kappendecke sanieren oder ersetzen?

03.11.2009



Hallo.

Zu unserem Hof gehört ein alter Schweinestall, der evt. zu einem kleinen Wohnhaus ausgebaut werden soll. Im Moment siehts da drin noch ziemlich grausig aus, und uns ist noch nicht ganz klar ob das überhaupt zu machen ist.
Insbesondere bereitet uns die Decke über EG hinsichtlich einer Nutzungsänderung etwas Kopfzerbrechen:
Die Kappendecke liegt auf den Außenmauern und auf Trägern auf. Einige Felder, insbesondere die Endfelder, geben offensichtlich bereits nach.
Ist eine Decke in so einem Zustand nach Eurer Erfahrung überhaupt noch sanierbar? Oder müsste man da von einer neuen Decke (Massivdecke?) ausgehen? Und wenn eine neue Decke rein muss, kann man da die vorhandenen Stahlträger einbeziehen? Wir sind uns nicht ganz sicher in wie weit diese von Rost bzw. Stallnutzung geschädigt sind.

Vielen Dank für Eure Meinung,

Daniel Schäfer



bild1



kappendecke



bild2



endfelder kappendecke





Mal abgesehen von den zu erwartenden Problemen mit Salzbelastung in den Mauern ... raus damit, und eine Ortbetondecke einziehen lassen. Vorhandenes Eisen kommt in den Schrott. Das passt dann auch gleich mit Treppenöffnungen, Elektro-Leerrohren, Lampendosen, Abwasserleitungen und dergleichen. Man kann unten in die Schalung auch gleich Dämmung einlegen und anbetonieren.



diese



Kappendecken wurden oftmals erst nach dem Bausbau im Zuge der Erweiterungen der Landwirtschaft und Tierhaltung eingebaut, um die darüber liegenden Räume und Bauteiel vor der Feuchtigkeit zu schützen. Wenn du von oben die Decke untersuchst, kann man erkennen, ob die Deckenbalken für den nächsten Fußboden frei tragend die Kappen überspannen. Wenn das der Fall ist, kann man mit fachlicher Anleitung alles aubauen und eine Trockenbaudecke statt einer massiven einbauen. Die RAndfelder geben oftmals nach, wenn die Außenände instabil werden, die Träger am Auflager sind aber oftmals nicht zu retten. Also erst mal Dielung oben öffnen und Konstruktion klären, dann wieder melden.

Viel Glück !



konstruktion



hallo.

Vielen Dank schon mal für die Antworten.
Zur Konstruktion kann ich im Moment nur sagen, dass
über der Kappendecke nichts mehr kommt, also keine Balkenlage oder Dielen. Von oben sind die Trägerflansche sichtbar, die Decke ist aber oberseitig eben.
An der Aussenwand liegen die Träger auf dem Mauerwerk auf.
Auf Höhe der giebelseitigen Träger und dann in Abständen von etwa drei Trägern sind an der Aussenwand Eisen-Anker zu sehen. Die Unterzüge sind auf den Giebelseiten ebenfalls verankert.

>
Der Stahl scheint nicht besonders tief korrodiert zu sein, kann er durch die Stallnutzung noch anderweitig beschädigt sein?

>
welche Probleme bringt Salz/Salpeter in der Wand genau mit sich, und hilft das Verfahren mit dem "Opferputz" von dem hier öfter die Rede ist?


Vielen Dank,

Daniel

ps: hätte man uns wenigstens das im Studium beigebracht müsste ich nicht so viele blöde Fragen stellen ; )



die



möglichen Folgen von salzen kann man nur einschätzen, wenn man die Salzbelastung kennt.
Unter Opferputz kenne ich Putze, die planmäßig nach Jahren wieder abgehackt werden - sie haben dann aufgrund ihrer Porenstruktur einen Großteil der Salze in sich aufgenommen.
Lasse mich da auch gern korrigieren.
Bei Stahl würde nur der Rost das Problem darstellen...
Vielleicht kannst Du auch nur einzelne Deckenfelder massiv erneuern, Statik durch prov. Lastübertragung sichern.
Wenn Du studiert hast - Bau ? - dann weißt Du, wie wichtig eine gute und fachlich fundierte Planung ist.
viel Erfolg !