Gefachedecke, Luft strömt von Keller in Wohnraum

16.11.2005



Hallo,

wir renovieren derzeit ein altes Bruchsteinhaus von ca. 1920. Die Wände im Wohn-/ Esszimmer und der Küche sind bereits von Farbe, Tapete und Putz befreit so das nun nur noch die Bruchsteine zu sehen sind. Wir wollen die Wände nun mit Lehm verkleiden und auch eine Wandheizung einbauen.

Nun zu unserem eigentlichen "kleinen" Problem.
Der Fussboden dieser Räume besteht aus Holzdielen. Im laufe der Jahre haben sich Spälte zwischen den Dielen von zt. 1cm breite entwickelt. Durch diese Fugen gelangt extrem kalte Luft vom Keller in diese Wohnräume.
Unser Keller ist ebenfalls aus Bruchstein und die Decke zwischen Keller und Wohnraum aus Gefache. Durch diese Schüttung gelangt dann auch die kalte Luft nach oben. Es ist im Winter nicht möglich auf dem Boden zu sitzten. Demnach heizen wir natürlich auch recht viel nur leider wird die warme Luft schnell nach oben gedrückt.

Nun wollen wir die Unterseite der Decke (Keller - Wohnraum) dämmen. Aber wie ist es am besten nach ökologischen Gesichtspunkten möglich? Der Keller ist ziemlich niedrig so das uns nicht viel Platz bleibt.

Bin gespannt auf eure Vorschläge.



Kellerdecke dämmen



Hallo Pauline,
wie ich verstanden habe,besteht die KG-Decke aus Strohlehm auf genutete Staken. Da kalkte Luft nach oben strömt,wird der Keller gut belüftet sein.(was positiv zu bemerken ist).Mein Vorschlag zur Dämmung:
1 Dielen abnehmen, Offene Lehmfugen mit LeichtlehmMörtel schliessen, daurauf Wärmedämmschüttung z.B. mit Perlite, Isoself oder Korkgranulat von oben aufschütten, ca 1 cm unterhalb der Dielen.
2 falls machbar Zusatzdämmung von unten an die Deckenbalken mit Schilf-Leichtbauplatten Stärke d=5cm. Zur Schilf-Montagehilfe könnt Ihr einen Lattenrost an die Deckenbalken schrauben. Ggfalls könnt Ihr die Schilfoberfläche noch mit Kalk einstreichen.
Weitere Infos und Detailbeispiele findet Ihr unter www.texbis.de
viel Erfolgt wünscht:
Klaus Schillberg



Kellerdecke dämmen



Hallo Klaus,

danke für deine Antworrt.
Leider weiss ich nicht genau ob Lehm in der Schüttung ist, ich denke eher es ist etwas loses. Vom Keller aus kann man nämlich die Körnung sehen.
Wir wollen nur ungern den Boden aus dem Wohnbereich wegnehmen sondern lieber von unten Dämmen.
Die Lösung mit den Schilfrohgebinden hatte ich schonmal gehört. Ich denke das ist eine gute Sache.
Vielleicht kann man auch auf das Lattengerüst verzichen. Die Schüttung wird nämlich von dicken Balken und quer angebrachten Brettern gehalten.



Kellerdeckendämmung



Hallo
würde erst mal schauen, ob die "Belüftung" im Deckenbereich evtl. konstruktiv "gewollt" ist - und von seitlichen Lüftungsöffnungen kommt.

Wenn Sie dann die Dielen aufheben und die "Gefache" (wohl wie Herr Schillberg ahnt: Lehmstaken mit Wicklung sind) von oben sanieren, was eigentlich sehr sinnvoll ist (da kann man gleich alles Mögliche überprüfen)
... und man die "Belüftung nicht benötigt(konstruktiv) dann würde ich evtl. mit Leichtlehm oder Lehmschüttung arbeiten und keine weiteren Materialwechsel anstreben.
Wenn Sie dann die Dielen wieder einbauen (evtl Nut und Feder einfräsen - oder evtl neue und evtl dickere einbauen, die dann "dichter" sind...

die von Ihnen anvisierte Wandheizung ist sehr sinnvoll und sollte auch einiges verbessern - vorausgesetzt, dass die richtig dimensioniert und konzipiert ist (???)

einer weitere "Dämmung" von unten stehe ich eher skeptisch gegenüber und würde das vorerst einmal lassen - ausser Materialkonform mit Lehmputz von unten ...

genaue und detailliertere Angaben sind als Ferndiagnose m.E. nicht möglich

frohes Schaffen und "warme Füsse"

Florian Kurz



Luft ist ...



wohl nicht wirklich konstruktiv "gewollt".
Das kann ich mir nun beim besten willen nicht vorstellen.

Vielleicht muss doch vorort einfach mal ein Fachmann schauen was die beste Alternative für uns ist.

Das wir in diese alten Dielen Nut und Feder einfräsen macht micha uch nicht wirklich glücklich. Näher zusammen bringen könnte man sie aber wenn man sich wirklich die Mühe machen muss und alle abnimmt. Ich hatte gehofft von unten den Kaltluftstrohm zu unterbinden bzw. einzudämmen.



man kann auch von unten die Decke dämmen



Hier mein Vorschlag Variante 2 von unten:
1 vhd. Lehmlöcher ander Lehmwickeldecke z.B.mit LeichtlehmWärmedämmputz schliessen.
2 nach Trocknung Montage von Lattenrost 24x48mm auf die Deckenbalken (Zwischendämmung mit Hanfmatten zwischen Lattenrost bzw. zwischen den Deckenbalken,sowiet Platz vhd.
3 SchilfLeichtbauplatte d=5cm am Lattenrost montieren,mit Kalk einstreichen (Kalk wirkt fungizid gegen evtl. Schimmelpilze)
viel Erfolg wünscht
Klaus Schillberg, www.texbis.de



Wir haben das mit Schilfrohrmatten im Lehmbett gelöst...



... den feuchten Lehm von unten an die Decke schmieren, Schilfrohrmatten einbetten und dann nochmal verschrauben.

Es zieht nimmer und alles ist weiterhin diffussionsoffen.

Grüße Annette



Kellerdecke-Erdgeschoss



Hallo Pauline,
als erstes den Spalt zwischen Balken und Lehm mit Stopfhanf fest ausstopfen/bis 1cm oberkannte Balken/falls verputzt werden sollte.
prüfen ob es immer noch zu kalt ist-wenn ja,können Sie immer noch zusätzlich dämmen.
mit freundlichen Grüssen
Mladen Klepac