Dachbodendämmung diffusionsoffener Belag

01.11.2012 Heimwerker007



Hallo zusammen,
ich bin gerade dabei, den Dachboden unseres 100 Jahre alten Hauses zu dämmen.
Der Dachstuhl ist nicht gedämmt und verlegt wird auf den alten Holzdielen.
Ich dämme mit pornit-Dämmplatten mit 140 mm Styroporschicht.
Nach Anleitung des Herstellers verwende ich eine Dampfsperre.
Der Hersteller verweist auf einen diffusionsoffenen Belag oder Anstrich um ein Schüsseln zu vermeiden.
Nun die Fragen: was ist ein diffusionsoffener Belag/Anstrich?
Kann ich nicht einfach einen günstigen PVC/Linoleum-Boden verlegen?

Vielen Dank vorab für eure Antworten.



Sorry!



Aber diese Produkte sind doch pure Chemie und Styropore sind leider kaum diffusionsoffen.
Und wenn du auf die bestehende Altdielung dieses System aufbauen willst, dann wünsche ich Dir viel Glück.
Mein Vorschlag ist ein wesentlich anderer und dieser ist nachhaltig, diffusionsoffen und mit dem bestehenden Altholzboden eine gute Symbiose.
Denn alle Materialien sind aus Holz.
Lagerhölzer ausgerichtet 10 x 12 0der 10 x 14 mm in entsprechenden Abständen auflegen darüber eine preiswerte Dielung (24er oder gar 27er) Verlegen und darunter Holzfaser oder Zellulose einblasen.
Wenn die Einblasdämmung nicht erwünscht, dann kann man auch mit Holzflexplatten arbeiten oder mit Hanfdämmmatten.

Und einen nachträglichen Belag brauchst Du dannb auch nicht.
Wie soll der Boden später genutzt werden?



meines Erachtens...



... ist die Herstellerempfehlung mit der unterseitigen Dampfsperre sinnentleert.
Die (mögliche) Kondensationsebene wird damit auf den bestehenden Boden, bzw. den bestehenden Aufbau, geschoben... Alles an Feuchte kumuliert im Deckenaufbau des darunter liegenden Geschosses. Die pappendichte Dämmung oben ist fein raus...
Dampfsperre gehört, so denn nötig, auf die Warmseite und nicht irgendwo zwischendrin...

MfG,
sh





Woraus besteht denn die Oberseite dieser Platten?

Was du bei Deinem Vorhaben beachten musst:

normalerweise ist die Bodendielung bei alten Häusern seitlich unterlüftet. Du musst dafür sorgen, dass du die seitliche Unterlüftung dicht machst, sonst ist ein Großteil der Dämmwirkung dahin und du handelst dir ein schlimmes Kondensationsproblem ein. Denn wenn deine Dampfsperre an irgend einem Punkt den Taupunkt der feuchten Luft aus den Wohnräumen unterschreitet, weil z.B. an irgend einer Stelle die Dämmung nicht funktioniert, dann fällt Kondensat an der Unterseite der Dampfsperre an und durchfeuchtet auf Dauer die alte Dachkonstruktion. Wegen der Dampfsperre kann hier auch nichts mehr trocknen.

Erste Empfehlung ist so ein Aufbau für dein Haus sicher nicht.



Danke für die ersten Antworten



Die Oberseite besteht aus 19 mm Spanplatte.
Der Dachboden soll nur als Lagerraum dienen.
@ Udo: Meinst du, sind die Lagerhölzer in mm oder cm? Bei 10 x 12 mm ist ja nicht viel Platz für Dämmmaterial vorhanden.

Das Material habe ich nunmal schon auf dem Dachboden liegen und zur Hälfte verbaut.
Bei euren Antworten habe ich mir überlegt, die 2. Hälfte nicht zu verkleben (Nut/Federsystem) und nächstes Jahr mal nachzuschauen, wie es drunter aussieht. Der Hersteller empfiehlt, die Anschlüsse abzukleben. Das geht aber nur an den Kaminen, Stützbalken und zwei Mauern. Das schräge Dach ist sozusagen offen und hat ein Holzbrett als Abschluß. Ich kann sozusagen in den Garten schauen :).

Ich bin auch hin- und hergerissen, die Dampfsperre zu entfernen entgegen des Herstellerhinweises.



Dachbodendämmung



Erst mal zur bauphysikalischen Seite:
Ich kenne den konkreten Aufbau der Bestandsdecke nicht. Eine Dampfsperre auf die Außenseite der Decke zu legen kann unter Umständen zu Kondensatausfall führen.
Die richtige Lage wäre auf der warmen Seite, im Raum selber. Wenn schon keine Dampfsperre dann sollte die Unterseite der Decke wenigstens luftdicht ausgeführt sein. Ein intakter Deckenputz ohne Risse sichert das.
Mindern sie den Feuchteeintrag in die Raumluft durch entspechendes Lüftungs- und Heizungsverhalten. Benutzen Sie Wände und Decke nicht als Depot für überschüssige Luftfeuchte.
Die Anschlußdetails im Traufbereich kann man nur vor Ort lösen.
Betreffs der Abdeckung konnte ich in der Verlegeanleitung des Herstellers keine Hinweise darauf finden, das die Platten nach der Verlegung diffusionsoffen versiegelt werden sollen. Da steht nur was von einem billigen Belag oder einem Anstrich, um ein zu schnelles einseitiges Austrocknen zu verhindern. Das könnte ein einfacher, lose verlegter PVC- Belag sein.

Dann zur technisch- handwerklichen Seite:
Ab 5 mm Unebenheiten sollte eine Ausgleichsschüttung eingebaut werden. Ich kann mir nicht vorstellen das die Dielenlage auf Ihrem Boden so eben ist.
Das eine Dampfsperre ein hohes Maß an Sorgfalt und handwerklicher Erfahrung verlangt sollte sich allgemein herumgesprochen haben.
Dieses Bauteil toleriert keine Fehler.

Ich hätte Ihnen vorher zu einem anderen Dämmsystem geraten das ohne Dampfsperre auskommt und zum Bestandsgebäude materialseitig passt.

Viele Grüße





So ein außen liegendes seitliches Stirnbrett, das am Ende der Deckenbalken befestigt ist, hat meine Bodendecke auch. Dahinter hat die Bodendecke 2 belüftete Ebenen. Einmal unterhalb der Dielen und einmal unterhalb des Fehlbodens. Die beiden Ebenen müssen dichtgestopft werden, wenn die Bodendecke einmal gedämmt werden soll. Dazu muss das Stirnbrett ab und ein Baugerüst wird benötigt.

Wenn das angefangene Projekt mit dem Material durchgezogen werden soll, würde ich weder die Dampfsperre weglassen noch unverklebt verlegen. Das unverklebte Verlegen kann dazu führen, dass es an der Dampfsperre irgendwo kalt wird. Und das Eindringen von Feuchtigkeit in die Dämmplatten bei weggelasserner Dampfsperre kann zu unerwünschtem Verhalten der Dämmplatten führen.

Nach dem was Herr Böttcher zu den Höhenunterschieden schreibt, wäre vielleicht das Entfernen der Bodendielen und das Ausbringen einer Ausgleichsschüttung ein passender Untergrund für die Platten gewesen. Die unterlüftete Dielenebene wäre man dann schon los gewesen.

Ich würde auch noch einmal kontrollieren ob die Decke nicht noch eine zweite belüftete Ebene unterhalb eines Fehlbodens hat.



Ich danke euch für die Einwände



Die Arbeit habe ich erstmal eingestellt. Eure Bedenken gegenüber einer Styropor-Dachbodendämmng sind bei mir angekommen. Ich werde einen Fachmann zu Rate ziehen,bevor ich weiter mache. Es ist mir lieber, evtl. in den sauren Apfel beißen zu müssen, die Platten wegzuschmeißen als das ich mir den Dachstuhl durchnässe und das kostet sicher deutlich mehr.

@ Georg Böttcher: zu welchem Dämmsystem würden Sie denn genau raten?
Noch ist ja alles rückbaubar.
Das Obergeschoß hat drei Räume, die alle mit Rigipsdecke abgehangen wurden (ca. 10 cm). Hier habe ich leider (aus heutiger Sicht) auf eine Dämmung verzichtet. So wie ich das vorhin gesehen habe, ist unter den Dachbodendielen ein ca. 20 cm hoher Hohlraum und danach kommt die Spalierdecke. An den Dachschrägen habe ich mal mit einen Spiegel an verschiedenen Stellen nachgeschaut. Es gibt ein Brett, was unterhalb der Dachbodendielen abschließt. Einen Schlitz für Belüftung konnte ich nicht erkennen. Wir haben ein Zechenhaus, was mehr Dachpfannen als Wände hat, wenn ich das mal so salopp sagen darf. D. h. ab der 1. Etage sind Dachziegel vorhanden.

Viele Grüße



So viel Einsicht ...



... findet man selten bei den Fragern. Finde ich gut, dass Du Dich als Heimwerker verstehst und dann den Rat von Fachleuten annimmst, obwohl es erst einmal die eigene Idee der Umsetzung ausbremst.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de





20cm Luft unter den Bodendielen sind ungewöhnlich. Das wäre ja die gesamte Stärke der Deckenbalken. Wenn da von unten nur die Traglattung für den Deckenputz dran ist, dann muss das ja schrecklich kalt im Winter und schrecklich heiß im Sommer in den darunter liegenden Wohnräumen sein.

Normal wäre einige cm Luft oberhalb der Traglattung für den Deckenputz, dann ein Fehlboden aus Holz. Auf dem liegt eine Schüttung aus Lehm, Sand oder Schlacke, dann wieder einige cm Luft und dann die Bodendielung. Die schwere Schicht aus Lehm, Sand oder Schlacke dient vor allem dem sommerlichen Hitzeschutz.

So gesehen würde ich mich nicht darauf verlassen, dass die Decke tatsächlich an allen Stellen hohl ist. Vielleicht hast du nur eine Stelle erwischt, die aus irgendwelchen Gründen leer ist.

Falls die Decke tatsächlich überall leer ist, dann wäre das eine gute Ausgangsbasis für eine Dämmung. Ich würde dann die Bodendielen entfernen, direkt oberhalb der Traglattung des Deckenputzes links und rechts Leisten an die Deckenbalken schrauben, darauf einen Fehlboden aus Rauspund. Auf den Fehlboden dann einen kapillar leitfähigen Dämmstoff z.B. Hanf oder Zellulose bringen und oben drauf wieder eine Bodendielung. Wie dick die Schicht muss, hängt vom Dämmstoff und den Ansprüchen ab. Wenn man mit dem Niveau der Bodendielen nicht weit über das alte Niveau hinausgeht, dann wird sich das in den Traufbereichen einfacher gestalten.

Wenn die Decke nicht überall leer ist, dann kann man mit dem Dämmstoff erst ab der Schüttung beginnen. Dann muss man auf die Deckenbalken oder seitlich an die Deckenbalken eine erhöhte Traglattung für die Bodendielen schrauben, so dass ausreichend Einbauplatz für den Dämmstoff entsteht.