Dampfsperre/Bremse im Bad Ja/Nein

07.11.2010



Hallo,
mich beschäftigt die Frage ob ich an meiner Badezimmerdecke eine Dampfsperre / Dampfbremse (Was ist da eigentlich der Unterschied?) anbringen soll.
Zuerst mal zu den Räumen.
Das Bad wurde in einen Alten Stall integriert, d.h. eine Gewölbedecke, welches aus Hohlblockziegeln in Stahlschienen gemauert ist.
Darüber befindet sich ein Estrich aus Leichtbeton (Blähton) ca 20 cm und darauf befinden sich 6cm Styropor und dann Verlegeplatten.
Irgendwann wird darauf ein Laminat oder Korkboden verlegt, es soll irgendwann mal ein Büro werden.
Im Bad selber ist an dem Gewölbe eine Holzlattung angebracht und darauf soll jetzt eine Rigipsdecke.
Im Bad selber ist ein Fenster vorhanden.

Nun meine Frage: Soll ich auf die Lattung noch eine Folie einziehen, wenn ja welche und warum.
Meine Bisherigen Befragungen endeten alle mit der Ergebnis das keine Folie notwendig ist, da der obige Raum ja auch bewohnt wird und falls dies nicht der Fall sein sollte die Decke ja ausreichend isoliert ist.
Kann ich mich auf diese Aussagen verlassen? Ich will nicht das mir nachher in dem Hohlraum zwischen Rigipsdecke und und Gewölbekappe irgendwelche Pilze wachsen.

Hoffe mir kann jemand Tipps geben.

Danke und Gruß



Grundsätzlich



ist weder Dämmung noch Dampfsperre erforderlich, wenn beide Seiten bewohnt und damit als Warm anzusehen sind.
In diesem Fall würde ich aber empfehlen, eine Dampfsperrfolie als luftdichte Ebene einzubauen, um sicherzustellen, dass keine Feuchtigkeit in den Hohlraum eindringt. Grundsätzlich ist jeder Hohlraum ein ungestörtes Refugium für Schimmel. Die alte Decke vorsorglich mit Kalkanstrich versehen.
MfG
dasMaurer



Luftdicht



Danke für die Antwort.

Kann man die Verspachtelte Imprägniertes Gipskartonplatte, welche an den Anschlußfugen mit Acryl verschlossen wird nicht auch als Luftdicht ansehen?

Wäre eventl. ein Feuchtraumpanelle sinnvoll bzw von Vor oder Nachteil?



Die Hohlräume...



...sind keine gute Idee. Auf die Schimmelgefahr wurde schon hingewiesen. Sie sind nicht belüftet, Kondensat kommt kaum wieder heraus.

Wäre nicht eine geklebte Kalksilikatplatte, verputzt, die bessere Lösung, falls noch längere Zeit darüber nicht geheizt wird, oder aber nur ein anständiger Kalkputz die bessere Lösung? Ich würde solch Lattenkram nicht bauen.

Grüße

Thomas



Luftdicht ja,



dampfdicht nein. Die Feuchtigkeit wird den Gips mühelos durchwandern und im Hohlraum verbleiben.
Alternativ wäre eine belüftete Konstruktion möglich, umlaufend eine offene Schattenfuge.
@Thomas: Es ist ne Gewölbedecke ;-)), und die ist optisch nicht jedermanns Sache.
MfG
dasMaurer





Also wie schon gesagt wurde ich bin auch nicht der Gewölbefan, ich möchte eine "Normale" Gerade Decke haben.
Außerdem ist die Lattung schon angebracht.
Hinterlüftete Panelle wäre eine Alternative zu Panelle mit Dampfsperre oder?
Schattenfuge find ich optisch auch nicht schön.
Welche Folie sollte ich dann nehmen?



Wenn,



dann eine Dampfsperrfolie mit Zulassung.Und sauber am Rand an´s Mauerwerk kleben. Eine Dampfbremse reicht da nicht. Der Unterschied ist ungefähr so, wenn ich nen 240er Träger über die Rennstrecke lege, da geht nix durch, wenn ich Pappkartons stapele, dann bremst das ;-))
MfG
dasMaurer



Ich orakle 'mal,



daß hier für Geld ein Bauschaden produziert werden könnte.

Und ich habe Kunden, die geben ein Heidengeld für die Erstellung neuer Gewölbe aus.

Am preiswertesten baut der, der das Haus, das er hat, nicht in ein anderes verwandeln will. Aber über Geschmäcker will ich hier nicht streiten. Viel Spaß denn.

Grüße

Thomas



Geschmäker



sind halt verschieden. Kann das Orakel auch sagen wie ich einen Bauschaden verhindere?



Steht schon da:



Lattengerippe abbauen, oder aber Hohlraum beheizen.

An die dauerhafte Dichtigkeit von Klebeverbindungen einer Kunststoffbahn, die an eine Lattenkonstruktion gehängt wird, auf einen Putz o.ä. vermag ich nicht zu glauben. Selbst Profis liefern da oft genug Stuß ab. Und Sie können's nicht kontrollieren.

Grüße

Thomas



Dampfbremse auch bei Holzbalkendecke?



Hallo zusammen,

ich beschäftige mich auch seit Längerem mit der Thematik, da ich demnächst ein altes Haus (Bj. 1938) saniere.
Über dem zukünftigen Bad befindet sich momentan eine Holzbalkendecke mit Lehmeinschub, darüber die Original Holzdielen und alter PVC-Belag. Der PVC-Belag wird entfernt und die Dielen (je nach Zustand) entweder abgeschliffen oder mit Teppichboden (ohne Schaumrücken?) belegt. Der Raum über dem Bad befindet sich unter der Dachschräge/Obersten Geschossdecke und wird vorerst nicht benutzt und im Winter somit auch nur auf ~16° beheizt.
Die Decke des Bades wird entfernt und mit Gipskartonplatten abgehängt.
Benötige ich auch bei dieser Konstruktion eine Dampfbremse?
Sofern gewünscht öffne ich natürlich einen eigenen Thread.

Schonmal vielen Dank :o)

Gruß
Markus



Mit welchen



Thermostatventilen kriegt man den Dachboden auf -16 Grad "geheizt" ;-)).
Aber mal ganz doof gefragt, warum ´ne teure GK-Decke einziehen? Der entstehende Hohlraum ist hier schon fast der Garant für Bauschäden. Die alte Decke wird mit Sicherheit aus einer Lage Brettern, vermutlich Schilf als Putzträger und Kalk- oder Lehmputz bestehen. Anstrich entfernen, mit einem entsprechenden Feinputz überarbeiten und mit Sumpfkalk streichen. Und schon sind alle bestehenden Risiken eliminiert.
MfG
dasMaurer



-16°



Ich wollte "ungefähr" mit einer Tilde (~) andeuten, also ungefähr 16°C ;-)
Bei -16°C bräuchte ich mir über Kondensat keine Gedanken machen, dann hätte ich ganze Gletscher in der Decke ;-)

Die alte Decke sieht nicht wirklich gut aus, recht krumm und buckelig, schon mehrfach überputzt. Es gibt Risse und Abplatzungen. Außerdem sollen die Heizungsrohre und Rohre für die Elektrik oberhalb der neu einzuziehenden GKP-Decke verlegt, sowie Einbaustrahler zur Akzentuierung des Bades eingebaut werden. Selbst der alte Wandputz muss (im Bad) wahrscheinlich entfernt und durch Kalkputz ersetzt werden, da Kalkgipsputz.
Laut der Rechnung und den Bauunterlagen von 1938 besteht die alte Decke aus verputzten Gipsdielen (Gipsputz), die direkt an den Deckenalken befestig wurden. Unterscheidet sich diese Decke, bauphysikalisch gesehen, denn sehr von einer Decke bestehend aus Gipskartonplatten?



Zurück zum Thema



Hatte heute 2 Bauspezialisten einer großes regionalen Baufirma im Haus.

Diese haben mir zu folgender Lösung geräten:

Lattengerüst abnehmen, aus Aluprofilen (5cm) ein Gerüst an die Decke schrauben, darin dann 5cm Glas/Steinwolle, dann eine Dampfsperre und dann Gipskartonplatten.

Mit der Lösung wird mein Bad 3 cm niedirger (Momentan 2cm Lattung, anstatt 5cm Alu) wobei mein Bad sowieso nur 2,25 cmhat (Dusche 2,15cm)
Begründet wurde das ganze damit das die Eisenschienen die Kältebrücke darstellen und deshalb unter den Schienen gleichmässig gedämmt werden soll.
Nun denke ich mir OK darunter dämmen und dann Dampfsperre, aber muß ich dazu mein Lattengerüst runternehmen, war eine Sau-Arbeit. Ich dachte daran nur meine 2cm Lattung mit einer 3cm Lattung aufzudoppeln und somit hätte ich auch 5cm Tiefe für die Dämmung.
Kann ja nicht sein das Holz da schädlich ist, was machen dann Holzhäuser oder Bäder im Dachgeschoß?

Was meint ihr dazu?



Das Problem...



...bleibt der Hohlraum, mit Blech oder Holz. Was hat das mit Holzhäusern im allg. zu tun?

Grüße

Thomas



Ich habe



gemeint das in Holzhäusern oder Dachausbauten auch als Unterbau Holz verwendet wird.

Nun der Hohlraum ist trotzdem vorhanden, das stimmt.
Wenn ich nun eine Dampfsperre anbringe dann kann doch aber in den Hohlraum keine Feuchtigkeit eindringen, woher sollte darin dann Schimmel entstehen?



Falls Ihre Dampfsperre überhaupt dicht wird,



sie bleibt es jedenfalls nicht. Und sie sehen nicht, wann das passiert. Steht schon da.

Es muß keine Schäden geben, die Schadenswahrscheinlichkeit wäre mir aber zu hoch.

Frohes Schaffen

Thomas