Isolierung der Kellerdecke

03.09.2005



Ich hab mich duch viele Beiträge durchgearbeitet, die auch sehr hilfreich sind, aber die passende Lösung für mich noch nicht gefunden. Ich möchte die Decke vom Keller zum Erdgeschoß von der Kellerseite aus dämmen. Der Keller ist aus Bruchsteinmauerwerk und ist etwas Feucht. Die Decke besteht aus Holzbalken. Zwischen den Holzbalken sind " Holzstäbchen" mit Lehm. An manchen Stellen fehl der Lehm auch und ich kann die Dielen im Erdgeschoss sehen.
Mir wurde geraten, die Decke folgendermaßen zu isolieren:
Zwischen die Holzbalken Mineralwolle, darunter eine Damfsperrfohlie, damit die Feuchtigkeit des Kellers nicht mehr nach oben steigt, als Abschluß der Decke im Keller dann noch Feuchtraumgipskartonplatten oder Holzpanellen.
Vieleicht kann mir jemand diese Vorgehensweise bestätigen, oder eine anderen Vorschlag machen.



Hallo,



genau dieser Aufbau war bei mir im Keller der Fall. Der Vorbesitzer hatte es eingabaut weil er im Winter immer kalte Socken bekam. Ich habe es entfernt und darunter hat´s gestunken... unbeschreiblich. Ich denke da war alles etwas am vermodern, wenn Du verstehst was ich meine. Nach zwei Tagen Lüften war der Gestank weg. Wie man es richtig macht kan ich Dir leider auch nicht sagen, habe lediglich mal irgendwo gelesen, dass man den Boden nicht von unten sonder von oben dämmen sollte. Geht bei mir aber wegen dem Dielenboden nicht, darum habe ich bei mir jetzt alles offen gelassen. Wenn es mir im Winter zu kalt werden sollte, ziehe ich halt zwei paar Socken an :-)
Vielleicht bekommst Du ja ein paar Tipps, was doch möglich wäre.
MfG. Michael



Eine Patentlösung



für diesen Fall habe ich leider auch nicht. Aber ich kann Ihnen auf jeden Fall sagen, dass die Dampfsperre auf der völlig falschen Seite liegt. Das Dampfdruckgefälle wird voraussichtlich von oben nach unten abnehmen. D.h. die Diffusionsvorgänge werden sich meist vom Erdgeschoss Richtung Keller bewegen. Die Dampfsperre bewirkt dann, dass die warme Raumluft oberhalb der Dampfsperre kondensiert, zumal eine Luftdurchströmung (sehr viel schadensträchtiger) kaum ausgeschlossen werden kann. Auch die Gipskartonplatten halte ich für total verfehlt.

Mir erscheint folgender Aufbau sinnvoller: Dampbremse (!) direkt unter die Dielen (luftdicht verklebt), Flachsdämmplatten, Putzträgerplatten (z.B. Heraklith) und ein Putz von unten.



abba ich :-)



Wir haben Schilfrohrmatten genommen, die mit Lehm eingekleistert und von unten an die Decke "gematscht" und nochmals festgeschraubt. Hält, zieht nicht mehr, schimmelt nicht, alles trocken...

Grüße Annette





Hallo, was für schilfrohrmatten hast Du genommen. Die 70-stengligen oder die 2cm /bzw. 5cm) starkten? welche sind denn für ein solches Vorhaben am besten geeignet. Wie wurden diese befestigt, dann Lehmputz ist ja recht schwer!

Danke für Antwort





Wir haben die 5 cm dicken genommen und diese in "portionsgerechte Stücke" geschnitten, damit man sie auch hoch bekommt. Wir haben uns bei der Größe bzw. beim Zerschneiden an den Deckenbalken orientiert. Die 2 cm dicken Matten waren dafür zu "schlabberig".

Erst ein bisschen Lehmputz an die Decke werfen *klatsch*, dann noch die Matten mit Lehm einstreichen. Hochdrücken und festschrauben. Fertig.

Grüße Annette



Noch einige Fragen dazu



Erstmals vielen Dank für die ausführliche und gute Beschreibung.

Aber wie wurden die zugeschnittenen Schilfrohrmatten befestigt. Jeweils von Balkenmitte zu Balkenmitte (also auf die Balken genagelt) oder zwischen die Balken.

Dazu meine Frage:

Wenn zwischen die Balken, hattet ihr dann einen Blindboden?

Wenn auf die Balken (also Balkenmitte zu Balkenmitte) was bedeutet dann Decke? Hattet Ihr vorher eine Holzdecke auf die Balken von unten genagelt?

Mit was für Schrauben habt Ihr die Matten dann befestigt (Typ und Länge), wurden Unterlagsscheiben verwendet? Die Dinger sind ja mit Lehm dann doch recht schwer und ein Lehmputz kam bestimmt dann auch noch drauf?

Kannst Du den Aufbau nochmals genau sagen.

Besten Dank schon vorab

es grüßt der Häuslebauer Uwe





Wir habens zwischen die Balken gepackt.
Die Schilfrohrmatten kann man mit ner Kreis(ch :o)säge sägen.
Befestigt haben wirs mit Riesigen Spax-Schrauben (auf die fährt mein Mann so ab ;-) - sind etwas teurer aber auch gut).
Und dicken Unterlegscheiben (Karosseriescheiben heißen die glaub ich) - man kann aber auch Kronkorken nehmen.

Alternativ kann man auch die 2 cm Schilfrohrmatten nehmen und das ganze 2 mal machen. Aber dadrauf hatte keiner Lust. Ist eh ätzend, im kalten dunklen Keller rumzuhocken und sowas zu machen. Aber zumindest ziehts mir nimmer an den Füßen! Ich denk mal, die Heizrechnung wird dieses Jahr auch runtergehen. Wir hatten da regen Luftaustausch letztes Jahr.

Ach so, ja, wir haben eine ganz normale Staken/Lehm Balkendecke.



Der Uwe dankt es DIR



die schöne und klare Beschreibung.

Spax finde ich auch geil, aber nur ab Größe 20 Torx. Wenn zu klein (10 oder 15-er Aufnahme) rutscht der Schrauber immer ab, wenn man mit einer Hand arbeitet, da nehme ich lieber PZ 2-Schrauben. Daß geht dann auch wesentlich schneller.

Könntest Du mir noch die Länge der Schrauben verraten.

Zudem Annette fällt mir noch was ein:

Ihr habt doch sicher die Schilfrohrmatten verputzt? Wie habt Ihr dies von unten gemacht? Auch mit Lehm?

Ansonsten hätte ich generell eine Frage: habt Ihr denn den Lehm angeworfen oder aufgezogen? Was hält denn letztendlich besser? Oder ist dies egal?


Ich habe zwar schon beides gemacht, aber leider keine Langzeit-Erfahrung und nicht an der Decke (soweit bin ich noch nicht). Somit stellt sich bei mir dann die Frage: Kommt das Zeug irgendwann wieder in Plattenform runter? Dann wäre es angenehm, wenn diese gleich als Fließen schön augerichtet auf den Boden fallen! Aber damit rechne ich erstmals nicht!


So und jetzt geht´s weiter ans rumwurschteln!


Es grüßt und dankt herzlichst


der Häuslebauer Uwe



*häou häou häou* - *TimTaylornachmachentu*



Die Schraubenlänge hängt halt vom Untergrund ab (Holzart - bei Eiche z. B. gehen die Schrauben ja net so tief rein). Ich glaub, es waren 13er oder so. Weiß net genau, wir haben zu Hause ein Mords Schraubenarsenal 8o)...

Die Matten haben wir nicht verputzt. Zumindest noch nicht. Könnte man aber. Aber der Keller ist momentan bei uns das Unwichtigste überhaupt... Wenn, dann mit Lehm.

Mit dem Deckenlehm, das ist so ne Sache für sich... Man darf nicht zuviel auf einmal drauftun, sonst machts nen Platsch und alles kommt wieder runter... *auserfahrungsprechentu*... Es ist wohl besser, wenn man ihn mit der Glättekelle aufzieht (ca. 2 cm). Und dann wie gesagt nochmal etwas auf die Schilfrohrmatten packen. Und immer stücklesweise arbeiten: Lehm auf das Stück Schilfrohrmatte, dann Lehm auf die Decke und sofort die Schilfrohrmatte hoch und mit mehreren Schrauben festschrauben.

Eigentlich ganz easy. Aber Überkopfarbeiten mach ich eigentlich garnet gerne *quengel*...

Viel Schbass!