Gewölbe Eingang Ziegelsteine Einsturzgefahr




Hallo,

ich restauriere gerade meinen Gewölbekeller (Bruchstein, Haus Bj 1842) und musste feststellen, dass die Ziegeldecke im Eingangsbereich durch den versalzten Kalkmörtel nachgegeben hat. Heute habe ich einen Stein entfernt um zu sehen was darunter ist (siehe Bilder).
Ich vermute, dass die Ziegeldecke keine statische Funktion hat. Darüber befindet sich der Hausflur mit Holzdielen.
Ich wäre sehr dankbar, wenn mir hier Fachleute Auskunft dazu geben könnten, wie ich die Decke sanieren kann. Sie scheint mit Geröll verfüllt zu sein.

1.Kann man die Ziegelsteine nach und nach rausnehmen und die Schüttung einfach ausrieseln lassen oder käme da so viel Material rausgepurzelt, dass der Keller halb verschüttet wäre, eventuell auch das Schüttmaterial vom eigentlichen Gewölbe? ...oder muss ich die Dielen (wurden erst geschliffen und lasiert) im Flur rausreißen und von hier aus erst mal das Füllmaterial entfernen.

2. Da wir zuerst den Lehmboden etwas abtragen wollten (Deckenhöhe zu niedrig), da Betonboden (mit Sperr + Dämmschicht) hinein kommt und dieser durchtrocknen muss, würde ich mich gerne der Decke später widmen. Wie kann man diese vorerst sicher abstützen. Eine Metallstütze habe ich. Reicht es aus ein Brett dazwischen zu klemmen?

Herzlichen Dank vorab!

Liebe Grüße
Simone



PS:



diese Ziegeldecke soll übrigens verputzt werden (die Bruchsteine nicht). Wäre da eventuell auch anheben und einziehen von Stahlstangen oder so etwas in der Art zum Abstützen möglich, die dann verputzt werden?



Das hört sich nicht besonders...



... gut an...

Obwohl ich auf dem Foto nicht viel erkennen kann (vielleicht ginge ja noch ein besseres), etwas dazu:
Ein Gewölbe hat durchaus eine statische Funktion und ist nicht nur Selbstzweck, in der Regel soll Last- und Krafteintrag in senkrechte Wände sichergestellt werden...

Also äußerste Vorsicht!!!
Statiker oder zumindest Altbauerfahrenen Maurer konsultieren...

Das mit dem Abstützen hat den Nachteil, dass dann der Fußboden im Keller erstmal nix wird, also hat die Decke Vorrang, Verputz kann immer noch nächstes Jahr gemacht werden...

Auch das Füllmaterial hat seinen Sinn...

MfG,
sh



Gewölbe



Die Fotos sind wirklich Schrott, damit kann man nichts anfangen. Wo was wie eingesackt ist kann man nur raten und ohne Kenntnis der Schadensursache ist Hilfe ohnehin unmöglich.
Ein halbsteindickes Ziegelgewölbe wie anscheinend in Ihrem Fall vorhanden kann man nur durch Auflast in den Drittelbereichen stabilisieren. Das setzt aber voraus das die Auflager in Ordnung sind.

Viele Grüße



sorry....



Danke erst mal für die Antworten. ich versuche morgen bessere Bilder zu machen und einzustellen. Kann man hier auch mehrere Bilder posten? Sorry, ich bin neu hier.

Mir ist schon klar, dass ein Gewölbekeller eine statische Funktion hat. Der Gewölbekeller ansich (komplett aus Bruchstein) ist auch super in Ordnung. Es dreht sich lediglich um die Decke über der Treppe, die ins Gewölbe führt. Über den ersten zwei Stufen sitzt alles fest, nur über der letzten Stufe, da wo die Decke an den eigentlichen Gewölbekeller an die Bruchsteine anschließt hat sich die Ziegeldecke ca. 3 - 4 cm gesenkt und es ist eine Fuge entstanden durch die man das Füllmaterial darüber sehen kann (große Schottersteine).

Ich habe jetzt doch erst mal abgestützt. Das ging auch ganz gut, da ich die Stütze auf der Treppenstufe ( riesige Bruchsteinquader)positionieren konnte.



Innenbereich Gewölbekeller



mit Blick auf den Eingang



Ziegeldecke



im Eingangsbereich



Eingangsbereich



von außen gesehen



Fuge



in Nahaufnahme



Und was...



... liegt oben drüber? Auch 'ne Treppe wahrscheinlich?...
Lösung geht nicht via Forum, Internetstatik ist keine gute Idee --> Fachmann vor Ort...

Die Steife ist gut, aber das Brettchen zur Lastverteilung ist lustig... und stell' das Teil grade hin...

Gutes Gelingen,
sh



Hallo Herr Hausleithner,



danke für die Ratschläge, ich werde sie beherzigen. Oben drüber ist keine Treppe. Da ist ein Flur mit alten Eiche Holzdielen.

LG
Simone



Sorry...



wg. dem Missverständnis mit der Treppe, für mich sah das schräg aus... und häufig liegen Treppen halt in Treppenhäusern... eine gebölbegestützte Treppe hätte mich schon sehr interessiert...

Nicht böse sein wegen den Warnungen... wenn die Decke runterkachelt hat da doch keiner was von...

MfG,
sh



eben...



weil ich nicht möchte, dass sie runterkachelt bin ich ja hier :-)und nehme gerne jeden Ratschlag an. Sie haben Recht, es ist schräg, aber nur wegen der Treppe in den Gewölbekeller. Ich bin mir fast sicher, dass diese Ziegelsteinchendecke keine statische Funktion hat, das haben wohl nur die Bruchsteine. Generell geht`s mir nur darum, wie ich entweder diese wieder so fest bekomme, dass nix zusammenkracht... oder eine andere Überlegung wäre die Decke rauszunehmen, eine andere eizuziehen und von oben wieder mit leichtem Füllmaterial zu befüllen.

LG
Simone



Das mit der Statik...



... sehe ich noch nicht so, allein die Belastung durch das Füllmaterial, welches ja auch wieder eine Funktion hat, ist eine statische Funktion...

Also Fachmann vor Ort holen... das ist der beste Ratschlag, den ich hier erteilen kann... sorr, dass ich grad Dein Geld ausgebe...

MFG,
sh



okay....



wenn man das Füllmaterial bedenkt, möglicherweise.
Na ja, dann werde ich wohl nicht drum rum kommen noch mehr zu investieren, als ich vor hatte. Hoffe es wird dann auch eine Goldgrube wenn es fertig ist oder ich finde beim Buddeln noch ein paar Schätze ;-).



Es geht nicht nur...



... mitunter um die Füllung oder eine Verkleidung...

Mein FB-Aufbau im EG sieht grob so aus (Ziegelsteinhaus BJ 1900 mit Innenfachwerk):
Auf Kappendecke mit Kalkmörtel vermauert folgt Sand (ca. 30/6), im Sand liegen schwimmend Traglatten, darauf Fichten-Dielung... auf der Dielung ist mal ca. 4cm Gussaphalt-Estrich verlegt worden... (fragt mich nicht, wie die das in den 50ern hinbekommen haben, ohne die furztrockene Bude abzufackeln)...
Wenn jetzt ein paar Steine aus der Kappe in den Keller plumpsen würden, oder sogar einer der Träger versagen würde, hätte ich ein ernstes Problem, dann läge mein Wohnzimmer im Keller... leicht vorstellbar...

OK, meine Kappendecke ist mit Deinem Gewölbekeller nicht zu vergleichen, aber ähnliches ist auch bei Dir nicht unmöglich... und deswegen der Rat mit dem Fachmenschen vor Ort... und zwar mit einer gewissen Priorität...

MfG,
sh



Gewölbestatik



Hallo

Wenn bei einem Gewölbe ein solcher Spalt entsteht solle man einen Fachmann holen, denn da liegt was im argen.

Ihre Selbstversuche der Sanierung in allen Ehren - aber: "Schuster bleib bei deinen Leisten!"

Die meisten Bauschäden kommen vom Dilettantismus der Selberbastler und gläubiger Berater … diese alten Sachen bedürfen "Durchblick" und nicht oberflächliches Schnell-Schnell!

Für was soll die Dämm und Dicht Betonage denn gut sein?

Lassen Sie halt die alten Gemäuer weiter leben … sie hätten es doch verdient!

Florian Kurz
www.slow-house.de



Hallo Herr Kurz,



klar liegt da was im Argen und zwar dass der Kalkputz mittlerweile schon 170 Jahre die Steine zusammenhält und mittlerweile versalzt ist und alle meine Vorbesitzer nie daran Interesse hatten in diesem Keller etwas in Stand zu halten oder zu sanieren.
Da ich mir das nun vorgenommen habe, möchte ich hierbei auch keine Fehler machen und da ich weiß, dass sich hier auch einige Fachleute tummeln, habe ich hier um Rat gebeten, was natürlich einen Fachmann vor Ort nicht ersetzt, mir aber einige Anhaltspunkte vermitteln kann.
Einen festen Boden benötige ich für die weitere (gewerbliche) Nutzung des Raumes.

Freundliche Grüße
Simone Müller



Gemeint war...



... das Tieferlegen des Fußbodens mit anschließender Betondecke... mich freut das auch nicht, was jetzt Florian Kurz vielleicht freut... Probleme könnte es wg. Freilegung von Fundamenden geben, wenn Ihr hier runter wollt...
aber ich habe das wegen der Decke zurückstellen wollen, für mich ginge das vor...

Angebot wird kommen... nicht von mir...

LG,
sh



Gewölbestatik



Hallo

mit ein paar Bildchen kann man leider nicht die Gesamtsituation erfassen … leider …
Leider sind Gewölbe sehr komplexe und komplizierte Gebilde, die nicht einfach zu ergründen sind und die meisten Rechner-Ingenieure sind da zu linear (sag ich mal)

Mit den Fundamenten hat SH schon recht … also auch dort Vorsicht …

und warum Beton, wenn es einen "festen Boden" braucht?

Eine solche Sanierung mit eingriffen in die Substanz bedarf eines "stimmigen" Konzeptes mit allen Randbereichen der baulichen Problematik …

Florian Kurz
www.slow-house.de



Bodenaufbau



wir graben nicht bis unter das Steifenfundament. Die ursrpüngliche Höhe ist aus dem Plan im Grundbuch ersichtlich und da bleiben wir auf jeden Fall drüber, brauchen aber für einen Gewerberaum eine Mindestdeckenhöhe von 2,20.
Im Laufe der 170 Jahre wurde der Boden mit viel Lehmerde und auch Tonziegel aufgefüllt. Der Bodenaufbau ist schon mit einem Fachmann geklärt und nicht mehr diskussionsbedürftig, dennoch danke ich euch für das Interesse und die Ratschläge.



Alles halb so wild



mittlerweile war ein Fachmann da. Ist alles halb so wild, keine Statik betroffen und kann problemlos wieder stabilisiert werden :-).