Lehmdecke Bad Fachwerk Dampfsperre - Sanierung

23.08.2012 Fachwerkerin



Hallo, wir wollen ein Fachwerkhaus sanieren und machen uns gerade gedanken zum Bad. Wenn wir einen neuen Boden einziehen ist der Raum zu niedrig und dehalb wollen wir die Lehmdecke entfernen und farmacellplatten anbringen. Über den Bad befindet sich ein Dachboden nicht beheizt mit einem 7 cm Estrichaufbau. Wie siehtt es mit der Dampfsperre aus. Sollte man eine einziehen oder gibt es andere Lösungen.
Vielen Dank vorab für die Antworten..
Viele Grüße aus Hessen
die Fachwerkerin



Das hängt...



... im wesentlichen vom genauen Aufbau der Decke zum Kaltdach ab... mit der Aussage "7cm Estrichaufbau" lässt sich kaum sinnvoll überlegen...
Holbalkendecke... Füllung oder nicht... Estrich oben massiv... auf was gelegt... ist Dämmung angedacht...

Bitte noch ein bisschen Input...

Gutes Gelingen & LG,
Sebastian Hausleithner



vom Boden in die Decke und umgekehrt



Hallo

Planen Sie - machen Sie kein WWW-Stückwerk.

Warum den Boden dicker? … um so viel?

Warum Gipsfaserplatten?

Das Problem beim Bad ist die partielle sehr hohe Luftfeuchtigkeit, die abgepuffert werden sollte:
Das kann man erreichen durch Kalk oder Lehm oder Holz.
Wenig Fliesen, wenig Glas … auch Querlüftung kann helfen

Alle "dichten" oder leicht kalt werdende Materialien sind hinderlich.
Auch und vor allem im Detail, wo's nach aussen geht, ins Kalte …

Einfach eine Estrich irgend wo drauf legen war und ist keine Lösung - allerdings auch nicht einfach mal ne Dämmung irgend wo hinmachen auch nicht.

Die Werbung suggeriert gerne Sinn, Einfachheit und eine gute und praktische Lösung.
Leider mehr für den Verkäufer als für den Endkunden gedacht - Also Vorsicht!

FK



Moin Fachwerkerin,



gib doch mal deinen jetzigen und deinen geplanten Aufbau hier ein: www.u-wert.net

Dann hast du mal eine theoretische Vorstellung, was da in deiner Baddecke so vor sich geht.

Dann bleibt die Frage: Dämmst du das Dach oder die oberste Geschossdecke und wie?

Das entscheidet über die sinnvolle Art des Neuaufbaus.

Gruss, Boris

P.S. Zunächst ist die vorhandene Lehmdecke eigentlich das Beste, weil optimaler Feuchteregulator.



Werte-Philosophie



Hallo

Lassen Sie doch die U-Wertberechnung bleiben.

Ist doch nur ein Spielzeug von technoiden Nerds, die einen "Beweis" haben wollen und es wissenschaftlich genau haben wollen.

Leider ist das mehr als ein Klumpfuss - eher ein Strohfeuer oder -Kopf.

diese lineare aneinander Reihung von Werten verblendet die Sicht auf die Realität:
Jeder Materialwechsel birgt mehr Schadenspotential als eine homogene "ungedämmte" Wand.
Dann kommt noch die 3. Dimension, der räumliche Übergang und die Zeit hinzu.

less is more

Florian Kurz
slow-house.de



noch mal ein versuch der erklärung ;-)



Das angedachte Bad .... im Moment 2 Räume getrennt durch eine Rigibswand und tür. Die Wand soll raus damit aus den beiden Räumen ein großes Bad entsteht. Da die Deckenhöhe beider Räume sehr unterschiedlich ist muss die Decke sowieso erneuert werden. Noch dazu ist die Decke mehr als nur uneben und schief. Wir haben die Decke erst einmal an einer Stelle geöffnet um zu sehen was darunter ist. Über dem Raum befindet sich der Dachboden. Es ist angedacht den Boden / bzw. eine Geschossdämmung durchzuführen. Das steht aber erst so einmal nicht 100%tig fest. Die Decke (Bad) besteht aus einem Lehmputz der zwischen vielen kleinen Verlattungen (sorry weiß nicht wie man die Dinger nennt) verschmiert ist. Soweit wir sehen konnten sind diese Latten auf den Querbalken verankert. Dann kommt Luft. DIe Decke ist noch nicht soweit geöffnet das wir erkennen konten auf was der Erstrich liegt, bzw. was auf den Querbalken liegt. Ich schrieb ja auch wir machen uns gerade gedanken und wollen ein Konzept entwickeln.... Stückwerk liegt uns fern, da auch die Aussenfassade neu muss, die Fenster neu gemacht werden müssen, und eine Heizung eingebaut werden muss. Im Moment noch Nachtspeicher. (hört sich zwar so an, aber ist keine Ruine ;-)) Die Dame vom Denkmalschutz hat empfohlen das Bad halbhoch zu fliesen (inklusive Boden) und die Wände dann mit Lehmputz.... Einige Fachfirmen haben ein Angebot gemacht die Decke mit Faramcellplatten auszugleichen. Das ist der Stand. Wir werden Morgen die Decke mal noch weiter öffnen um noch mehr Licht ins Dunkle zu bringen und dann auch mal ein Foto posten... Danke soweit für die vielen Antworten ... Viele Grüße





Hallo Fachwerkerin,

das mit den Fermacell-Platten würde ich lassen, das könnte eher als eine Baumarktlösung verbucht werden. Wenn Sie in einem Fachwerkhaus wohnen werden Sie merken, dass hier im Laufe der Jahreszeiten immer etwas Bewegung im Haus ist. Plattenwerkstoffe können die Bewegung nicht mitmachen und neigen dazu an den überspachtelten Rändern irgendwann Ihre Kanten zu zeigen.

Die vorhandene Lehmdecke ist eigentlich gar nicht so schlecht, wenn sie denn intakt ist. Man müsste aber den genauen Deckenaufbau kennen um zu einem verbesserten Aufbau etwas sagen zu können.

Zum U-Wert-Rechner schließe ich mich Herrn Kurz weitgehend an. Das Ding mag ja ganz gut funktionieren wenn man wirklich weiß was man da macht. Ich halte es aber nicht für hilfreich das Ding immer wieder anzupreisen da es auch gewisse Gefahren birgt. Rückfeuchtende Effekte, Einflüsse von Tauwasser auf benachbarte Bauteile, Hohlräume, Kondenswasser an durchdringenden Bauteilen etc. können in einem mathematischen Algorithmus nicht erfasst werden. Da bedarf es an etwas Erfahrung.

Wenn ich beispielsweise meinen Deckenaufbau hier eintippe und die neue Dämmlage mit Hanf eingebe werde ich beim herumspielen mit anderen Dämmstoffen feststellen, dass die ebenso flexible Glaswolle genauso dämmt, wobei diese doch weniger als ein drittel kostet. Kann doch dann nicht so schlecht sein?
Wenn nun unter einer solchen Decke das Bad eines 4-Personenhaushaltes liegt ist der Feuchteeintrag in die Konstruktion möglicherweise höher als im U-Wert-Rechner berücksichtigt, besonders weil die Pumahöhlenatmosphäre im Winter einer kalten Lüftung vorgezogen wird. Dann muss man vorher in der Planung sicherstellen, dass die in der Decke verbauten Materialien dies leisten.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Warum eine Dampfsperre?



Also die Decke ist doch noch nicht gedämmt? Und der Deckenaufbau (ein Spalierdecke, wie es sich so liest übrigens) mit Lehmputz oder Schüttung ist doch ein super Feuchtepuffer für die Feuchtigkeit im Bad. Das würde ich mir auf jeden Fall erhalten oder sogar verbessern.
Jetzt zur Dampfsperre: Solange keine Dämmung in der Decke ist, brauchts ja keine, denn die Feuchte kann ja durch die Decke durch kondensiert aber (laut Lehrmeinung)nicht in der Decke sondern oben. Wenn der Lehm nicht verschlossen ist, kann er das bisschen Feuchtigkeit, das ev. in der Decke ausfällt locker ab.Falls ihr noch dämmt, könnt ihr ja immer noch absperren, wenn ihr denkt, ihr müsst. Aber es wäre ja auch eine Zellulosedämmung oder noch besser Leichtlehmdämmung möglich.
Warum soll denn das Bad aussehen wie in einem Neubau? Bleibt doch beim Fachwerkstil. Und wie wäre es mit Lehmbauplatten, wenn es schon Platten sein sollen.Dann bleibt ihr sozusagen im System.

Viele Grüße