Kellerdecke bröckelt

24.05.2013 PStrunz



Hallo,

ich wohne in einem alten, nicht bewirtschafteten Fachwerkbauernhof und habe einen kleinen Keller, den ich hauptsächlich für Vorräte nutze. Der Keller ist mehr oder weniger trocken. Bei starkem Regen kann schon mal Wasser von unter kommen, das ich mit einer Tauchpumpe im Schacht entferne.

Die Kellerdecke besteht aus Eisenträgern mit Beton oder Blähbeton oder Porenbeton oder sonst was dazwischen. Das ganze sieht von der Konstruktion so aus, wie eine "Kaiser-Decke". Das Alter der Decke ist mir nicht bekannt.

Soviel zur Vorrede.

Heute sind an einer Stelle große Brocken aus der Decke 'raus gebrochen. Wenn ich mit der Hand oder einem Werkzeug an die Stelle gehe, dann kommt mir das alles ziemlich porös vor und ich könnte leicht weitere Brocken entfernen.

Das ganze ist "nur" in einem Feld, in der Nähe des Lichtschachts.

Was kann ich dagegen tun?
Einfach mit einem Zementputz versuchen zu verputzen?
Oder ist die ganze Decke zu erneuern?

Ober drüber ist der Fußboden aus Holz - Dielen mit einer Lattung drunter.

Vielen Dank für Hilfe und Tipps,

Peter



offensichtlich



wurde dort am Zement gespart ( bei Handmischung kann sich auch einer mal verzählen). Das mindert die Festigkeit und bringt keinen Rostschutz für fie Bewehrung - die "blüht" irgendwann auf. Müsste also freigelegt und behandelt werden, dann Spezial-Reparaturmörtel aufspachteln. Etwa so: http://wissen.malerblatt.de/bautenschutz/anwendungstechnik/178-schnellreparaturmoertel.html, eine genaue Beurteilung der Tragfähigkeit und notwendiger Maßnahmen geht aber nur vor Ort !!



Das kann schon sein ...



... das an Zement gespart wurde.

> kein Rostschutz für die Bewehrung - die "blüht" irgendwann auf.

Das ist (zumindest teilweise) schon geschehen.

> Müsste also freigelegt und behandelt werden, dann Spezial-Reparaturmörtel aufspachteln.

Heisst das, ich muss die ganze Decke abtragen und die Träger / die Bewehrung frei legen?

Puh, das hört sich gar nicht gut an ....

Viele Grüße

Peter



nun



"Heisst das, ich muss die ganze Decke abtragen und die Träger / die Bewehrung frei legen?" - das sind Fragen, die man aufgrund eines Fotos nicht beantworten kann. Aber nicht unmöglich ! Es wäre auch überlegenswert, einzelne Feldabschnitte komplett rauszuhacken (mit Vorsicht) entrosten und neu betonieren. Es kommt dann wieder auf mögliche Lasten von oben an. Wenn es nur ein kleines Stück ist, durchaus machbar.



Ja klar ...



> das sind Fragen, die man aufgrund eines Fotos nicht beantworten kann.

ich verstehe schon, dass auf Grund eines Fotos keine umfassende Aussage zu treffen ist. Ich füge mal eine weiteres Foto bei. Die Träger haben einen Abstand von 90 cm.

> Aber nicht unmöglich ! Es wäre auch überlegenswert, einzelne Feldabschnitte komplett rauszuhacken (mit Vorsicht) entrosten und neu betonieren.

Von oben komme ich nicht so gut an die Decke ran: es ist der Eingangsbereich / Flur mit Dielenboden und ein Stück der Treppe ins OG ist da auch noch.


> Es kommt dann wieder auf mögliche Lasten von oben an. Wenn es nur ein kleines Stück ist, durchaus machbar.


Große Lasten / Gewichte sind nicht auf der Decke. Schrank und Kommode, sonst nichts.

Wenn ich das betroffene Feld weg nehme und entroste, könnte ich dann von unter abschnittsweise betonieren?
Also ca. 50 cm verschalen, dann von unten, seitlich Beton einbringen und mich so in 50-cm-Schritten vorarbeiten?

Ich möchte halt verhindern von oben an der Decke zu arbeiten.

Vielen Dank!



als



Laie von unten zu betonieren ist nicht möglich ! Dazu braucht man Verpresstechnik oder Spritztechnik ! Zumindest ist das mein Handwerkerwissen. Dir selber bliebe nur: lose teile abkratzen, entrosten, grundieren, spachteln. Beim Betonieren braucht man eine Verdichtung und eine Einfüllmöglichkiet von oben .... oder verpressen. Alternativ wäre da nur Stahlverstärkungen unterhalb einzubauen - aber die verschieben das Problem nur zeitlich, da der Rost weiter sein Unwesen treibt.

http://www.kienscherf-wuppertal.de/leistungen_betonsanierungsarbeiten.html?mn=1&sm=1-7&gclid=CJ3H9qbwsLcCFcNQ3godXh8A-w



scheitrechtes Gewölbe



Ich glaube Sie sollten nicht gleich in Panik verfallen. Der Rost befällt meistens die Untergurte, da wo Feuchte angreifen kann und die mittlerweile durchcarbonatisierte Betondeckung nicht groß genug ist. Der Materialverlust ist nicht so schlimm wie der Blätterrost vermuten läßt denn die Korrosion verursacht eine erhebliche Volumenzunahme. Selbst wenn der Querschnitt zu sehr geschwächt ist kann man sich mit einem Unterzug behelfen. Sie sollten die Untergurte erst einmal entrosten und alle losen, bröckligen Betonteile abklopfen.Dann den Stahl mit Rostschutz behandeln, Fehlstellen im Beton mit Zementputz nacharbeiten. Modifizierte Reparaturmörtel sind was für Profis.

Viele Grüße



Panik



hatte ich tatsächlich ein bisschen...

Jetzt geht es mir aber schon wieder besser. :-)

Ich werde wie vorgeschlagen vorgehen:

Die Träger entrosten und mit Rostschutz behandeln. Dann losen Beton entfernen und mit Zementmörtel (mit Kalk oder ohne Kalk? ) spachteln.

Vom "Betonieren" und von "Reparaturmörteln" werden ich die Finger lassen.

Vielen Dank Für die wertvollen Ratschläge!



Kellerdecke



Ein bisschen Kalk kann die Haftung etwas erhöhen aber zuviel sollte es nicht sein, sonst überfettet der Mörtel und reißt. Im Zement ist ohnehin schon Kalk enthalten.
Bei einem scheitrechten Gewölbe ist ein Teil des Feldmaterials das unten dranhängt nur dazu da, die Deckenunterseite eben zu halten. Wenn da ein wenig abbröckelt ist das noch kein Ernstfall.

Viele Grüße



habe



aber den Eindruck, daß es ein bewehrtes Deckenfeld ist - da wäre bei einer schadhafte Unterseite weiterer Rost in der Feldbewehrung möglich. (1. Bild)



Hallo,



dass sieht ja so aus als ob es nur das Deckenfeld ist, welches auf der Außenwand aufliegt.?
Würde behaupten das über die Auflagewand Feuchtigkeit in die poröse Betondecke einwandert und dadurch die Betonbewehrung zerstört wird. Eventl.sollte man die Auflagewand mal genauer betrachten bzw. nach Möglichkeit trockenlegen.?

Mit Grüßen
Danilo



Kellerdecke



Bitte bei solchen alten Decken nicht in heutigen Dimensionen denken.
Stahlbeton wie wir ihn kennen fand in Deutschland erst ab etwa 1890 zögerlich Verwendung, das war damals Hochtechnologie und für den einfachen Mauerer noch welscher Schweinkram. Immerhin musste er sich erst mal an den Zement gewöhnen.
Im Endfeld sind ein paar Zuganker mit eingegossen worden die den Gewölbeschub vom Auflager fernhielten. Kann sein das einer von denen hier zu sehen ist.

Viele Grüße



Ja,



> dass sieht ja so aus als ob es nur das Deckenfeld ist, welches auf der Außenwand aufliegt.

Genau so ist es.

> daß es ein bewehrtes Deckenfeld ist - da wäre bei einer schadhafte Unterseite weiterer Rost in der Feldbewehrung möglich.

Das kann natürlich sein. Was genau "der schwarze Fleck" in Bild 1 ist habe ich noch nicht genau untersucht.


> Eventl.sollte man die Auflagewand mal genauer betrachten bzw. nach Möglichkeit trockenlegen.?

Die Auflagewand ist relativ trocken. Sie ist vor 1990 (vor meiner Zeit) mit Zement verputzt worden. Vermutlich ist dahinter Bruchstein. Feuchtigkeit kommt im Wesentlichen von unten. Trotzdem kann es da natürlich feucht sein.

> Im Endfeld sind ein paar Zuganker mit eingegossen worden die den Gewölbeschub vom Auflager fernhielten. Kann sein das einer von denen hier zu sehen ist.

Das liest sich für mich so: Zuganker drin ist "nicht so schlimm". Trotzdem entrosten und mit Zement spachteln. Ist das so?

Danke und viele Grüße!