richtiger Aufbau für Holzbalkendecke

24.06.2011



Hallo allerseits!

Wie ich bereits per Suche herrausgefunden habe ist das Thema "richtiger Aufbau für Holzbalkendecke" ein Dauerbrenner im Forum.
Die Frage stellt sich im Moment auch mir und wie immer gibt es kleine Unterschiede weshalb ich mich auch nocheinmal an dieses (tolle) Forum wenden will. Zum Fall:

Im Zuge einer Dachsanierung (ca. 2001) wurde in unserem Mehrfamilienhaus das Dachgeschoss aufgestockt, so dass nun dort 2 Wohnungen platz finden sollten. Leider wurde vom Architekten erst kurz vor Fertigstellung des neunen Daches festgestellt (oder uns mitgeteilt), dass die oberste Geschoßdecke nur für 100 kg/m² zugelassen ist und nicht für 200 kg/m² wie die LBO fordert!
Nachdem der Bau deshalb lange auf Eis lag soll es nun (größtenteils in Eigenregie) weitergehen. Die Lösung der Statikerin war es eine völlig neue Holzbalkendecke einzuziehen.

Mittlerweile sind hierfür 16*16 cm Balken im Abstand von max. 50 cm gelegt worden im Abstand von 2cm zur alten Bestandsdecke (Hohlblocksteine und Stahlträger).

Für den Aufbau sind bisher lediglich 2 Lagen 22mm OSB-Platten vorgesehen. In die Wohnungen sollen natürlich auch Bäder, die entsprechend gefliest werden sollen. Der Rest wird wohl einfach mit Laminat oder PVC belegt.

Meine Fragen:
1) muss der Hohlraum zwischen den Balken unbedingt gefüllt werden? Die alte Bestandsdecke liefert ja nach unten Schallschutz. (Schüttung wäre in jedem Fall zu schwer, wenn dann Mineralwolle)
2) bringt es einen Vor-/Nachteil zwischen Balken und OSB eine Lage Trittschalldämmung oder ähnliches zu verlegen?
3)2.te Lage OSB oder Trockenestrich? Wo liegen die Vorteile von Trockenestrich?
4) wird die 2.te Lage OSB schwimmend verlegt?
5) Wie fließt man richtig auf OSB? Habe schon von Kokosmatten zur Entkopplung und Dichtfarben zum Streichen gehört, was empfehlt ihr?


P.S.: für die Trennwende in der Wohnung sind Metallständerwände mit 2-Lagen Gipskartonplatten geplant.

So, hoffe ist nicht zuviel auf einmal geworden...
Danke schonmal im Vorraus für jede Antwort!
Ciao, Manuel



Da würde ich aber



an Ihrer Stelle viel lieber genau Ihren Architekten oder Ihre Statikerin ins Gebet nehmen. Wenn Sie bei diesen kritischen Details von denen geplant bekommen - ich hoffe bis ins letzte Anschluß-Detail, sonst bringt es nämlich nix, und es geht dann trotzdem schief, haben Sie jemanden in der Haftung, der auch dafür versichert ist.

Und aus den bunten Schlaumeiereien eines Forums schlauzuwerden, kann Sie bestimmt teurer zu stehen bekommen. Und wir lachen uns danach auf Ihre Kosten kaputt.

Sagt das nicht schon das erste Nachdenken?

Konrad Fischer
Haftpflichtversichert



Ja, leider



ist das die ganze Dachsanierung wie gesagt so um das Jahr 2000 noch von meinen Eltern losgetreten worden. Natürlich war damals die Aufregung groß. Meine Eltern und die Beteiligten haben sich damals irgendwie geeinigt. Seitdem stand alles still und haben wir 200m² toten Raum den ich gerne nochmal nutzen würde. Aktuell haben wir leider noch keinen Architekten oder ähnliches als Ansprechpartner und ich wollte mich auch persönlich schonmal schlau machen. Kann nie Schaden.
Bin also weiter dankbar für jede Meinung!



Da sind Sie aber auf dem besten Weg,



durch viele Meinungen in Verzweiflung zu stürzen. 2 Fachleute, 3+x Meinungen, je nach Tagesform.

Nochmal: Nur Gewährleistung und Haftung macht aus einer Meinung einen konstruktiven Fakt, wenigstens für den Bauherren. Und da doch viel Geld auf dem Spiel steht, sollten Sie sich den Haftungsvorteil gönnen und nicht von einem Irrtum zum andern wandern. Auch Zeit ist Geld. Und in diesem Fall immer Ihres!

Viel Glück!

Konrad Fischer
Rationalist



Deckenaufbau



Für Ihr statisch- konstruktives Problem werden Sie hier keine konkrete Hilfe finden, dazu sind Ihre Angaben zu wage.
Ihr Ansprechpartner ist die Statikerin, die Ihnen die neue Decke gerechnet hat. In der statischen Berechnung steht etwas zum Deckenaufbau; daran sollten Sie sich halten.
Üblich ist das Holzbalkendecken eine Füllung bzw. Masseauflage erhalten um Schwingungen zu dämpfen. Die alte Bestandsdecke sorgt zwar für Schall- und Brandschutz, ohne Masse kann die neue Decke aber schwingen, wenn sie nicht durch andere konstruktive Maßnahmen daran gehindert wird. Auch solche Details wie Anbindung der Treppe, Art, Anzahl und Abstand der Befestigungsmittel für die OSB- Auflage und Einbindung von Trennwänden finden Sie in den statischen Berechnungen. Wenn nicht, fragen Sie die Statikerin.

Was den Fußbodenaufbau in den Bädern betrifft:
Dafür gibt es Standardlösungen, die Fliesenlegerfachbetriebe kennen und anwenden. Ich empfehle Ihnen hier nicht selber herumzuexperimentieren sondern die Abdichtung, Entkopplung und das Fliesen der Böden dem Fachbetrieb zu überlassen.

Viele Grüße



Auch die Fliesenarbeiten



sollten Sie vom Planer bis ins Detail planen und bauleiten lassen. Der ist für Pfusch im Unterschied zum Handwerker haftpflichtversichert und haftet dann auch bei jedem Sch..., der vom Handwerker typischerweise hinterlassen wurde, wg. gesamtschuldnerischer Haftung.

Selbst wenn er die Planung wie so oft hintenrum vom Sanierberater / Produkberater / Pharmareferenten des Lieblings-Herstellers inkl. Weihnachtsgratifikation kostenlos bezog und ihnen dennoch frech in Rechnung stellte.

Gucken Sie in die alten Ausschreibungen, da steht dann immer "Produkt XY oder gleichwertig" drin, woran Sie den Korruptionsfall immer erkennen können. Die VOB und das Architektenrecht fordern zwar absolute Produktneutralität, aber Recht haben und Recht bekommen ist eben zweierlei ...

Beim typischen Handwerkerpfusch gucken Sie dagegen fast immer in die Röhre, und wenn sie den Pfuscher vor Gericht ausbluten lassen wollen, hebt er die Hand und macht unter neuem Namen auf. Dann bleiben Sie sogar auf den Gerichts- und Rechtsanwalts- und Mahnkosten sitzen. Vom Ärger ganz zu schweigen.

Soweit meine Erfahrung. Doch jeder hat seine und muß seine auch machen. Aus Schaden wird man klug!

Konrad Fischer
Nähkästchenplauderer