Badezimmer in altem Bauernhaus renovieren

25.08.2003



Wer weiß weiter: In einem alten Bauernhaus ohne Heizung, nicht ganzjährig bewohnt, nicht unterkellert, soll ein neues Bad (im 1. Stock über dem alten Bad) eingebaut werden.Die alten Holzbalken sind morsch, die ganze Decke muss raus. Die Fachleute haben unterschiedliche Ansichten: Maurer rät zu Betondecke, Bodenleger und Schreiner zu neuen Holzbalken und Rigps(?)-Platten für die Decke von unten. Als Boden eine Art PVC, der aussieht Parkettboden und auch so verlegt wird? Kann vielleicht jemand weiterhelfen, was wir nun tun sollen. Wie teuer wäre eventuell eine Betondecke und wie funktioniert das?



Noch mehr Fachleute - noch mehr Meinungen...



Jo, jeder empfiehlt was er kann mit den Worten "hammwa immer schon so gemacht" oder um im Dialekt zu bleiben "passt scho". Nein, Ulrike Ecker, Sie brauchen einen "Plan" und den kann Ihnen nur ein Planer erstellen. Nehmen Sie sich einen in der Sanierung kundigen Statiker oder Bau-Ing. dazu und fragen den. Wenn ich an alte Bauernhäuser denke, fallen mir Holzkonstruktionen ein und kein Beton. Wie teuer nun diese Betondecke ist, kann man ohne Ortstermin eigentlich auch nur unseriös beantworten, wir kennen weder die Größe noch die Einbaumöglichkeiten und -schwierigkeiten. Der folgerichtige Weg wäre eigentlich: Statiker ran, evtentuell einen Holzschutzfachmann dazu - fachlich und sachlich abgestimmte Lösung erarbeiten unter Berücksichtigung von Statik, Holzschutz und bauphyskalischen Parametern und diesen Sanierungsvorschlag von Ihren Fachleuten-Handwerkern umsetzen lassen. Das zusätzliche Geld für den Planer sparen Sie bei halbgaren Lieblingslösungen wirtschaftlich orientiert arbeitender Handwerksfirmen wieder ein, von dem ersparten Ärger ganz zu schweigen. Verzeihen Sie mir bitte den etwas angenervten Ton, das ist die Sache mit den sich übergebenden Pferden und den Apotheken. Meine Meinung ;-)! Grüße aus Leipzig von





Hallo Ulrike Ecker, ja da schliesse ich mich doch dem Vorredner hat, Halblösungen und Dimensionierungen " über den Daumen " könnenmächtig nach hinten losgehen. Suche Dir ein kleines Ingenieur- und Statikbüro und lasse die Gegebenheiten von diesen Fachleuten einschätzen. Grundsätzlich denke ich, eine Betondecke hat in einem Fachwerkhaus nichts zu suchen, allein schon wegen der unterschiedlichen Verformungen, auch eine Holzbalkendecke kann man so biegesteif machen, dass man darauf Fliesen Verlegen kann ( Abklebung nicht vergessen ), dann bleibt Dir zumindest auch das PVC-Parkett-Imitat ( da schüttelt es mich ) erspart. Also erst die Planung und dann vernünftige Handwerker, die Dir ein seriöses Angebot unterbreiten.
Gruß aus Hannover von Jürgen Jung



Holz und Bad oder Bad und Holz



Die Wannen waren früher und heute gibts auch schon wieder welche, aus Holz, Schiffe schwimmen im Wasser und sind aus Holz, warum denn da nicht wieder Holz als Tragkonstruktion in's Haus bzw. Bad? Aber wie vorher schon erkannt, hamwa ja immer schon so jemacht!! wie der Berliner so zu labern weiß! Nein im Ernst, ein Holzaufbau wäre schon ratsam und darauf eine diffussionsoffene Aufbaukonstruktion, z.B. Rieselschutz, Lehmschüttung und einen damit funktionierenden Dämmstoff und darüber eine schöne geölte und gewachste Dielung. Grüße aus einer anderen bergigen Region, der Oberlausitz.





Moin Frau Ecker ,

ich habe mich leider auch mit diesem Thema befassen müssen. Ich wollte den halben Dachboden nutzen jedoch war ebenfalls bei mir das Gebälk
morsch und marode desweiteren teilweise mit Insekten befallen. So stand ich ebenfalls vor
der Frage was tun ? Ich habe mich für eine Beton
Decke entschieden. Aus folgenden Gründen :
- Kostenpunkt "nur" ca. 1500 € teurer dafür stabiler
- nun (für mich) ausreichenden Raumhöhe in den darunterliegenden Räumen bessere Planbarkeit
- es können feste Wände gesetzt werden (zB. bei mir Heizungsraum)

Das waren einige Punkte Entscheidungspunkte für mich. Ich habe mich nach einer Entscheidungmatrix dann schließlich entschieden.

MfG Uwe Ehmke





Moin Frau Ecker ,

ich habe mich leider auch mit diesem Thema befassen müssen. Ich wollte den halben Dachboden nutzen jedoch war ebenfalls bei mir das Gebälk
morsch und marode desweiteren teilweise mit Insekten befallen. So stand ich ebenfalls vor
der Frage was tun ? Ich habe mich für eine Beton
Decke entschieden. Aus folgenden Gründen :
- Kostenpunkt "nur" ca. 1500 € teurer dafür stabiler
- nun (für mich) ausreichenden Raumhöhe in den darunterliegenden Räumen bessere Planbarkeit
- es können feste Wände gesetzt werden (zB. bei mir Heizungsraum)

Das waren einige Punkte Entscheidungspunkte für mich. Ich habe mich nach einer Entscheidungmatrix dann schließlich entschieden.

MfG Uwe Ehmke



Ansichtssache...



ob Sie Beton oder Holzbalkendecke nehmen. In meinem Vokabular tritt ersteres nur im Fundament und im Sockel unseres Anbaus auf, keinesfalls als Decke im Haus. Mein wesentlicher Punkt: PVC in Parkett- oder Holzoptik in einem alten Haus ist in meinen Augen der blanke Hohn. Hatten wir über einem Keller auch. Da Keller kalt und feucht, Feuchtigkeit durch Betondecke nach oben ins Holz (Schade um die schönen Dielen, die vorher drin waren, um dann mit Spanplatte und PVC dichtgemacht zu werden) und von dort leider nicht weiter, hatten wir schönen Humus unterm PVC. Mit Holz hatte das ehemalige nichts mehr, schon gar nicht Farbe oder gar Konsistenz, gemein. Wenn Sie die Lösung Rigips unten, PVC oben, dazwischen Holz wählen, sollte Ihnen tunlichst keine Feuchtigkeit da rein kommen. Denn die wird dort so lange bleiben, bis das Holz bröseliger Staub ist. Daher, wie von MM und JJ (ist das Zufall?) gesagt: Jemanden ranholen, der sich mit alten Häusern, Holzbau und Statik auskennt. Wenn diese Balken schon morsch sind, könnte dies auch auf andere zutreffen, die ja irgendwie die Betondecke halten müssen. Und dann würde ich diese nicht zu dick werden lassen. Ach ja, zum Thema Halblösung: Unsere Nachbarn lassen gerade aus verschiedenen Gründen die Schwelle und angrenzende Bauteil in reinster Flickschusterei ausbessern. Es dürfen Wetten abgegeben werden, wann hier die erneute Sanierung der Sanierung ansteht. Meine ersten Vermutungen belaufen sich auf fünf bis zehn Jahre...
Gruß aus der Wetterau,





da haben wir den salat: ein altes haus hatte kein bad (und keine zentralheizung, und keinenen Strom und ...), und jede art neuer Nutzung ist eine anhäufung mehr oder weniger fauler kompromisse. wichtig ist, da stimme ich allen vorrednern zu, eine gründliche untersuchung des hauses durch einen fachmann. denn wie man eine holzbalkendecke einfach durch beton ersetzen sollte, ist mir schleierhaft: balkendecken tragen nicht nur den fußboden, sondern sind in der regel auch dazu da, das haus in sich zu versteifen und die dachlasten aufzunehmen - sonst macht das haus die grätsche. man müsste also vor Ausbau der alten balken erst einmal die kräfte fangen, dann einschalen und innige querverbidungen aus baustahl schaffen und dann die betondecke gießen - mit sicherheit teurer als eine Balkendecke und eine vergewaltigung des alten hauses. ob die alten Deckenbalken wirklich raus müssen, wage ich zu bezweifeln. wenn sie total verrottet wäre, hätte es schon gekracht. wahrscheinlich genügt es, die balkenköpfe zu erneuern und die Tragkraft durch aufdoppelung zu erhöhen. dann machen sie einen schönen Aufbau wie von u. Mühle beschrieben, und wenns kein Holzboden sein soll, dann osb-platten und Linoleum oder kork. hält zwar nicht für die ewigkeit, aber lange genug.
P.S.: die äußerlich schönsten balken in meinem haus (schwellen) waren samt und sonders totalschäden, die äußerlich schlechtesten (jede menge bohrlöcher...) im kern noch tadellos!
gruß günter flegel, wagenhausen



Holzdecke-Bad



Ich vermute es handelt sich hier nicht um Fachwerk (Oberbayern) sondern um solides Mauerwerk
im EG und Holzbauweise mit Bohlen im OG. Für mich gibt es zwei Lösungen. Erstens die Holzbalkendecke, die sehr gut unter Badezimmer funktionnieren kann, wenn man diese Decke "atmen" lässt. D.h. kein Laminat, kein PVC. Über den Balken, Holzdielen, dann einen stoßfugenversetzten Trockenestrich (mit unterseitige Dämmplatte) der auch Feuchtigkeit ab kann (z.B. Femacell), darauf können Fliesen verlegt werden (max. 20 x 20), besser endbehandelten Korkplatten. Zwischen den Balken einen Einschub aus Leichtlehm auf Lattung und Sparschalung, darunter Holz oder GFP.
Zweite Lösung (allerdings nur wenn Mauerwerk im EG eingebaut ist: Hourdisdecke aus gebr. Ton, darauf Estrich und Fliesen oder Kork. Die Fa. Puchner in Regenstauf bietet solche Elemente an, die man Übrigens auch auf oder zwischen Holzbalken einsetzen kann. Die Firmen Poroton und Unipor bieten ebenfalls solche Produkte an, jedoch mit kleine Betonträger statt Holzbalken.
m.f.g.



Badeinbau



Vorsicht bei soviel Holzwürmern!!!, Dürftige Angaben. Oberbayern Einzelfirsthof mit massivem EG? Warum keine massive Decke, wenn gesunde Auflager vorhanden sind. Vorschlag Stahlbetonhohldielen zwischen Stahlträgern. Kein einschalen, kein abstützen. Einfachste und kostengünstige Lösung. Deckenaufbau ist eine andere Frage. Die anderen Punkte müssen natürlich passen. Statiker kann sein, muß aber nicht, wie gesagt dürftige Angaben, dürftige Antwort. Viel Erfolg



Badezimmer im Bauernhaus



Hallo Fr. Ecker,
hatte das gleiche Problem wie Sie.
Mein Bauerhaus ist Baujahr 1750.
Habe unter gleichen Voraussetzngen wie Sie in den ersten Stock ein Bad eingebaut. Die Decke habe ich ausgeführt, wie von Ihrem Scheiner vorgeschlagen (Ob die Holzbalken wirklich entfernt werden müssen, bitte gründlichst untersuchen. Normalerweise faulen die damals eingebauten Eichenbalken nicht durch). Knauf-Gipskartonplatten(die Grüne) an die Decke und mit Feuchtraumspachtel überzogen. Anschließend mit Rotband übergipst und eine schöne Struktur in den Gips eingewischt und gestrichen. Auf den Boden 22mm Preßspannplatten (evtl. in Trockenausgleichsmasse) gelegt. Alt. geht auch die Fremacell-Platte, jedoch teurer. Darauf ein Netz gelegt und mit Nivilliermasse das ganze übergoßen und glatt gezogen. Dann ganz normal gefließt. Heizungsrohre habe ich über den Speicher ins Bad verlegt. Sicherlich haben Sie auch keine geraden Wände. Daher ist für WC, Badewanne... die sog. Vorwandinstallation-Trockeneinbau sehr sinnvoll. Mittlerweile ist die Renovierung fünf Jahre her und alles funktioniert noch wunderbar.

Gruß aus dem Saarland




Badsanierung nach 8 Jahren



Mußte gerade mein neues Bad wieder "rausreißen". Mein Haus ist Ende des 1800. Jahrhunderts in Holzständerbauweise gebaut worden. Vor 8 Jahren habe ich ein neues Bad im 1. Stock eingebaut:
Auf den Holzbalken Holzdielen genagelt, dann "Plastikplane" als Dampf-und Feuchtigkeitssperre nicht nur auf dem Boden, sondern auch an den Wänden und an der Decke angebracht. Dann Boden, Wände und Decke mit einer 2 cm dicken Hartfaserplatte bekleidet und darauf Femacellplatten angebracht. Anschließend Boden und Wände verfliest. Nach einem Feuchtigkeitsschaden in 2003 konnte die Trocknungsfirma offenbar die Hartfaser-und Fermacellplatten nicht trocknen. Plötzlich rissen nach und nach die Fliesen und weitere Feuchtigkeit konnte sich nun den Weg bahnen in die Hartfaser-und Fermacellplatten, bis schließlich aus der Duschecke in einer Fliesenfuge die Ränder sich schwarz verfärbten und ein gelbes eidotterähnliches Gebilde sich zeigte. Daraufhin riß ich alles ab und stellte fest, das die ehemalige Hartfaserplatte im Bereich der Dusche nur noch grüner "Humus" war. Dank der Plastikplane wurde aber die darunter liegenden Holzdielenbretter und die Balken nicht angegriffen! Nun weiß ich nicht so richtig, wie ich es beim neuen Badeinbau richtig mache!
Kann mir jemand einen Tipp geben?



Viele Fragen



Leider sind viele Dinge tiefgreifender zu betrachten und zu sedhen, als daß sie hier so schnell einmal beantwortet werden können.
Nachfolgend habe ich Ihnen einmal ein fast gleiches Bild eingestellt, wo ähnliche Situationen vorherrschten.
Zwar kein Wasserschaden, aber falsche Aufbauweisen!
Diffussionsdicht, Folien, falsche Materialkomponenten!
Zu Ihrer Problematik wäre es sinnvoll, uns vielleicht einmal telefonisch zu kontaktieren, um eine realere Situationsvorstellung zu erfragen.

Grüße zum Feierabend
Udo Mühle