Bodenaufbau auf Ziegeldecke

28.01.2008



hallo allerseits,

Wir haben eine marode Holzbalkendecke gegen eine massive Ziegeldecke (Einhängedecke) getauscht. Die Decke soll roh bleiben, also nicht mit Beton überzogen werden. sind nicht mit Beton übergossen und jetzt stellt sich hier die Frage nach dem besten Bodenaufbau.
Der Belag soll eine schwimmende Dielung werden, also 2,54 Fichtenbretter auf Lagerhölzern.

Folgende Situation:
--Aufbauhöhe max 20cm
--Zum Höhenausgleich müssen ca. 10cm Schüttung eingebracht werden (Wasserleitung)
--Decke befindet sich über mäßig feuchem Kellergeschoss
--Trittschall weniger wichtige, wohl aber Wärmedeämmung.



Hourdis-Decke?



Handelt es sich bei Ihnen um eine sogenannte "Hourdis-Decke?
Diese müßte doch aber trotzdem einen leichten aussteifenden Verguß bekommen?

Vielleicht mit einem Foto einmal dokumentieren.
Der Aufbau nach oben ist sicherlich diffussionoffen möglich und auch sinnvoll.

Grüße aus Oppach ins Austrialand

Jens Jannasch



Habt



Ihr beim Austausch der Decke einen Statiker hinzugezogen?
Die meisten Holzbalkendecken übernehmen auch Zug- und Schubkräfte aus der Dachkonstruktion. Das kann eine Betondecke nur mit Zusatzmassnahmen.
Beorgte Grüsse
dasMaurer



Hourdis-Decke



kann sein, dass die so heisst. Werde mal nach einem Foto schauen.
Es handelt sich um Stahlbetonträger, die im Abstand der Ziegelelemente verlegt werden, in diese werden dann spezielle Ziegel (ca 24cm) eingehängt. Die entstehenden Zwickel werden mit Beton ausgegossen.
Das hat Vorteil, dass trotz massivbauweise rel. Wenig Beton und damit Feuchte ins Haus eingetragen wird und das sehr diffusionsoffen bleiben kann.
Und ist auch nicht teurer als eine Ortbetonplatte (Nachteil: man braucht eine gewisse Mindestaufbauhöhe).

Grüsse nach Oppach (muss gleich mal schaun, wo das ist)





@Namensvetter Ulrich:
Kein Statiker aber Architekt und Baumeister. Es handelt sich aber um ein einschiffiges Haus, welches aus drei ca 5x5m grossen Zellen besteht.

Die alte Holzkonstruktion war ein wildes Gemenge: Teilweise Dippelbaum, teilweise Tram. Einzelne Trame wurden schon einmal ausgetauscht gegen 40x40cm Monster (wohl beim Einbau des Bades). Wobei einer dieser Trame gleich mal wieder bis zur Hälfte geschwächt wurde um eine Wasserleitung durch zu legen...

Weiters gab es dort durchgerostete Mauerbänder, die wohl im vorletzten Jahrhundert mal die Mauern zusammen halten sollten.
Auch wenn auf sogar noch ein Stock au dem Haus steht (nur ziegel), glaub ich nicht, dass die alten Decken da viel zusammen gehalten haben.



Nach der Beschreibung



handelt es sich nicht um eine Hourdisdecke sondern um eine Stahlbetonrippendecke mit statisch mitwirkenden Ziegel-Zwischenbauteilen.
Sie ist in der Regel etwas holprig an der Oberfläche, aber insgesamt eine gute Sache. Ein Statiker wäre trotzdem nicht schecht gewesen, denn es kommen doch höhere Lasten ins Bauwerk.
Als guten und preiswerten Bodenaufbau schlage ich, da der Schallschutz keine große Rolle spielt, eine Kreuzlattung mit einem geschütteteten Dämmstoff, oder einer offen aufgeblasenen Zellulose vor. Für den Schallschutz kann man die unteren Lagerhölzer mit Filzstreifen unterlegen.



Deckenaufbau



Eine Fertigteildecke der beschriebenen Art mit Füllkörpern braucht eine Aufbetonschicht und eine Wandverankerung durch Reibung, um Scheibenwirkung und Wandaussteifung zu sichern.
Beide Funktionen werden durch die Aufbetonschicht und Ringankerbewehrung hergestellt.
Die genauen Regeln zur Ausführung solcher Decken sind in den Produktdatenblättern des Herstellers zu finden und einzuhalten.
Dagegen zu verstoßen ist kein Kavaliersdelikt, auch wenn es um Ihr eigenes Haus geht.
Sie bewegen sich da bereits im Rahmen einer Straftat
(§323 StGB- Baugefährdung).

Viele Grüße



@ Georg Böttcher



das ist nicht ganz richtig, es gibt beide Varianten, mit und ohne Aufbeton. Allerdings sagte ich auch schon, dass es Sinn macht einen Statiker hinzuzuziehen, denn die Ausführung muss natürlich stimmen.



Fertigteil?



Die Ringankerbewehrung wurde gemacht. Wir haben das ja auch nicht selbst ausgeführt.

Mir ging es hier eigentlich auch nicht um die Decke sondern um den Fussbodenaufbau...

hm.



Naja



lieber Namensvetter, viele Selbstbauer agieren gerade in solchen Bereichen sehr zwanglos und unbedarft. Sie sind sich oftmals der Tragweite solcher Veränderungen nicht bewusst. Mein Gedanke war lediglich, dass vor dem Fussbodeneinbau noch mithilfe von Flachstahl eventuelle Korrekturen relativ einfach zu realisieren sind. Zum Fussbodenaufbau: Weich gelagerte Unterkonstruktion gemäss der Empfehlung von Fred Heim. Empfehlenswert wäre eine Dampfbremse unter der Dielung. Ich hoffe, Du verzeihst uns unsere Fürsorge ;-))) .
MfG
dasMaurer
PS: Nu kann ich ja beruhigt in´s Bett.



Deckenaufbau



Liegen die Deckenbalken AUF dem Ringanker oder sind sie mit eingegossen?
Falls es ein Obergeschoß gibt, wie haben Sie es eigentlich geschafft, den Ringanker IN die vorhandene Wand einzubauen?

Viele Grüße



nochmal



die Besorgnis in Ehren,
aber wir haben das wirklich von einer fachfirma machen lassen, nicht im Pfusch und schon gar nicht selbst.

Das Haus hat immerhin jetzt am Wochenende einen Orkan überstanden, der nicht lustig war - 6h Stromausfall, gesperrte Strassen und zwei zerschellte Dachziegeln zur Folge hatte.

Ansonsten: die