Innendämmung bei Holsteindecke

12.03.2011


Hallo, Ich möchte meine Decke von innen isolieren, da ich die Zwischendecke rausnehmen werde. Es handelt sich dabei um ein Flachdach aus 30 cm Hohlstein, worin Stahlgestänge eingelegt ist. - Es ist aus Kriegszeiten ein freitragendes Dach.
Da das Dach letztes Jahr neu gemacht wurde, kann ich es nicht von außen dämmen.
Wie mache ich das, am besten so, das es auch ökologisch und gesund ist, und zum Raumklima beitragen kann
danke



Flachdach dämmen



Lassen Sie die Zwischendecke drin bzw. bauen Sie eine neue.
Die Zwischendecke können Sie dämmen, den Hohlraum zur Dachdecke müssen Sie belüften (Prinzip Kaltdach).
Dampfsperre nicht vergessen!

Viele Grüße



Unterkonstruktion + Hanfdämmung; aber keine Folie!



Wenn Sie die Zwischendecke rausnehmen wollen, werden Sie sicherlich irgendwie eine Unterkonstruktion für die Dämmung unter das Flachdach bringen.
Und innen? Gipskarton? oder Holzweichfaserplatten mit Lehmputz?
In jedem Fall je nach Plattengröße die Sparschalung montieren, dann Hanf-Dämmwolle rein, dann die Platten und anschließend verspachteln, putzen oder was sonst so gefällt. Auf die Dampfsperre können Sie bei Hanf-Dämmwolle verzichten.



Innendämmung



An Felix:
Warum soll keine Dampfsperre eingebaut werden?
Haben Sie den vorgeschlagenen Aufbau so schon einmal realisiert?
Wie wird sich Ihrer Meinung nach die Decke verhalten?

Viele Grüße



keine Dampfbremse bei Hanf-Dämmwolle



Ich arbeite seit vielen Jahren hauptsächlich mit der Hanf-Dämmwolle, und unter anderem aus diesem Grund, auf eine Dampfbremse verzichten zu können. Habe nur gute Erfahrungen damit gemacht.
Außerdem beziehe ich mich auf den Hersteller Hanffaser Uckermark, der empfiehlt das eben auch ohne Dampfbremse, bzw. gibt sogar Gewährleistung.



Innendämmung



Lieber Felix,
Ihr beruflicher Erfolgskurs ist keine Antwort auf meine Fragen.
Ich versuche Ihnen mal etwas auf die Sprünge zu helfen:
Das hier ist eine Stahlsteindecke, quasi Stahlbeton.
Darüber gibt es keinen belüfteten Dachboden sondern nur dampfdichte Dachhaut.
Ihr Foto zeigt also eine nicht vergleichbare Einbausituation; denn hier, bei einer diffusionsoffenen Holzbalkendecke über einem belüfteten Dachraum, kann Kondensfeuchte nach oben abtrocknen.
Bei einer STB- Decke passiert das nicht.
Das ist eine schwere, gut wärmeleitende, thermisch träge Masse. Eindringende Innenluft führt im Winter zu Kondensatausfall, vielleicht sogar zur Eisbildung an der Unterseite der Massivdecke. Die Dämmung feuchtet auf, vor allem wenn es kapillar wirkende Pflanzenfasern sind.
Wie wollen Sie das Eindringen von warmer Raumluft in die Dämmung ohne Dampfsperre oder Dampfbremse verhindern?
Im Gegensatz zu einer kapillaraktiven Innendämmung aus Calciumsilikat mit einem recht hohen Diffusionswiderstand ist die Hanfdämmung ein Wirrgelege mit hohem Luftanteil und praktisch keinem Diffusionswiderstand.
Hier wirkt nicht nur Diffusion mit einer relativ geringen Transportleistung, sondern auch Konvektion, die eine Menge Luftfeuchte transportieren kann.
Wollen Sie dem Fragesteller garantieren, das die jährliche Feuchtebilanz dieses Bauteiles positiv bleibt?
Zuletzt noch ein Argument: In dieser Decke liegt eine Zugbewehrung mit einer relativ geringen Betondeckung, es ist ja ein Innenbauteil. Der Putz und der Zementstein sind nach dieser langen Standzeit von 70 Jahren mit Sicherheit durchcarbonatisiert. Damit ist die Passivierung des Stahls hinfällig.
Wissen Sie was passiert, wenn die Zugbewehrung in den nächsten 2, 3 Jahren durchrostet? Sehen können Sie das nicht, da es keinen belüfteten Dachraum gibt. Wenn man den Schaden bemerkt, ist es schon zu spät.

Viele Grüße



Innendämmung + Deckenabstand



Hallo Hr. Böttcher,
danke für ihre Ausführung. Wie viel Abstand sollte ich den für den Hohlraum - Dach - abgehangene Decke lassen?
Ich werde die Zwischendecke neu machen, möchte aber so hoch als möglich kommen. Die Decke werde ich aus Rigips doppelt belangt machen, mit Dampfsperre und oben drauf Isolierung. Welche würden sie empfehlen?
Am liebsten würde ich Calciumsilikatplatten unter die Dachdecke kleben, aber das wird preislich zu teuer.
Ich habe Fotos von der Decke gemacht.
danke



Deckendämmung



Der Zwischenraum würde ich etwa 40 cm hoch wählen. Wichtig ist nicht die Höhe, sondern eine ausreichende Belüftung über Öffnungen in den Außenwänden. Bei der o.g. Höhe müssten Sie gerade noch unter dem Ringanker durchkommen.
Wenn Sie Glück haben dann liegt der Ringanker in Deckenhöhe und Sie können den Abstand auf etwa 30 cm verringern.
Pro lf. m. sollten zwei Belüftungsöffnungen mit etwa 10 cm Durchmesser reichen. Insektengitter nicht vergessen!

Viele Grüße

p.s. Vom Aufwand her wir des bestimmt einfacher, auf das Dach eine nachträgliche Dämmung aufzubringen. Auf jeden Fall wäre eine Ausführung als Warmdach sicherer.





Hallo Hr. Böttcher,
danke für die Tipps. Leider wird dadurch die Decke wieder niedriger, was ich eigentlich vermeiden wollte. Auf dem Dach Dämmung aufbringen wäre sicherlich die beste Lösung, leider wurde das Dach letztes Jahr neu mit Dachbahnen neu gemacht. Da das gesamte Dach über 600qm groß ist, wäre das finanziell unmöglich.
Wäre es möglich, bei einer Innendämmung mit Kalzium-Silikat-Platten, diese direkt unter die Decke zu kleben? Und dann den Problemen aus dem Weg zu gehen?
Welche dicke würden sie ggf. empfehlen?
danke



Als Alternative



bietet sich ein aufbau mit stauss Fassadengewebe FG und Thermo-Fill S an, das Ziegelgewebe wird verputzt Z.B. mit reinem Luftkalkmörtel und dann mit Tehrmo-Fill S gedämmt.

Grüsse Thomas



die Alternative



Hallo Thomas, in der Zeichnung ist als Decke Holz zu sehen, ich habe aber eine Hohlsteindecke, lt. Hr. Böttcher ein schwieriges Objekt, da die Steine von oben noch 'dicht' sind, mit Dachpappe, - die Dachoberhaut...
würde es trotzdem Funktionieren?