Grüße





danke für die Lebhafte Diskussion und das meine ich ehrlich.

Ich denke aber, dass allein die Möglichkeit, ohne Folie zu arbeiten, für mich schon Anstoss genug ist, eher die Hanfdämmung zu nehmen. Ob es nun Rihgips wird oder nicht - wird sich noch zeigen.

Hat schon mal Jemand mitz dem Rollputz z.B. von Alpenkalk und mit Gewebe gearbeitet?

Und natürlich gibt es trotzdem eine Dunstabzugshaube.

Angelika