Mal wieder das Thema Decke

04.02.2013



Hallo ihr Wissenden hier im Forum,

da ich hier in der Vergangenheit immer guten Rat und Hilfe bekam, möchte ich mich auch diesmal an Sie wenden.

Nach erfolgreicher Sanierung der unteren zwei Geschosse steht nun als langfristiges Projekt der Dachausbau an.
Leider wächst das Geld nicht so schnell nach wie ich es verbaue, darum wird sich Dieser in die Länge ziehn.

Nun zu meiner Frage.

Zur Zeit ist das Dach als Kaltdach ausgeführt und durch die Geschossdecke im OG entschwindet mangels evektiver Dämmung einiges an Wärme. Darum möchte ich dort den Wärmeschutz verbessern ohne die Decke von unten zu öffnen.
Ebenso muss ich die spätere Nutzung des Dachbodens als Kinderzimmer berücksichtigen.

Also soll das Ziel sein den Wärmeschutz verbessern und schon jezt die Schallübertragung zu verringern, und das alles bei weiterer Nutzung der unteren Räume.
Die Decke ist zurzeit wie folgt aufgebaut:

von unten nach oben
- Trockenbaudecke
- Putzdecke auf Stroh als Putzträger
- Holzdecke ca. 20 mm
- Luftschicht
- Fehlboden ca. 20 mm
- Glas- oder Steinwolle ca 50 mm
- Luftschicht
- Laufboden ca 20 mm

Nun will ich keine Folie einbauen also würde ich auf die unterste Holzdecke gern eine Schicht aus Strohlehm/ Lehm aufbringen, diese soll als Dampfbremse agieren und Last in die Decke bringen.
Die Luftschicht darüber würde, wenn auch kleiner bleiben und auf den Fehlboden dann eine Dämmschicht aus Steinwolle oder Holzfaserdämmmatte.
Dann den vorhanden Holzboden erstmal wieder drauf bis es weiter gehen kann.

Frage:

Kann die Strohlehm-/ Lehmschicht die aufsteigende Feuchtigkeit bremsen?

Bringt die Dämmung auf dem Fehlboden über einer Luftschicht überhaupt was?

Gibt es andere Möglichkeiten mit oder ohne Folie welche weder jezt (Kaltdach) noch später (nach dem Dachausbau) das Bauwerk gefärden und dennnoch die gewünschten Ziele erreichen?

Leider bin ich auch nach stundenlanger Such im Forum nicht schlauer geworden.

Ich danke schon im voraus für das Kopfzerbrechen der Mitglieder.

Mit freundlichem Gruß

Torsten Gläser, Wurzen



Deckenaufbau



Der Putzträger an der Unterseite (das ist die Bretterlage an der die Schilfmatten und der Putz hängen) darf nicht mit einer Schüttung o.ä. belastet werden!

1. Dämmung ausbauen, Rieselschutz auf den Fehlboden einbauen.
2. Schwere Schüttung, z.B. Sand mit Gehwegplatten, einbauen.
3. Rauhspundlage aufbringen.
4. Als temporäre Wärmedämmung Mineralwolle auf die Rauhspundlage auflegen.

Bei Ausbau des DG kann die Mineralwolle dann für die Dämmung der Dachschrägen eingesetzt werden. Eine Variante mit weniger Arbeit aber mehr Wärmeverlust: die Mineralwolle gleich in die Dachschrägen verbauen und mit Traglattung sichern.
Die Rauhspundlage ist Träger für den späteren Fußbodenaufbau, z.B. Trockenestrich oder OSB.

Viele Grüße



Decke zum Dachboden hin vorübergehend dämmen



Zuerst: eine Dampfbremse oder Feuchtergulierung durch Folie oder Lehm brauchst Du an dieser Stelle nicht. Der Dachboden wird wohl ordentlich quergelüftet werden können. Wichtig ist nur, dass Du keine sperrenden Schichten als Estrich aufbringst (z.B. OSB- oder Verlegeplatten) solange der Dachboden kalt bleibt.

Auch ich würde dringend vor einer Belastung der Holzbretter durch eine Lehmfüllung abraten. Das soll aber nur als Bestätigung von der Ausführung des Bauingenieurs zählen - sein Rat ist hier entscheidender.

Bei der Füllung des Fehlbodens würde ich noch Folgendes abwägen: Wir kennen nun nicht die Balkenabstände und die Höhe der Luftschichten. Alles mit Sand und Gehwegplatten könnte statisch auch zuviel des Guten werden. Hier würde ich mir noch mehr Angaben wünschen.

So könnte ich mir vorstellen, dass ein Kompromiss zwischen Füllung, Dämmung und Gewicht Sinn macht:
Ich würde Blähschiefer einbringen (ca. 600 - 750 kg/m³) und diesen auf Balkenhöhe abziehen.

Die 50mm Glas- oder Steinwolle sehe ich als Altlast und die würde ich entsorgen.

Nachdem der Rauspund aufgebracht wurde, Kannst du ja je nach Geldbeutellage schon mal das Dämmaterial auslegen, das Du später für die Dachschrägen verwenden willst.

Allerdings wäre hier meine Anfrage, ob Du für den Ausbau des Dachbodens eine Genehmigung hast und wieweit Auflagen für den Brandschutz vorliegen. Dies würde die Auswahl der Materialien evtl. einschränken.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Bleibt alles anders



Hallo,
und Dank für die schnellen Antworten.

Nach langem Kopfzerbrechen habe ich in den lezten Tagen mal den Dachboden aufgerissen.
Dabei kam einiges zutage, so ist der Deckenaufbau nicht wie beschrieben (wie zwischen EG u. OG), sondern die Dämmung (10 cm)liegt dierekt auf dem Putzträger, darüber ca. 10 cm Luftschicht und dann eine Bretterlag als Laufboden.
Zum Glück ist die Dämmung trocken und hatt keine Anzeichen von Schimmel oder ähnlichem.

Erschrocken bin ich dann aber über die Beschaffenheit der Balken. An allen Balken wurden seitlich Verstärkungen (Höhe 20 cm, Dicke 7 cm) angebracht, teilweise über die ganze sichtbare Länge oder nur im Bereich der Fußknoten.

Was mich etwas verstört ist die Tatsache, das im Bereich über den Türen im OG der eigentliche Balken fehlt und nur die Verstärkungen vorhanden sind. Zwischen diesen wurde die untere Wand hochgemauert.

Nun stellt sich die Frage ob ein Dachausbau mit verhältnismäßigen Mitteln überhaupt noch möglich ist, oder ich lieber die Finger davon lasse.

Ich werde mal einen Bauingeneur um seine Meinung und evtl. Lösungsvorschläge bitten.

Zum besseren Verständniss habe ich noch einpaar Bilder hochgeladen.



Thema Decke



die Idee mit dem Bau Ing. ist gut, nutzen Sie diese.
Das was man auf den Bildern sieht erscheint mir auf den ersten Blick nicht so tragisch.
Die schlimmste Arbeit wurde, sofern ich das auf den Bildern erkennen kan, schon getan.
Somit sollte der Rest vermutlich nicht so tragisch werden und mit verhältnismässigen Mitteln realisierbar sein.

Aber wie gesagt den Bau Ing um Rat fragen.

Grüsse Thomas